Was die Politik von der IT und dem Web lernen könnte – World Wide United

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One Cut Higher

Landauf landab diskutieren EU Politiker wie durch ihr segensreiches Tun Wirtschaftswachstum gefördert und die Bürger besser leben können. In der Realität sieht es dagegen in den meisten Ländern eher schlecht aus. Hohe Arbeitslosigkeit speziell bei der jüngeren Generation und immer höhere Abgaben für den Staat, der immer weniger leistet und seine Kernaufgaben an private Unternehmen abgibt, deren Leistung der Bürger zusätzlich zu den Steuern extra bezahlen muss (Straßen, Strom, Fernsehen, Bildung usw) sind an der Tagesordnung. Gesetze regeln immer mehr Details in Gesellschaft und Industrie während Lösungen für grundlegende Probleme wie Finanzsystem, erodierende Sozialsysteme, Zuwanderung, Arm-Reich Schere usw nicht einmal ansatzweise erkennbar sind. Die Politik wird zunehmend von einer technokratischen Kaste ausgeübt, die keine Erfahrungen aus der realen Welt einbringen kann und sich auf Eroberung und den Erhalt der Macht konzentriert.

Die IT Industrie und das World Wide Web sind dagegen ein Beispiel wie Wachstum und Verbesserung der Lebensqualität vieler Bürger ohne Einmischung der Politik entstehen können. Grundlage ist die Halbleitertechnologie (die Kohle der Neuzeit), die über Jahrzehnte immer mehr Computer Leistung bei sinkenden Kosten zu liefern erlaubt.  Darauf aufbauend hat sich eine Softwareinfrastruktur entwickelt, an der Millionen von Individuen mit ihren Ideen und praktischen Beiträge gearbeitet haben. Unzählige autonome Komponenten arbeiten über standardisierte Schnittstellen zusammen ohne dass je ein Parlament beschlossen hätte, wie diese Schnittstellen aussehen sollten. Ganz wichtig ist, daß dabei Privatpersonen und kleine Unternehmen mehr profitiert haben als die traditionell von der Politik geförderten großen monopolistischen Unternehmen. Ganz wesentlich für das System sind die freiwilligen unentgeltlichen Leistungen von Experten z.B. in Wikipedia oder in den technischen Foren. PCs und Mobiltelefone wären ohne die Unterstützung durch Texte und Foren von den meisten Anwendern nicht benutzbar.

Durch das WWW wurden globale Märkte geschaffen. Ein kleiner Unternehmer in Deutschland kann z.B. heute seine Produkte weltweit verkaufen ohne Zwischenhändler einschalten zu müssen (Amazon ist ein Auslaufmodell!). Durch Verbesserung der Arbeitsteilung und der Optimierung von Abläufen hat sich die Produktivität bei der Herstellung von Waren und Dienstleistungen enorm verbessert. Natürlich gibt es wie bei allen Umbrüchen Probleme, die aber meist durch die WWW Gemeinschaft schneller gelöst werden als durch Gesetze und politisches Geklüngel.

Ein ganz wichtiges Prinzip der weltweiten IT Infrastruktur sind gekapselte Funktionsblöcke, die selbständig geschaffen und verwaltet werden und nur über standardisierte Schnittstellen nach außen kommunizieren. Diese Schnittstellen sind aber nicht statisch sondern werden dynamisch erweitert, verbessert und wenn notwendig wieder aufgegeben z.B.wenn bessere Schnittstellen oder neue Methoden eingeführt werden.

In diesem System sind Nationalstaaten und Staatenverbünde wie z.B. die EU oder die USA eigentlich unsinnig und überflüssig. Bürger, Gruppen, Unternehmen und Staaten arbeiten in ad hoc Netzen auf freiwilliger Basis zusammen weil nur so die Frieden und Wohlstand auf der Erde gemehrt werden können. Natürlich braucht man für ein solch komplexes Netzwerk Regeln brauchen. Am Beispiel der IT und des WWW kann man aber erkennen, dass dies eventuell besser funktionieren kann als das Verharren in den politischen Modellen und Verhaltensmustern der Vergangenheit. Für die jüngeren Weltenbürger ist die Vision nicht so utopisch. Man wird aber wohl mindestens 30 Jahre brauchen bis die Macht der  „grauen“ Machthaber und deren Wähler gebrochen ist. Es lohnt sich aber bereits heute für WWU (World Wide United) zu arbeiten.

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Die Weiß-Blauen Erpresser – Bayern und Griechenland

Blue_StripesSchäuMerkel werden einmal mehr gewinnen – wir dürfen weiter  bezahlen. Das war schon seit langem klar. Die griechische Regierung hat schon länger erkannt, dass die EU und die Eurozone erpressbar sind und nutzt das einfach aus. Dabei kann man den Griechen ihr Verhalten nicht vorwerfen. Für die Unfähigkeit und Ungeschicktheit des Verhandlungspartners ist man schließlich nicht verantwortlich. Belanglos ist, dass sich dabei Juncker und diverse Abgeordnete im Europa Parlament, das bis heute keine eindeutige demokratische Legitimation hat, wichtig machen. ( Eine Stimme aus Luxemburg hat z.B. 10 x mehr Gewicht als die Stimme eines Deutschen!)  Die Schulden Griechenlands werden wie Schulden Irlands auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben und zusätzlich zum EU Netto Transfer von 24 Milliarden €/a wird mit einer EU „Hilfe“ das korrupte System in Griechenland weiter unterstützt (Blog Beitrag 2012: Das Problem Griechenlands sind nicht die Schulden sondern der exzessive Konsum). Wie immer ist das ganze alternativlos.

Nachdem die deutsche Regierung die zahllosen Verstöße gegen die EU und Euro Regeln geduldet hat, ist sie zahnlos und hat nur noch die Funktion das Zahlmeisters, der von den „Freunden“ schamlos ausgenommen wird. Die griechische Regierung ist dabei nicht besonders innovativ. Die Griechen wiederholen einfach die Methode mit der sie 1863 ihren bayrischen König verjagten (Entwicklungshilfe: Als die Griechen ihre bayrischen Reformer verjagten). Danach waren die deutschen Panhellenen etwas enttäuscht.

Irgendwie müssen sich die Bayern bei ihrem Griechenland Abenteuer mit einem griechischen Virus infiziert haben. Man hat schon ganz vergessen dass die Bayern mit ihrer Banken Großmannsucht im Jahre 2010 die schöne Summe von 210 Milliarden € in ihre Bad Bank verschoben haben. Man spricht da von „Vermögenswerten“, die man offensichtlich nicht so recht bewerten kann, hat man sich doch zufällig beim Jahresabschluss 2011 um 55 Milliarden € verrechnet. Etwas realistischer schätzt wohl ein amerikanischer Hedge Fond dieses Vermögen ein – sie wollten den ganzen Laden für 1 $ kaufen!

Ähnlich wie von Griechenland läßt sich die deutsche Regierung von den Bayern immer wieder erpressen. Gottvater Strauß hat es geschafft die CDU in Bayern zu blockieren und der bayrischen CSU einen Sonderstatus im Parlament zu verschaffen. Die CSU müsste eigentlich als eigene, kleine Partei ähnlich wie die Grünen oder die Linke behandelt werden. Durch einen Trick kann sie aber eine Fraktionsgemeinschaft mit der CDU bilden, solange die CDU nicht mit eigenen Kandidaten in Bayern antritt. Damit kann der bayrische CSU Schwanz mit dem CDU Hund wackeln. In der Fraktion hat die CSU wesentlich mehr Einfluss als wenn sie als eigene Partei antreten würde. Dann könnte sie auch mal bei einer CDU Koalition leer ausgehen. Kein Wunder dass die Bayern auf der Nase der Regierung fröhlich Schuhplatteln und immer wieder ihre Sonderwünsche wie Müttergeld, Maut, Stromnetze, Atommüll, G7 Gipfel u.a. erfüllt bekommen.

Bayern steht damit in einer seit Tausend Jahren etablierten Tradition (u.a.  Herzog Heinrich der Zänker). Da die Bayern als Bollwerk gegen die Türken (Ostmark) fungierten, hatten sie im Deutschen Reich immer eine Sonderrolle, die sie heftig ausnutzten. Sie waren auch maßgeblich daran beteiligt, dass Karl der V. mit seinen auf Schulden gegründeten Europaplänen scheiterte. ( Schäuble erhält Karlspreis zu Recht). Nachdem Bundeskanzlerin Merkel nicht einmal in ihrer Partei gegen Erpresser durchgreifen kann, steht sie im Europa der Egoisten auf verlorenem Posten.

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