Die Unfähigkeit von Merkel und CDU strategisch zu handeln

Firmen und Staaten entwickeln im Laufe der Zeit eine Firmenkultur, mit der kurz- und langfristige Probleme gelöst und das Fortbestehen der Organisation gesichert wird. Größere Fehler werden in der Privatwirtschaft durch Konkurs beendet. Bei Staaten ist es gibt es die Lösungen Revolution oder Krieg. Will man auf diese beiden Optionen nicht zurückgreifen muss man das Führungspersonal komplett austauschen, wenn große Änderungen notwendig werden.

Der Führungsstil unserer jetzigen Regierung und der Kanzlerin wird geprägt vom Stil Helmut Kohls, dem Meister des Aussitzens, und der analytischen, physikalischen Methode von Kanzlerin Merkel, die beide Methoden in einer Symbiose praktiziert. Die Methode des Aussitzens vertraut darauf, dass die Wähler keine Veränderungen wollen. Wer nichts ändert bleibt deshalb an der Macht. Diese Theorie wurde von Kanzler Schröder bestätigt, der bei Änderungen der Regeln im Sozialsystem prompt die Macht verlor. Die analytische, physikalische Methode von Angela Merkel fokussiert auf der meist langfristigen Beobachtung von Problemen wie ein Physiker es gelernt hat. Entschieden wird erst dann wenn es gar nicht anders geht und die Lösung sich quasi von selbst ergibt, das heißt dann alternativlos. Ein Physiker kommt aber nicht auf die Idee, die Physik zu ändern – man weiß ja dass das nicht geht.

Bei sozialen und wirtschaftlichen Problemen ist das anders. Hier kann man sehr wohl die Spielregeln (die Physik) ändern bevor die Lage überkritisch wird. Hierfür braucht man aber einen ganz anderen Managementstil. Hier ist vorausschauende Analyse, Mut zur rechtzeitigen Veränderung und Steuerung der Veränderungsprozesse also Change Management gefragt.  In der Privatwirtschaft weiß man, dass man für das lineare Management mit inkrementellen Veränderungen (Busines as Usual) andere Führungskräfte braucht als für aktive Veränderung in Notsituationen. Der Aufsichtsrat einer Firma wird in Krisensituationen dafür sorgen, dass das Führungspersonal in Notsituationen rechtzeitig ausgewechselt wird. Erfolgt dies nicht oder zu spät wird die Firma erhebliche Verluste hinnehmen müssen oder sogar in die Pleite gehen.

Bei Regierungen und den sie stützenden Parteien ist der Wechsel etwas schwieriger, da der Großteil der Wähler diese Zusammenhänge nicht erkennt und häufig auch nicht kennen will, ähnlich wie die Mitarbeiter einer Firma, die in Richtung Pleite unterwegs ist. Hier muss man meist bis zum großen Crash warten, der aber mit der Finanzkrise und Neuwahlen in Frankreich schon vor der Tür steht. Die Unfähigkeit der Kanzlerin, fähiges Personal zu finden und in ihr Management Team einzubinden, wurde bei der Nominierung des nächsten Bundespräsidenten deutlich und läutet wahrscheinlich schon das Waterloo der Kanzlerin und ihrer Regierung ein. Da das alternativlose Regieren in Deutschland aber seit vielen Jahren Usus ist wird, wird es schwierig werden, geeignetes Führungspersonal zu finden. Da wird man wohl Quereinsteiger wie in Italien brauchen.

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