Studentenschwemme – es ist geschafft jetzt werden alle arm

NIXEine alte Regel im Geschäftsleben besagt, dass Geschenke an die Kinder die beste Bestechung sind. Da alle unsere Parteien in der gesellschaftlichen Mitte auf Stimmenfang gehen, hat man einfach akademische Titel verschenkt gemäß der Devise: „Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“. Leider garantiert ein akademischer Titel heute nicht einmal einen Arbeitsplatz beim Staat. Noch 2008 war der Anteil der Studienanfänger bei 36% eines Jahrgangs. Das sollte laut OECD dazu führen, dass Deutschland in der wirtschaftlichen Entwicklung gehemmt würde und massiv Fachkräfte aus dem Ausland angeworben werden müssen.
Statistik: Studienanfängerquoten an Hoch- und Fachhochschulen in Deutschland von 2000 bis 2012 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Die Zahl der Abiturienten ist in all den Jahren bei etwa 440 000/Jahrgang etwa gleich geblieben obwohl es immer weniger Jugendliche gibt. Dafür wurde der Anteil der Studienanfänger auf über 50% gesteigert. Das Regelschema funktioniert ganz einfach. Da sich kein Politiker traut die Zahl der Lehrer an Gymnasien und Hochschulen zu verringern, wird die Menge der Kunden erhöht. Natürlich muss man dafür die Anforderungen etwas reduzieren. Die Eltern sind zufrieden, die Schüler sind zufrieden, die Lehrer sind zufrieden – was will man mehr. Diesen Regelmechanismus kann man zur Zeit sehr schön in Baden-Württemberg beobachten. Der grüne Ministerpräsident (selbst Lehrer) und seine Regierung haben zunächst die Zahl der Lehrer und Hochschullehrer zur Lösung der selbst verschuldeten Probleme wie G8/G9, Gemeinschaftsschule, Inklusion usw  erhöht. Durch die dadurch generierten „höheren“ Ansprüche kommen viele Lehrer in den Genuss höherer Gehaltsstufen. Anschließend wird der erhöhte Personalbestand trotz abnehmender Geburtenrate nicht abgebaut. Diese Politik wurde schon von der CDU in B-W verfolgt mit dem Resultat, das man heute für die Renten der Staatsdiener, der größte Teil sind Lehrer,  mehr Geld ausgeben muss als für die Hochschulen und die Forschung. Merke: unsere Zukunft liegt in der Vergangenheit!

Die Dummen sind dabei die Studenten. Jetzt kommt die ab 2007 gestartete Welle von Absolventen aus den Hochschulen auf den Arbeitsmarkt und stellt verblüfft fest, dass es gar nicht so viele lukrative Stellen gibt, wie die Politiker immer gesagt haben. Die Presse hat das natürlich immer gern verkündet, die Lügen haben aber nicht die Pressevertreter erfunden. Das Überangebot an Kandidaten wirkt sich auch auf die Gehälter aus, über die es in Deutschland im Gegensatz zu USA keine verlässlichen Daten gibt. In vielen Branchen kommen die Hochschulabsolventen nicht einmal auf 50% des Lohns eines Flaschnergesellen. Dabei erklären ihnen die Arbeitgeber, dass sie eigentlich noch froh sein können, überhaupt eine Arbeit zu haben. Früher musste man dafür ja noch Lehrgeld bezahlen.Die häufig zitierte Statistik, dass Hochschulabsolventen weniger oft arbeitslos sind als weniger Gebildete, ist ja nur ein geringer Trost.

Selbst in der IT Branche sinken zur Zeit die realen Gehälter. Großfirmen wie IBM u.a. streichen die Firmenrenten und bezahlen nur noch Pauschalen. Die deutschen DAX Firmen „passen die Rentenzusagen an die Einsteiger an“. Durch die derzeitige Finanzpolitik können seröse Unternehmen gar keine langfristigen Zusagen für die Rente machen!

Viele der IT Spezialisten sind als „freie“ Berater für die großen Firmen tätig. Die vermeintlich hohen Einkommen relativieren sich aber sehr schnell wenn man berücksichtigt, dass man in diesem Geschäftsfeld auch mal einige Monate keine Arbeit findet (Schamfristen gegen Festeinstellung) und man seine Weiterbildung sowie die Alterversicherung selbst bezahlen muss. Beim heutigen Zinsniveau ist private Altersvorsorge kaum noch möglich.

Die Alternativen für die jetzigen Absolventen sind nicht sehr gut. Sitzen sie den Akademiker Berg aus in der Hoffnung, bei nachlassendem Angebot von Absolventen zum Zuge zu kommen, veralten ihre Kenntnisse und sie werden zu „alt“ und passen nicht in die jungen Teams. Verdingen sie sich für einen „Appel und ein Ei“ bei ausbeuterischen Arbeitgebern um überhaupt Arbeit zu finden, werden sie nach wenigen Jahren durch Neue ersetzt, die für niedrigen Lohn willig arbeiten.

Diese Situation findet man heute nicht nur in Krisenländern sondern in fast allen Ländern mit angelsächsischem Bildungssystem in denen jeder ein „Certificate“ aber kaum eine Ausbildung vorweisen kann. Zumindest die OECD hat damit ihr Ziel, die Angleichung der Bildungssysteme, erreicht.

PS Nach der Theorie der OECD müsste Russland eine blühende Wirtschaft haben, da Russland eine Abiturientenquote von 58% aufweist!

Veröffentlicht unter Ärgernis, Baden-Württemberg, Politik, Schule, Wirtschaft | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Globale Erwärmung – Wissenschaftler zum Anstieg der Meerespegel

Sea-Level-Rise-Globe Globale Pegel Änderungen Ref [2]

Bei der Diskussion um den Klimawandel wird häufig emotional diskutiert und diffamiert und weit weniger häufig werden die Fakten analysiert. Für Laien ist es bei der Vielzahl der Veröffentlichungen auf unterschiedlichstem Niveau kaum möglich, die Fakten zu erkennen und zu bewerten. Dieser Beitrag verwendet zwei seriöse wissenschaftliche Berichte aus England(1990) und USA(2014). Eine gute Zusammenfassung auf Deutsch gibt es vom Max Planck Institut für Meteorologie, eine typisch unseriöse Publikation. Berichte über gemessene Werte werden in einem Bericht mit Voraussagen über die zukünftige Entwicklung vermischt. Das ist ein typischer Wissenschaftlertrick. Man borgt sich die Seriosität von gesicherten Messwerten aus der Vergangenheit für spekulative Aussagen in der Zukunft.

Wichtig für das Verständnis ist für Nichtexperten zunächst, dass der Meeresspiegel sich nicht wie das Wasser in einer Wasserschüssel verhält. Es gibt sehr wohl Regionen auf dem Globus in denen der Meeresspiegel ansteigt und Regionen in denen der Meeresspiegel sinkt u.a. weil die Erdkruste steigt wie z.B. in Norwegen . Die Veränderung der Pegel ist ein Vorgang, der in den letzten 18 000 Jahren zu einer Erhöhung des Meeresspiegels um etwa 100 m geführt hat [1]. Die „Klimakatastrophe“ findet also schon einige Zeit auch ohne unser CO2 statt.
Das Übersichtsschaubild von Tamisiea et al. zeigt die wichtigsten Effekte und die benutzten Messmethoden.

Sea Level Measmt Scheme Messung des Meeresspiegels, Quelle [2]

Der Meeresspiegel wird sehr stark durch Winde und Meeresströmungen sowie durch die Verformung der Erdkruste (crust) beeinflusst. Erst durch moderne Messmethoden mit Satelliten und kann man die Meeresspiegel und das sich verändernde Erdoberfläche u.a. über das Gravitationsfeld messen. Von 1880 bis 1990 hatte man nur die üblichen Pegelmessungen zur Verfügung. Nur wenige Stationen (z.B. Baltimore) an der Ostküste der USA haben verlässliche Messwerte.

Auf Basis der konventionellen Pegelmessungen kommen Douglas et al. [1] zum Schluss, dass der Meeresspiegel in unterschiedlichen Regionen von 1880 bis 1980 um 1 bis 3 mm/Jahr gestiegen ist. Der Mittelwert liegt bei 1.8 mm/Jahr +- 0.1.

Die Messungen mit den neueren Verfahren auch mit Satelliten kommen zu einem ähnlichen Ergebnis mit einem Mittelwert von 1.9 mm/Jahr. Der Kurven zeigen Phasen bei denen der Anstieg schneller oder langsamer war. Eine systematische Beschleunigung des Anstiegs der Pegel nach 1950 (Beginn des Anstieg des CO2 Levels durch Industrie) ist nicht zu erkennen. Es hat aber immer wieder Phasen gegeben, in denen der die Pegel sogar sanken oder sich schneller erhöht haben. Offensichtlich ist unsere Erde seit der letzten Eiszeit auf einem sehr stetigen Kurs der Erwärmung und läßt sich durch die hektischen Aktionen der Menschen nicht stören – zum Glück.

Sea Lvl Rise 20. Jhrhdt Anstieg des globalen Meeresspiegels, Ref [2]

Referenzen

[1] Douglas, B. C., Global Sea Level Rise, Journal of Geophysical Research, Vol. 96, No. C4,  pages 6981-6992, April 15, 1991

[2] Tamisiea, M.E., Hughes, C.W., Williams, D.P., Bingley, R.M., Sea level: measuring the bounding surfaces of the ocean, Philosophical Transactions A of the The Royal Society, DOI:10.1098/rsta.2013-0336, 25 August 2014 (PDF)

Siehe auch: Wie wird der Einfluss von CO2 auf das Klima gemessen – überhaupt nicht.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , , , , | 3 Kommentare