So schaffen die Blockparteien Schwarz, Rot, Grün die Überhangmandate in Baden-Württemberg

Reichstag_1Weitgehend unbeachtet von den Wählern haben die Parteien das Wahlgesetz für die Bundestagswahl 2013 zu ihrem Vorteil geändert. Fordergündig will man negative Stimmgewichte, die vom Bundesgerichtshof moniert wurden, verhindern. Das wird durch die neue Methode der Stimmauszählung erreicht, die verlangt, dass das Verhältnis der Abgeordneten der Partei, dem Anteil der Zweitstimmen entspricht. Gewinnt nun eine Partei wie z.B. die CDU viele Direktmandate und bleibt ihr Stimmenanteil deutlich unter 50% so kommt es zu einer hohen Zahl von Überhangmandaten.

Beispiel Baden-Württemberg:

In der heutigen Parteienlandschaft kann ein Direktkandidat schon mit etwa 35% der Stimmen im Wahlkreis erfolgreich sein. Es ist also durchaus möglich, dass die CDU bei der Wahl2013 in Baden-Württemberg wieder alle 38 Direktmandate erringt. Bei den Zweitstimmen wird man wohl eher bei 35% liegen, da sowohl die Grünen (Ministerpräsidenten Bonus) als auch die AfD in Baden-Württemberg Stimmen von der CDU erhalten werden. Darüber würden sich vor allem die Hinterbänkler bei der SPD und bei den Grünen freuen. Anstatt 78 Abgeordneten kämen jetzt plötzlich 109 Abgeordnete aus Baden-Württemberg in den Bundestag. Die 31 Überhangmandate würden alle an SPD und Grüne (und eventuell noch an die FDP, AfD und Linke gehen). Da knallen natürlich die Sektkorken in den Parteizentralen. Jetzt können noch die letzten Hinterbänkler mit gutem Salär (Einkommen Abgeordnete) nach Berlin ziehen.

Der strategisch denkende Rot/Grün Wähler wird also seine Erststimme dem CDU Kandidaten geben. Dadurch ändert sich nichts am Verhältnis der Parteien im Bundestag bringt aber viele Rot/Grüne Parteifreunde in Amt und Würde und verschafft der eigenen Partei zusätzliche Aussatattung an Personal und Geld. 

Sobald die Parteizentralen der Wahltag näher rückt, werden sie entsprechende Empfehlungen an die Rot/Grünen Parteimitglieder herausgeben. Die CDU hat ja bisher mit Leihstimmen für die FDP auch ohne offizielle Empfehlung etwa 10% der Wähler motivieren können, strategisch den kleineren Partner zu wählen und damit einige Prozentpunkte für die gewünschte Koalition zu retten. Mit der neuen Methode der Stimmenauswertung funktioniert dieses Leihstimmensystem nicht mehr. Jede Stimme, die an die FDP geht schwächt die CDU!  Jeder Direktkandidat der CDU bringt mehr Rot/Grüne Abgeordnete in Amt und Würden! Diese Methode zur wundersamen Vermehrung der Abgeordneten funktioniert natürlich auch in allen anderen Bundesländern, in denen die CDU oder die SPD alle oder einen großen Teil der Direktmandate erhält.

Dieses Komplott der etablierten Parteien können die Wähler nur stoppen indem sie unabhängige Kandidaten mit ihrer Erststimme wählen.

Das Verfahren zur Kandidatur eines Drektkandidaten ist recht einfach. Man braucht nur einen guten Kandidaten!

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4 Antworten zu So schaffen die Blockparteien Schwarz, Rot, Grün die Überhangmandate in Baden-Württemberg

  1. portaleco schreibt:

    Bei der Wahl2013 gab es nur 32 Überhangmandate. Die CDU Abgeordneten haben diesmal keine Leihstimmen an die FDP vergeben sodass in den meisten Bundesländern, die Zahl der CDU Direktkandidaten in etwa dem prozentualen Anteil der Stimmen entspricht. Somit gibt es nur etwa 5% Überhangmandete und 630 anstatt 598 Abgeordnete im Bundestag. Das hätte viel schlimmer ausgehen können wenn es FDP und AfD in den Bundestag geschafft hätten.

  2. drbruddler schreibt:

    Und der vernünftig denkende wird sie einfach nicht wählen, d.h. durch die Stimme an einer anderen Partei abwählen!

    • portaleco schreibt:

      Richtig, das sollte man auf alle Fälle tun. Wenn sich aber Schwarz/Rot/Grün zusammen tun, gibt es immer die beschriebenen Überhangmandate durch die Erststimme und die Politogelogen kommen wieder alle in den Bundestag. Man muss dafür sorgen, dass die SWG nicht mit der Erststimme gewählt wird. Die Direktkandidaten können sich nach der Wahl ja z.B. der AfD anschließen, wenn es die AfD in den Bundestag schafft. Man muss es seinen potentiellen Wählern halt vorher ehrlich sagen.

      • drbruddler schreibt:

        Gab es dazu nicht auch ein Urteil der Grundgesetzhüter? Wie kann also eine Wahl überhaupt so gültig sein? Inweifern ist das eigentlich noch eine Wahl?
        Sie haben natürlich recht, das sollte jedem Wähler bewußt werden, der nicht die Blockparteien wählen will, denn die anderen kümmern sich nicht darum. Also muß das in die Wahlplakate aufgenommen werden, damit David gegen Goliath antreten kann.

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