Positive Effekte des S21 Protests

Während Ministerpräsident in Stuttgart mit harter Hand (im wahrsten Sinne des Wortes) zeigt, wer der Herr im Haus ist, werden plötzlich die Bürger in allen anderen Teilen des Landes mit einer Charmeinitiative verwöhnt. Nachdem man sich jahrzehntelang z.B. um die Bahnprojekte im Rheintal nicht gekümmert hat – so konnte eine Bahnunterführung mitten im Ort schon mal 30 Jahre Planung und Bauzeit benötigen –  kümmern sich Bahnchef Grube und Ministerpräsident Mappus persönlich um die Bahnplanung im Bereich Offenburg, dem Sitz von Burda (reiner Zufall?).  Man kann jetzt von Bürgerwünschen und Bürgerbeiteiligung gar nicht mehr genug bekommen. Die Elektrifizierung der Gäubahn, scheint bereits so gut wie gesichert, um die Baden-Württemberger in den Süden zu bringen. Unter Süden verstehen die Baden-Württemberger nämlich die Schweiz und Italien während München eher mit dem Osten assoziiert wird.

Da nach allgemeiner Erkenntnis S21 als Einzelprojekt speziell für den Regionalverkehr keine spürbaren Verbesserungen bringt, soll jetzt die Bahninfrastruktur im Ländle generell verbessert werden, damit S21 Sinn macht. Herr Andriof, der neue Sprecher für S21, beschreibt mit „Der Leidensdruck in Stuttgart ist nicht hoch genug“ dass die Stuttgarter eigentlich gar keinen Bedarf an Änderung beim Regionalverkehr sehen.

Ironie des Schicksals und Strategie der CDU in B-W: von den Verbesserungen haben die Demonstranten in Stuttgart keinen Vorteil. Die Geschenke sollen nun ausserhalb der Landeshauptstadt verteilt werden und dort CDU Stimmen bringen. Die paar Abgeordneten aus Stuttgart hat die CDU wohl schon abgeschrieben.

Das passt sehr gut zu dem von der CDU auf S21 Veranstaltungen propagierten Hauptargument: „Lasst uns das Geld in Baden-Württemberg sinnlos raushauen – sonst machen es die anderen!“ So schlecht ist diese Strategie gar nicht, wenn man sich überlegt wie und wo Land und Bund in letzter Zeit Geld der Bürger verschwendet haben.

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Mappus und Daimler – mal wieder nichts verstanden

Bei der CDU Regionalversammlung in Heilbronn schwadronierte Herr Mappus vor den versammelten CDUlern, dass Baden-Württemberg heute eine verarmte Region wäre, wenn Leute wie Gottlieb Daimler damals durch Bürgerinitiativen ähnlich S21 an der Verwirklichung ihrer Ideen gehindert worden wären. Hätte Herr Mappus einmal die Biographie von Gottlieb Daimler gelesen, dann wüsste er, dass nicht die Bevölkerung sondern die damaligen Behörden die Innovationen von Gottlieb Daimler massiv behindert haben. So erhielt er z.B. keine Zulassung für die Nutzung von Straßen für sein Motorfahrzeug. Aus Verzweiflung musste Gottlieb Daimler seine ersten motorgetriebenen Fahrten mit einem Boot auf dem Neckar machen. Trotzdem hielt Gottlieb Daimler an seiner Vision vom Indiviualverkehr fest obwohl die Behörden nur den eigentlich schon damals veralteten Bahnverkehr mit Dampflokomotiven förderten. Ähnlichkeiten zur heutigen Situation sind wohl nur zufällig. Es ist nicht leicht verständlich warum sich ein Ministerpräsident, dessen Ländle hauptsächlich von der Automobilindustrie lebt, so stark für die antiquierte Eisenbahn macht. Offensichtlich hat auch ihn die Eisenbahn Mythologie der Grünen beeindruckt.

Wie alle wirklichen Innovatoren wurde Gottfried Daimler (auch Carl Benz ging es ja genauso) trotz Einsatz seines gesamten persönlichen Vermögens von Finanzspekulanten (den Vorläufern der Deutschen Bank) um den Erfolg seiner Arbeit gebracht. Dabei war Gottfried Daimler nicht nur ein begnadeter Ingenieur sondern ein durchaus gewiefter Geschäftsmann, der trotzdem von seinen Partnern über den Tisch gezogen wurde. Auch aus diesem Vorgang könnte Herr Mappus für seine Verhandlungen bei S21 lernen.

Es st eigentlich schade, dass kein geschichtskundiger, aufrechter Schwabe Herrn Mappus in Heilbronn auf den schwäbischen Boden der Tatsachen heruntergeholt hat. Aber offensichtlich haben sich die Parteimitglieder an Schwadronieren ohne Substanz ihrer Oberen schon längst gewöhnt.

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