Grenzen des Bauwachstums auch in und um Stuttgart

Die Immobilienblase in USA wurde nicht nur durch die Banken gefördert sondern auch durch die Gemeinden z.B. in Florida, die immer mehr Flächen für Industrie- und Wohnungsbau ausgewiesen haben. Inzwischen grasen in Florida sogar Kühe in den halb fertiggestellten Bauruinen. In Deutschland ist es noch nicht ganz so schlimm. Auf dem Land findet man aber schon viele Schilder in denen Bauland wie sauer Bier angeboten wird. Ohne feste Arbeitsplätze will und kann aber niemand mehr bauen. In und um Stuttgart gibt es zur Zeit bereits einige Gemeinden, die teures Bauland anbieten aber keine Kunden finden. Das Flugfeld in Böblingen/Sindelfingen war als große Fläche für hochwertige Industrie und Wohnungen gedacht. Trotz gutem Autobahn- und Bahnanschluss haben sich aber nur einige eher grenzwertige Unternehmen (Antik Auto- und Kinder Erlebnispark) angesiedelt. Daimler ist anders als ursprünglich gedacht nicht an der Fläche interessiert. Andere Ansiedlungen werden durch die städtische Baufirma wider besseres finanzielles Wissen gebaut und vermietet. Damit wenigstens ein paar Lockvögelchen auf dem Gelände stehen. Im Zentrum von Leonberg entsteht gerade eine Brache weil Bürgermeister Schusters Liebling, die Firma Häussler, gerade Insolvenz angemeldet hat. Man hat sich mit teuren Eigentumswohnungen für reiche Rentner etwas verspekuliert. Es gibt eben leider nur viele arme und wenig reiche Rentner.

Anders als z.B. von den Projektbefürwortern von Stuttgart 21 behauptet, wird es in Zukunft keine große Nachfrage nach teurem Bauland in Stuttgart geben. Die mit viel Geld freigeräumten Flächen der Bahn, werden wohl lange als Brache liegen bleiben. Dies wird die Baumschützer freuen. Die Nutzung könnte ähnlich wie in USA (Boston) durch Baumschulen und Erweiterung des Schaubauernhofs der Wilhelma erfolgen. Dem Land Baden-Württemberg könnte es nur gut tun wenn die echten Rindviecher das Regiment um den Bahnhof herum übernehmen würden.

Die in verschiedenen Studien und „Visionen“ vorgeschlagenen Pläne für die durch S21 freiwerdenden Flächen lassen Schlimmes ahnen. Im wesentlichen läuft es aber immer auf Bauklötze hinaus, die in einem Raster angeordnet sind und die durch „Punkthochäuser“ „aufgelockert“ werden. Sowas wollte Oberbürgermeister Schuster doch schon mal am Pragsattel bauen! Diese Klötze sollen unter der Überschrift „Ökologisches Bauen“ laufen. Wohnungen und Büros werden dann aber so teuer, dass sich normale Firmen und Familien sich die nicht leisten können. Da sollen dann Zuschüsse der Stadt die Preise in Regionen bringen, die für Familien noch erschwingbar sind. Ohne weitere Subventionen der Steuerbürger lässt sich das Gelände wohl nicht vermarkten und besiedeln.

Die einzige echte Vision entwickelt der Bürger Maier in einer selbstbezahlten Anzeige in der Stuttgarter Zeitung. Er möchte auf der S21 Fläche einen Innenstadt See (ähnlich wie in Böblingen/Sindelfingen Flugfeld)  sehen, der natürlich das Klima in der Stuttgarter Innnstadt ganz wesentlich verbessern würde. Was auf den ersten Blick ziemlich unsinnig aussieht, ist im Zeichen von Rückgang der Bevölkerung und Wandlung von der Fertigungsindustrie zur Planungsindustrie eine sehr sinnvolle Vision, die natürlich überhaupt nicht in die heutige Zeitströmung passt. Eine richtige Vision ignoriert aber immer den Zeitgeist.

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Fall Kottnick – Spendensumpf und Filz auch bei Kirchen

Viele Menschen glauben, dass die Herren und Damen, die gerne über die Bibel predigen, sich auch an einige Regeln halten, die dort nachzulesen sind. In Wirklichkeit betreiben die Kirchen inzwischen Imperien aus vielfach verschachtelten Firmennetzwerken, die häufig der Kontrolle ihrer Mitglieder aber auch der gewählten Kirchenvertreter entzogen sind. Dabei leben einige Vertreter ihre Eitelkeit und ihre Gewinnsucht voll aus. Nun hat man auch Pfarrer Kottnick erwischt, der gerne im schwarzen Luxusmercedes mit weißen Ledersitzen und Chauffeur vorfuhr. In vielen Stiftungen und Unterfirmen der Kirchen sitzen aber viele Funktionäre, die es sich wie Pfarrer Kottnick in schönen kirchlichen Immobilien mit allerlei Vergünstigungen gut gehen lassen. „Gemeinnützige Vereine“ geben häufig über 50% für die Gehälter ihrer Bosse und für Marketing aus. Man sollte sich deshalb die Organisationen sehr genau ansehen, denen man Geld spendet. Wenn im Vorstand einer Stiftung nur Mitglieder einer Familie oder viele Prominente sitzen (z.B. Björn Steiger Stiftung) ist Alarmstufe 1 angezeigt.

Die Geschäfte der Barmherzigkeit werden heute ähnlich wie in USA so strukturiert, dass eine Firma oder Organisation z.B. die Immobilienwerte hält, diese dann z.B. an einen pflegenden Verein zu hohen Preisen (ähnlich wie bei Karstadt) vermietet. Der arme Verein macht dann natürlich Miese und muss deshalb die Pflegesätze erhöhen. In USA gehört häufig z.B. den Altersheimen weder Tisch noch Stuhl, es wird alles geleased. Die Leasing Firmen verdienen damit gutes Geld während die pflegenden Firmen am Existenzminimum arbeiten und deshalb auch die Löhne dauernd erniedrigen. In Deutschland ist es noch nicht so schlimm wie in USA. Die Tendenz geht aber eindeutig in Richtung der USA Verhältnisse.

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