Digital Naive im Bundestag

Cloud_GaunerLeider scheinen unsere Abgeordneten nicht auf die Mahnungen des Innenministers de Maizière zu hören, der den Bürgern vorwirft, allzu sorglos mit ihren Daten umzugehen. Durch die Blume heißt das, dass die Bundesregierung sich um die IT Sicherheit der Bürger nicht kümmern will. Die Bürger sollen gefälligst für ihre IT Sicherheit selbst sorgen.

Nun sind unsere Abgeordneten aber auch Regierungsmitglieder auf einen relativ einfachen Hacking Angriff reingefallen, wie ihn Tausende von Nutzern täglich erleben. Unsere Regierung hat dafür nicht einmal eine einheitliche Meldestelle und schon gar keine Behörde eingerichtet, die den Bürgern ähnlich wie bei einem Einbruch in ihr Heim helfen würde. Dabei kann die Regierung und das Abgeordnetenhaus auf viele Behörden zugreifen (u.a. das BSI), die eigentlich in der Lage sein sollten, die Bürger zu warnen und zu helfen. Die Regierung und die Abgeordneten sind aber anscheinend nicht in der Lage zu erkennen, dass die zuständigen Behörden nicht in der Lage sind (Organisation, Mitarbeiter, Skill) Schutz auf dem Stand der Technik zu gewährleisten. Das eigentliche Problem ist aber, dass im Bundestag nicht einmal einige wenige Abgeordnete die Probleme der IT Sicherheit im Ansatz verstehen, um aktiv zu werden. Es ist zu vermuten, dass es auf anderen Fachgebieten ähnlich aussieht.

Der Angriff war eher simpel und nicht von hochkrimineller Qualität wie er typisch ist für Geheimdienste. Die Bundestagsabgeordneten scheinen nicht einmal die einfachsten Regeln der IT Sicherheit zu kennen. Die Organisation Bundestag (verantwortlich ist der Bundestagspräsident) hat offensichtlich keinen Plan wie eine Grundsicherung mit Schulungen und technischen Kontrollen hergestellt wird. Das liegt natürlich auch an den Abgeordneten selbst, die schon quasi vom Beruf her ziemlich beratungsresistent sind.

Offensichtlich wurde der Virus über Email von Bekannten eingeschleust. Abgeordnete sollten wie jeder Email Benutzer wenigstens die grundlegenden Mechanismen und Sicherheitsmaßnahmen kennen.

  • Viren in Email werden heute meist mit Absendern von Bekannten verteilt (Whaling).
  • Jeder IT Benutzer sollte wissen, dass eine Email Absender ähnlich leicht gefälscht werden kann wie der Absender auf einem Brief. Dafür gibt es Software, die jeder Laie bedienen kann.
  • Bekommt man eine überraschende Email z.B. von Frau Merkel (siehe Blog Beitrag Phishing eMail von Bekannten vom 3.6.2011) , müssen sofort die Alarmglocken läuten.
  • Im „Digitalen A Dabei Wahn“ geben Abgeordnete, ihre Mitarbeiter und Parteigenossen ihre Kontakte über Facebook und andere Apps allgemein bekannt. Da kann man leicht Vertraulichkeit herstellen.
  • Jeder Email Benutzer sollte wissen wie man verdächtige Links erkennen kann (So erkennt man Phishing Email )
  • Auf jedem Gerät von Abgeordneten und Mitarbeitern muss ein professionelles Anti Viren Programm installiert werden.
  • Bundestagsnetze und Parteinetze müssen klar getrennt werden.
  • Grundsätzlich dürfen Mitglieder einer Firma (Bundestag) keine Software und auch keine Treiber selbständig installieren. Die Organisation Bundestag muss für eine einheitliche, sichere  Infrastruktur sorgen. Das scheint aber bei unseren Bundestagsabgeordneten nicht durchsetzbar zu sein. Es gibt aber offensichtlich keine Regeln, wie der Fall Edathy zeigt, was die Bundestagsabgeordneten mit ihrem Dienst PC machen dürfen und was nicht, wie ihre dienstliche Email zu handhaben ist (Fall Mappus und Gönner in Baden-Württemberg)  und welche dienstliche Daten auf privaten Geräten gespeichert werden dürfen. Typische Anzeichen eines IT Betriebs, der ausser Kontrolle ist.

Mittelfristig sollte der Bundestag davon abkommen. wichtige Dokumente per Email zu verteilen. In modernen IT Organisationen werden sensitive Daten zentral gespeichert und nur berechtigten Personen wird der verschlüsselte  Zugriff und die Bearbeitung erlaubt. Selbstverständlich werden die Zugriffe protokolliert. Es versteht sich von selbst, dass dann der Zugriff auf diese Daten professionell gesichert werden muss. Die Sicherheitsmaßnahmen und der Betrieb müssen überwacht und jeweils auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden. Leider scheint bei der Vergabe der Restrukturierung der Bundestags IT schon wieder die Politik wichtiger zu sein als die Sicherheit.

Beim Neuaufbau der Bundestags IT könnten sich dann auch einige Abgeordnete in die komplexe Materie IT Sicherheit einarbeiten und auch Gesetze und Infrastrukturen erarbeiten, die den Bürgern direkt nutzt. Im Moment arbeitet man ja nur an einer Meldepflicht für Angriffe auf Unternehmen. Die ganze Problematik der privaten IT Sicherheit einfach auf die EU Ebene zu schieben ist wohl wenig sinnvoll. Die Bürger haben ein Recht darauf, dass ihr „Digitales Heim“ ähnlich vom Staat geschützt wird wie ihre Wohnung und ihr Auto.

PS   Ein schönes Beispiel für Digital Inkompetenz aus der CDU Zentrale. Wie sollen denn die Anbieter von Internet Anschlüssen den Missbrauch bitte feststellen? Plant die CDU geheime Abkommen mit Russland und China?

Veröffentlicht unter Abgeordnete, Ärgernis, Innovation, Politik | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Der Gipfel der Inkompetenz – Umweltministerin Barbara Hendricks

Wendeplatte-FotoIn der Bundesregierung findet man genügend Minister, die für ihre Aufgabe keine Qualifikation haben. Die absolute Spitzenkraft ist aber sicher unsere Ministerin für Umwelt, Barbara Hendricks. Sie hat Sozialwissenschaft und Geschichte studiert und einen Abschluss als Lehrerin. Promoviert hat sie über das wichtige Thema  „Margarineindustrie am unteren Niederrhein“ . Frau Hendricks hat eine typische Parteikarriere in der SPD hinter sich. Ihre Bundestagsmandate erhielt sie immer über die Landesliste der SPD in NRW. Nie hat eine noch so kleine Mehrheit von Bürgern Barbara Hendricks ein Mandat gegeben. Sie hat jedoch durch die Größe des Landesverbandes letztendlich den Posten des Schatzmeisters in der SPD erhalten. Schatzmeister haben in den Parteien eine Schlüsselfunktion, da dort „kritische“ und „kreative“ Lösungen für den Umgang mit Geld gefunden werden müssen. Auch Herr Schäuble hat im Umkreis der CDU Schatzmeister den Weg zu einer Schlüsselposition gefunden.

Als Dank für treue Parteidienste und Verschwiegenheit erhalten langjährige Funktionäre dann irgendwann ein Ministeramt. Für Frau Hendricks blieb dabei nur das Umweltressort übrig, in dem man leider ein wenig Sachkenntnis braucht. Immerhin hat sie einige Berater, die ihr klar gemacht haben, dass das viel zitierte 2 Grad Ziel unsinnig ist. Die Erde erwärmt sich seit Jahrhunderten und es gibt keine Messungen, die nachweisen, wieviel erhöhte CO2 Werte zur Erhöhung der Temperatur beitragen. Man kann eigentlich nur  den CO2 Ausstoß verringern und dann hoffen, dass sich dann die Erde nicht mehr weiter erwärmt. Dabei ist der deutsche Beitrag sehr bescheiden. Werden alle Pläne der jetzigen Regierung umgesetzt, verzögert sich die Erderwärmung gemäß der gängigen Theorie um 14 Tage! Damit kann man nun wirklich nicht zum weltweiten Führer im Klimakrieg aufsteigen. Chefin Merkel will deshalb bis 2100 die gesamte Weltwirtschaft Dekarbonisieren und die gesamte Kohle und Ölindustrie ins Unglück stürzen. Da darf Frau Hendricks ja nicht widersprechen egal wie unsinnig diese Forderung ist. Wenn unsere Regierungen so weiter machen wie bisher so wird sich gar nichts ändern. Der systematische CO2 Ausstoß z.B. in Baden-Württemberg hat sich in den letzten 20 Jahren nicht geändert (festgestellt vom statistischen Landesamt B-W)! Ähnlich sieht es bundesweit aus –  Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Deutschland seit 1990 .

Treibhausgas Emissionen D

 

In diesem Diagramm, das nach internationalen Regeln erstellt wurde, sieht man dass in Deutschland die Emissionen in etwa gleich geblieben sind. Die Variationen lassen sich durch kältere und wärmere Winter erklären. Verblüffend ist aber, dass nach teilweiser Stillegung der Atomkraftwerke der CO2 Ausstoß entgegen der Erwartung aller Energieexperten nicht angestiegen ist. Den Energieexperten ist wohl nicht ganz zu trauen. Entgegen all dem Geschwätz hat Deutschland die Treibhausgasemissionen nicht verringert.

Stoppt man die Erderwärmung, würde man leider Herrn Putin weiter verärgern, der bei Erwärmung der Nordhalbkugel um einige Grad ähnlich wie die Chinesen und die Kanadier, riesige Landgebiete gewinnen würde. Man könnte allenfalls bei den Niederländern einige Punkte sammeln, wenn die Meere nicht weiter ansteigen würden – die sind aber seit 150 Jahren auch ohne vom Menschen verursachten CO2 Ausstoß gestiegen. Siehe: Globale Erwärmung – Wissenschaftler zum Anstieg der Meerespegel.

Sea Lvl Rise 20. Jhrhdt

Der Bevölkerung in Afrika sind Frieden und Wohlstand wohl wichtiger als das 2 Grad Ziel der Klimatheoretiker. Der Unterschied zwischen 40 und 42 Grad ist dort wohl nicht so signifikant.

Schaut man sich die Pläne von Frau Hendricks an, so sieht man eigentlich nur Pläne für Geldausgaben. Davon versteht sie ja als ehemalige Schatzmeisterin der SPD etwas. Mit 4 Milliarden € im Jahr für saubere Energien in Entwicklungsländern will Frau Hendricks die Welt retten. Zum Vergleich: die Mütterrente ist unserer Regierung im Jahr 6.7 Milliarden im Jahr wert – das ist aber auch eine wesentliche Wählergruppe. Das Klima wählt nicht!

Eilmeldung aus Elmau: Kanzlerin Merkel hat ihre G7 Partner (Lame Ducks) dazu gebracht, dem Ziel einer einer totalen Dekarbonisierung bis 2100 zuzustimmen. Eine wunderschöne symbolische Geste, die nichts kostet. Einen verbindlichen Plan für die nächsten 10 Jahre gibt es aber nicht.

Die deutschen Klimaschützer sollten hoffen, dass sich der Golfstrom abschwächt oder ganz zusammenbricht wie einige Klimakatastrofixe befürchten. Dann wird es bei uns um 20 Grad kälter und niemand beklagt sich mehr über die Erderwärmung

Veröffentlicht unter Ärgernis, Baden-Württemberg, Klima, Politik | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar