Asozialer Wohnungsbau – 709 Abgeordnete ratlos in Berlin

So wohnt Reich
Hillary Clinton

Unsere Parteien sorgen zuerst einmal für ihr Personal und dann für ihre vermeintlichen Wählergruppen. Die CDU Abgeordneten in Baden-Württemberg wollen das für sie günstige Wahlrecht ( das zu vielen Überhangmandaten führt) und zusammen mit den anderen Parteien, die üppigen Pensionen für Abgeordnete nicht ändern. Da lässt man lieber die Schwarz/Grüne Koalition platzen.

Die Abgeordneten im Bundestag, die nicht in der Lage sind, in vernünftiger Zeit eine Regierung zu wählen, sind eifrig dabei die Ausschüsse zu besetzen obwohl nicht klar ist, ob die Ausschüsse zu der Struktur der Ministerien passen werden. (Besonders beliebt sind die Plätze im Tourismus Ausschuss!) Hauptsache man kann Funktionszulagen und zusätzlich (Partei)Personal beschäftigen. Dabei können die 709 Bundestagsabgeordneten und die etwa 2000 Hilfskräfte eigentlich gar nicht vernünftig arbeiten und schon gar nicht strategische Pläne entwickeln. Vergeblich sucht man Ausschüsse, die sich mit Wohnungsnot, Pflegenotstand, Armut, Neuen Technologien, Rente, Digitaler Infrastruktur, Bildung und Ausbildung sowie Zukunftsthemen befassen.

Weder die Regierung noch die Abgeordneten haben einen Plan wie sie z.B. den systematischen Mangel an bezahlbaren Wohnungen in den Großstädten angehen wollen. Niemand traut sich Prioritäten zu setzen. In Stuttgart hätte man anstatt einen 8 Milliarden teuren Bahnhof zu bauen mit etwa 3 Milliarden den alten Bahnhof auf Vordermann bringen und mit den restlichen 5 Milliarden etwa 25 000 Sozialwohnungen bauen können. Hamburg hätte anstatt der Elbphilharmonie etwa 5000 Sozialwohnungen bauen können. Das Argument, daß man damit viele Touristen anzieht, ist wohl nur vorgeschoben. Die Hamburger Miniatur Welt zieht mit einer Million Besuchern mehr Touristen an als die Elbphilharmonie und wird nicht durch öffentliche Gelder subventioniert! In Wahrheit hat man den Reichen in Hamburg eine schöne Spielwiese gebaut, die ärmere Hamburger allenfalls auf der Aussichtsplattform betreten dürfen. Mit einem funktionellen Flughafen könnte man auch in Berlin so viel sparen, daß man 25 000 Sozialwohnungen hätte bauen können. Auch damit hätte man den Fluglärm in den teuren Villenlagen reduzieren können was das Ziel der Bodenspekulanten war. Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer („der grüne Rebell“) schätzt, daß von den heute üblichen Preisen für Neubauwohnungen in Tübingen von 6000 €/qm etwa 3000 € durch Finanz- und Bodenspekulation verursacht werden. Boris Palmer macht auch Vorschläge wie man den Spekulanten das Wasser abgraben kann.

Beim Wohnungsbau explodieren in Deutschland die Kosten auch durch immer neue Auflagen. Dabei hat die DDR doch gezeigt, wie man mit wenig Mitteln Wohnungen für viele bauen kann. So mancher Berliner würde sich heute eine etwas modernisierte Plattenbau-Wohnung wünschen. In USA gibt es inzwischen private Initiativen, die Wohnungen in Fabriken ähnlich wie Autos mit niedrigen Kosten herstellen werden. Die Fabriken des StartUps Katerra werden sogar privat (Softbank, Japan) finanziert!

Für ein soziales Wohnungsbauprogramm müsste die Regierung aber wirkungsvolle Gesetze gegen die Boden- und Bauspekulation erlassen und die grüne Hemme gegen Neubauviertel überwinden. In Stuttgart wird wegen dreier Bäume mit Juchtenkäfern, (die illegal aus dem Balkan eingewandert sind) die EU in Brüssel bemüht! Die SPD in München hat Neubauviertel in München sogar in einer tiefschwarzen Umgebung geschaffen und punktet damit bei der Ansiedlung von großen Technologiefirmen. Auch die IT Nerds wollen einige Stunden am Tag in der eigenen Wohnung verbringen.

Ein Sonderpreis und Kommentatoren für Leser, die zu diesem Thema substantielles im GroKo Vertrag der beiden ehemaligen Volksparteien finden.

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Versager steigen auf – Nahles und Dobrindt

rZur Zeit wird nur über die nächste Legislaturperiode diskutiert. Dabei vergisst man, die Leistungen der Koalition und ihrer Minister in der letzten Legislaturperiode zu bewerten. Obwohl die Kanzlerin theoretisch die Richtlinien (so es denn welche gab) der Politik bestimmt, haben die Minister in ihrem Ressort sehr wohl Verantwortung als auch Möglichkeiten zur Gestaltung. Die größten Versager waren wohl der Minister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Alexander Dobrindt und die Ministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles.

Herr Dobrindt hat sich während seiner Amtszeit nur um die allgemeine Maut als bayrisches Steckenpferd gekümmert. Der Dieselbetrug, das Zusammenbrechen der Verkehrsinfrastruktur bei Bahn und Straße haben ihn wenig bekümmert. Ausser Bedienung seines Smartphones hat er auch wohl nichts von digitaler Infrastruktur verstanden. Deutschland ist in seiner Amtszeit sogar noch deutlich hinter andere EU Länder zurückgefallen.

Frau Nahles war sowohl für die Organisation der Arbeitswelt als auch für die Organisation der Rentenversicherung  zuständig und verwaltete mit 120 Milliarden € auch den größten Etat aller Ministerien. eigentlich ist es völliger Unsinn, dass die Renten als Staatseinnahmen, -ausgaben behandelt werden. Dadurch wird nur der Etat des Staates künstlich aufgebläht. Die Einnahmen und Ausgaben der Krankenversicherungen werden ja auch nicht als Staatsgelder behandelt. Frau Nahles war als Arbeitsminister zuständig für die Regelungen des Arbeitsmarktes und des Systems der Renten. Die nahezu ungeregelte Aufspaltung des Arbeitsmarktes zu Lasten der Arbeitnehmer mit unzähligen Detailregelungen generiert kurz- und langfristig große soziale Unsicherheit. Das klassische System mit Tarifverträgen der Gewerkschaften, wird durch das wachsende Segment der Unterlieferanten und Dienstleister unterlaufen. So können die Arbeitgeber Metall ihren regulären Mitarbeitern großzügig 6% Lohnerhöhung gewähren. Es gibt ja immer weniger mit diesen Privilegien. Lagert man 10% der Aufgaben aus oder verschiebt sie in billigere Ausland, ist die Erhöhung kostenneutral. Es entwickelt sich ähnlich wie in USA ein geteilter Arbeitsmarkt mit immer weniger gut verdienenden Mitarbeitern im klassischen Arbeitsverhältnis und Arbeitnehmern, die täglich um ihre Beschäftigung und ihre Arbeitszeiten kämpfen. Ideen wie man dieses Problem in den Griff bekommt, konnte man in der vergangenen Legislaturperiode nicht  erkennen.

In der Rentenversicherung gibt es viele Absichtserklärungen aber kein Konzept wie die Sozialrenten in 20 Jahren noch auf einem ausreichenden Niveau gehalten werden können wenn ein Großteil der Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor ohne Beiträge zur Rentenversicherung oder in langen Phasen der Arbeitslosigkeit verharrt. Konzepte wie z.B. in Dänemark sucht man vergeblich. Frau Nahles steht allerdings in der Tradition einer langen Reihe von Arbeitsministern. Die Lösung der grundlegenden Probleme überläßt man gerne dem Nachfolger. Es gilt weiter: Herrn Blüms Rente ist sicher – alle anderen sollten sich Sorgen machen wohin ihr einbezahltes Geld von der Poltik verschoben wird.

PS Taktisch klug haben sich Frau Nahles und Herr Dobrindt nach den Wahlen 2017 sofort aus dem Staub gemacht und ihre Scherbenhaufen bewährten Hinterbänklern von SPD und CSU überlassen. In der neuen GroKo werden sie wohl viele Felder finden auf denen man weiteres Unheil anrichten kann.

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