Zur Zeit herrscht ganz offensichtlich die Meinung, dass man mit überzeugender Verkündigung einer Meinung und Diskussionen die „Wahrheit“ herausfinden kann. In den (asozialen) Medien kann heute jeder (nicht mehr nur der Pfarrer wie früher) seine Wahrheit verkünden, dafür Anhänger finden und damit seine Wahrheit zur allgemeinen Wahrheit machen.
Lange Zeit hat das mit Religionen und Herrschaft durch Geburt oder Gewalt (Militär) funktioniert.
Die Herstellung von Konsens durch Reden ist nach Erfindung des Lautsprechers (z.B. Lenin, Hitler) und des Radios/Volksempfängers und des Fernsehers zunächst einfacher geworden, solange nur die Herrschenden die Sender dominierten.
Mit der Erfindung und Verbreitung des Fernsehers ist die Verbreitung „offizieller“ Meinungen auf Staatskanälen einfacher und effektiver geworden. Sehr bald haben speziell in USA die Küchenkanäle, die den ganzen Tag liefen, die öffentliche Bildung übernommen.

Religionen und Philosophien von vielen Weisen suchen nach Anhängern und sind meist nur bei Intellektuellen oder Diktatoren erfolgreich.
KI generiert : eine Habermas Theorie:
- Konsenstheorie von Habermas
- Kern: Wahrheit ist das Ergebnis eines idealen Diskurses, dem alle vernünftigen Menschen zustimmen könnten.
- Beispiel: „Rauchen verursacht Krebs“ gilt als wahr, weil ein breiter wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Konsens besteht knowunity.de.
Habermas hat seine Meinungen in über 50 Veröffentlichungen verkündet. Mehrheiten hat er selbst unter Philosophen und Soziologen nicht erreicht. Gerne diskutiert Habermas in seinen Werken mit Kollegen, die nicht mehr diskutieren können. Real bewegen kann man damit wohl wenig.
Absoluter Unsinn sind die Diskussionsrunden im ÖRF, z.B. die nächtlichen Lanz Runden, bei denen die immer gleichen Gäste und der Moderator wenig Ahnung von der diskutierten Sache haben. Werden fachkundige Gäste geladen, so lässt man sie kaum zu Wort kommen. Gern lässt man auch Menschen aus dem Volk sprechen, die eine gefällige Meinung haben. Absoluter Unsinn ist es eine grössere Anzahl Bürger „zufällig“ auszuwählen und sie „entscheiden“ zu lassen..

Arthur Schopenhauer vertrat die Meinung, daß es bei Diskussionen im Gegensatz zum Diskurs nie um die Sache sondern nur um das Gewinnen geht.
Hierfür gibt Schopenhauer 40 Tipps wie man den Gegner fertig macht z.B. mit Humor. Ex Gesundheitsminister Lauterbach hat diesen Trick bei der Frage eines scharfen Reporters angewendet „Warum geben Sie nicht zu, daß sie in der Corona Zeit Fehler gemacht haben?“ Lauterbachs Schopi Antwort: „Dann hätten Sie ja nichts zu schreiben!“
Das Publikum lacht schallend und der scharfe Hund zieht sich in seine Hütte zurück.
PS Wenn Sie sich bisher nicht für Philosophie interessiert haben ist das nicht weiter schlimm. Ich habe antiquarisch das Studentenbuch eines renommierten Tübinger Philosophen mit seinen handschriftlichen Bemerkungen erworben. Weiter als bis zur Seite 40 in Kant‘s Kritik der reinen Vernunft ist er auch nicht gekommen.

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