Steuern im Globalen Netzwerk im Zeitalter von IT Services, Cloud und SDN

Gordisch_sDas zur Zeit angewendete Steuermodell ist in seinen Grundlagen recht einfach und beruht auf einem geschlossenen Modell, wie es schon im alten Rom und in Assyrien  angewendet wurde.

  1. Jeder Produzent (Bauer, Handwerker, Fabrikant) produziert in einem Land und bezahlt Grundsteuer (unabhängig vom Gewinn) sowie eine Abgabe für die Erlaubnis zum Betrieb (Lizenz). Damit werden die Leistungen des Landes für Infrastruktur, Schutz und Sicherheit, Ausbildung der Arbeiter usw vergütet.
  2. Alle Bürger bezahlen Steuer auf ihre Einkäufe (z.B. Mehrwertsteuer), die meist vom Verkäufer eingezogen wird.

Etwas komplizierter wird es sobald Produkte aus anderen Ländern importiert oder in andere Länder exportiert werden. Jetzt kommen Import/Export Steuern und Verrechnungspreise ins Spiel. Damit können mächtige Länder ärmeren Ländern Preise und Lieferbedingungen vorschreiben. Die Marktteilnehmer können aber auch Gewinne und Verluste von Land zu Land verschieben und so ihre Steuern optimieren.

In der heutigen globalen Wirtschaft, in denen die Baugruppen eines komplexen Produkts wie z.B. iPhone in vielen verschiedenen Ländern gefertigt werden,  wird die Sachlage etwas kompliziert. Das iPhone wird z.B. von China an Apple weltweit ausgeliefert. Die Wertschöpfung in China beträgt aber nur einige $. Es sieht aber so aus, daß China für zig Milliarden $ hochwertige Elektronik an andere Länder liefert. Man muss bei Statistiken über den  Export auch die für die Herstellung der Produkte notwendigen Importe betrachten. Das wird z.B. von der deutschen Politik nicht angesprochen. Der deutsche Export wächst, weil wir immer mehr Teile importieren, die wir anschließend wieder als deutsche Produkte exportieren.

Das gängige Steuermodell kann noch immer auf die physikalisch greifbaren Teile angewendet werden. Das gängige Steuermodell versagt aber bei immateriellen Teilen des Produkts.

Gewinn, Design, Marketing, Patente usw können nicht mehr eindeutig einem Land zugeordnet werden. Software besteht aus unzählige Komponenten, die zum Teil kostenlos benutzt wird (Open Source – Getty Öllampen Prinzip). Andere Teile werden weltweit entwickelt. Beim iPhone schätzt man den immateriellen Anteil am Produkt auf etwa 50% des Verkaufspreises etwa 250 $. Gewinnmargen für diesen Teil des Produkts liegen bei > 80%. Apple bunkert zur Zeit etwa 200 Milliarden $ Gewinn im Ausland. Dieser Gewinn muss nach geltender Rechtslage in USA mit etwa 40% versteuert werden sobald Apple diesen Gewinn nach USA transferiert. Auch in USA kann man nicht wirklich reich werden wenn man seine Steuern redlich bezahlt.

Allerdings kann man auch nicht willkürlich für die EU Steuern in Irland verlangen. Der Anteil der Wertschöpfung am iPhone in Irland ist sehr gering. Die Wertschöpfung für die Siemens Chips im iPhone ist viel höher! Eventuell macht Apple mit seiner Gesellschaft in Irland real sogar Verluste! Das Verpacken und Versenden von importierter Hardware wird nicht sehr hoch bezahlt.

Das Problem mit der Besteuerung von IT Hardware entspannt sich mittelfristig. In der IT Industrie wird Hardware immer billiger. Gewinn wird mehr und mehr mit Services (dem Betrieb von Software) gemacht. Mit neuen Technologien wie Cloud und Software defined Networking kann man diese Services dynamisch auf Servern und Netzwerken in der ganzen Welt ausführen. Die großen Software Anbieter wie Microsoft, Google, Apple u.a. wollen keine Software mehr verkaufen, sondern nur noch als Service im Netz  gegen Gebühr anbieten. Alle Services werden über das Netzwerk erbracht – es gibt keine lokalen Verkaufsstellen mehr, an denen man z.B. die Mehrwertsteuer einziehen kann.

Die USA sind bei TTIP hauptsächlich am freien Zugang zu Services (inklusive Finanzdienstleistungen) in der EU interessiert. Sojabohnen und Hormonfleisch sind nur Nebenkriegsschauplätze für das Wahlvolk. Unsere Politiker haben das natürlich noch nicht erkannt. Digitale Naive in der EU können von den Digital Aktiven in USA  leicht über den Tisch gezogen werden.

Die fundamentale Erkenntnis, dass konventionelle Modelle für Wirtschaft und Recht in einer globalen IT und Service orientierten Welt nicht mehr angewendet werden können, ist in Politik und in der Bevölkerung noch nicht angekommen. Hilflos versucht die Politik (unabhängige) Schiedsgerichte für verschiedene Marktsegmente zu installieren, da die komplexe Welt mit lokalen Gesetzen nicht mehr beherrscht werden kann. Die Europäer, die traditionell in napoleonischer Tradition alles mit Gesetzen regeln wollen, stehen da gegen den pragmatischeren Umgang der Angelsachsen und auch der Chinesen wohl auf verlorenem Posten. Klammheimlich wird aber ein Schiedsgericht für Medien in Deutschland im September seinen Betrieb aufnehmen. Man hat auf diesem komplexen Feld wohl die ewigen Prozesse bei diversen Gerichten satt. Vor der Bundestagswahl 2017 sollte aber möglichst geheim bleiben, daß man mit deutschen Recht und Gesetz in der globalen Welt nicht mehr weit kommt.

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SPIEGEL befreit deutsche Kinder – dümmer geht’s nümmer

Kleine Rechenaufgabe Deutschland rechne

In der neuen Ausgabe des Spiegel Nr. 35 vom 27.8.2016 beklagt die Redaktion die Knechtschaft der deutschen Kinder, die unter ungeheurem Leistungsdruck von Alt-68er Lehrern unmenschlich überfordert werden. Der Gegenentwurf wird gleich auf dem Titelbild gezeigt – im Neuen Deutschland schaukelt das Kind sommerlich gekleidet mit Freude vor einem blauen Himmel, da es ja weiß, daß es auf die Schulnoten nicht mehr ankommt.

Zum Beweis werden vor allem Politiker angeführt, die es trotz schlechter Noten in die hohe Politik geschafft haben. Auch Schulabbrecher und Sitzenbleiber können erfolgreich sein.  Auch Wenigbegabte wie z.B. Andrea Nahles (Biografie), die 20 Semester brauchte bis zu ihrer Magister Abschlussarbeit mit dem Thema „Funktion von Katastrophen im Serien-Liebesroman„, kann in Deutschland Minister werden. Auch andere Studienabbrecher, Schulversager und sogar Schwindler wie Annette Schavan, Karl-Theodor zu Guttenberg oder Petra Hinz können in der Politik Karriere machen, da ja anders bei Positionen in der Wirtschaft oder beim Staat keinerlei formale Qualifikation nachgewiesen werden muss. Offensichtlich will uns der Spiegel schon im Ausblick auf die Bundestagswahl 2017 auf eine Welle der Inkompetenten vorbereiten. Häufig vertreten ist auch der Typ „Vorletzter bei der Damenwahl im Tanzkurs“ mit verminderter Sozialkompetenz.

Obwohl landauf, landab von der neuen Wissensgesellschaft geschwärmt wird, machen sich besonders die deutschen Politiker und „Kreativen“ für das Unwissen stark. Da reden Philosophen und Talkshowmoderatoren, die nicht einmal eine einfache Mathematikaufgabe (siehe oben) richtig lösen können über das Weltklima und den Klimawandel ohne auch nur die geringste Sachkenntnis zu haben oder sich von Experten beraten zu lassen. An den Universitäten wird die Generation PISA und Erasmus in die Hörsäle geschwemmt. Typisch ist z.B. die Frage einer aufgebrachten Mathematikstudentin im dritten Semester an ihren Professor: „Warum machen Sie denn hinter einige Zahlen ein Ausrufungszeichen? Die anderen Zahlen sind doch genauso wichtig!“ Wer hier nicht lachen muss hat entweder keinen Humor oder hat ein AMSS – Allgemeines Mathematik Schwäche Syndrom.

Anstatt sich für Unkenntnis und beschränkte intellektuelle Fähigkeiten zu schämen, kokettieren unsere Politiker sogar noch mit ihrer Unfähigkeit, z.B. die neue Finanzministerin in Baden-Württemberg Edith Sitzmann „In Mathe war ich wahrlich kein Glanzlicht“.  Dafür paßt sie hervorragend in das Anforderungprofil ihrer Partei. Offensichtlich hat sich in der Partei noch nicht herumgesprochen, daß in der heutigen komplexen Finanzwelt ein Finanzminister etwas mehr als die Addition von Ausgaben beherrschen sollte.

Hier beim Test (Vote) mitmachen . Schauen Sie sich an, wie ihre Mitbürger gerechnet haben!

Die Original Aufgabe Flugzeug und Auto Kolonne aus dem Artikel „In Mathe bin ich Deko“ der FAZ findet sich im Beitrag „Ingenieure – die Trottel der Nation„. Interessant sind hier besonders die Lösungen der FAZ Leser – klarer Fall von AMSS in dieser Kohorte.

Die Lösung des Wissenschaftlers und die Lösung in alten Mathelehrbüchern?

14 Millionen Aufrufe?

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