Uli – Du bist nicht allein

Geld_IntAus vielen Untersuchungen ist bekannt, dass man mit Wetten, das sind letzendlich Spekulationen, kein Geld verdienen kann wenn alles mit rechten Dingen zugeht. Gewinne kann man mit Spekuationen machen, wenn man Insider-Informationen hat oder die Märkte beeinflussen kann, dies erklärt u.a. die Blüte der Lobby-Industrie. Otto Normalverbraucher hat in der Regel diese Optionen nicht und steht damit auf der Verliererseite. Ein schönes Beispiel ist die Geldpolitik der Schweiz. Wer vor 2011 wusste, dass die Schweizer Bundesbank gewillt ist, beliebig viel Geld zu drucken um den Kursanstieg des Schweizer Franken aufzuhalten, konnte viel Geld verdienen. Es ist sicher naiv anzunehmen, dass nur ein paar Angehörige der Notenbanker mit einigen Millionen davon profitiert haben. Irgendwo müssen die Milliarden von der Schweizer Bundesbank ja hingeflossen sein. Die Geschädigten halten meist still. Nur selten kommt heraus, dass man sich wie z.B. Müller Drogerie mit 400 Millionen € verzockt hat.
Ein dreistes Beispiel wie man Märkte manipulieren kann gibt der amerikanische Hedge Fund Manager William A Ackman. Nachdem er eine Milliarde $ auf den Kursverfall der Firma Herbalife, die Nahrungsergänzungs Produkte im Strukturvertrieb verkauft, gewettet hat und der Kurs nicht sank, startete er eine riesige Lobbykampagne, die der Firma schaden sollte. Kunden berichteten von Schäden durch Herbalife Produkte und Mitglieder der Strukturvertriebs enthüllten, wie sie von Herbalife ausgebeutet wurden. Zunächst hat Ackman nicht gewonnen, wohl weil ein noch mächtigerer Spekulant oder Herbalife selbst bessere Lobbyarbeit gemacht hat. Er gibt aber nicht auf – schließlich stehen 1 Milliarde $ auf dem Spiel.

Im kleineren Stil werden diese beiden Methoden gerne und oft angewendet, um Gewinne mit Spekulationen zu machen.

Eigentlich kann es Normalbürgern egal sein, wenn Spekulanten sich untereinander hohe Beträge abknöpfen. Leider kommt es aber häufig zu Kollateralschäden in der Realwirtschaft.

Ein ganz wesentliche Motivation für Spekulation ist die Geldwäsche. Hat man von irgendwo her einige Millionen illegal eingenommen, so kann man die nicht einfach am Bankschalter einzahlen. Hier hilft eine Armee von Personal Wealth Managern, das Geld entweder zu verstecken oder es legal auftauchen zu lassen. Eine beliebte Methode ist z.B. die Doppelwette. Der Investor kauft für 500 000 € eine Option 1 z.B. 100 Millionen Schweizer Franken für 90 Millionen € in drei Monaten zu kaufen. Da der aktuelle Kurs0.83 SFR /€ ist, lohnt sich das Geschäft nur wenn der Franken über 0.90 SFR/€ steigt. Gleichzeitig kauft der Investor für 500 000€ eine Option 2 in drei Monaten 100 Millionen SFR für 90 Millionen € zu verkaufen.  Das lohnt sich nur wenn der Kurs des Franken unter 0.90 bleibt.

Ändert sich der Kurs des SFR in den drei Monaten nicht und bleibt bei 0.83 SFR/€ dann enstehen aus Option 1 ein Verlust von 7 Millionen SFR Verlust und aus Option 2 ein Gewinn von 7 Millionen SFR. Das ist ein Nullsummenspiel egal wie der Kurs sich entwickelt. Da der Investor aber typisch 1 Million € als Gebühr bezahlt hat, machte er tatsächlich Verluste. Nur der Vermögensberater und seine Bank verdient etwas an dem Deal, der eigentlich unsinnig ist.

Für die Geldwäsche ist das aber sehr interessant. Man meldet dem Finanzamt nur die Option, die Gewinne macht und hat damit aus 500 000 € (meist geliehen) 7 Mio SFR „ehrliches Geld“ gemacht. Da Bank leiht gerne, da sie weiß, dass der Kunde erhebliche Mengen an Schwarzgeld als Sicherheit hinterlegen kann. Der Gewinn aus der Transaktion wird in Deutschland mit 25% Kapitalerstragsteuer pauschal besteuert. Danach kann mit dem „sauberen“ Geld in der Realwirtschaft gefeiert werden. In vielen Fällen ist es aber auch interessant Verluste zu machen und aus legalem Geld Schwarzgeld zu machen. Das braucht man im Fussballgeschäft als steuerfreie „Prämien“ für Spieler und Vermittler oder im Geschäftsleben für Bestechungen um an Aufträge in korrupten Staaten zu kommen.

Ganz Gierige wie z.B. Herr Hoeneß melden den Gewinn in der Schweiz (heimlich) und den Verlust beim Finanzamt in Deutschland. Mit dem Verlustvortrag kann man in Deutschland dann kräftig Steuer sparen, wenn man eigentlich den Spitzensteuersatz von 45 % zahlen müsste.

Jeder Finanz- und Vermögensberater (Personal Wealth Manager) hat solche und ähnliche Tricks mit strukturierten Finanzprodukten o.ä. in seinem Portofolio. Nachdem die Banken sich auf eigene Rechnung verspekuliert haben, versucht man jetzt die Kunden auf eigene Rechnung arbeiten zu lassen und dabei hohe und sichere Gebühren zu kassieren.

Allein in Deutschland gibt es wohl mehr als 1 Million Privatpersonen und Betriebe die beim Spekulationszirkus und Steuerbetrug mitmachen. Alle Fußballstadien Deutschlands wären bis auf den letzten Platz besetzt, wenn sich alle Spekulanten und Steuervermeider dort treffen würden. Sogar Gemeinden die Länder und der Bund machen bei diesem Geldkarussel mit, und sind täglich gefährdet, sich im Gestrüpp der Steuergesetze zu verheddern. Herr Hoeneß hatte das Pech, dass er den Insider Informationen über die große Amnestie für Schweizer Finanzsünden auf den Leim gegangen ist.

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Unheimliche Parteien Finanzierung – die Parteistiftungen

HBS Berlin

Sitz der Heinrich Böll Stiftung in Berlin
Quelle: Google Maps

Bei den Fernsehberichten über die Unruhen in der Ukraine tauchte immer mal wieder ein Experte der Heinrich Böll Stiftung auf, der offensichtlich die Verhältnisse gut kannte. Bei der Besichtigung der Villa des Staatspräsidenten wurde ein junger Ukrainer mit Familie, der perfekt Deutsch sprach, interviewt – offensichtlich ein ukrainischer Angestellter der Heinrich Böll Stiftung. Der naive Fernsehzuschauer denkt sich da, dass es doch schön ist wenn sich eine deutsche Stiftung um die Literatur in der Ukraine kümmert. Bei der Heinrich Böll Stiftung handelt es sich aber nicht um eine Organisation zur Förderung der Literatur sondern um die Stiftung der Grünen Partei, die sich einen prominenten aber doch unauffälligen Namen gegeben hat. Ähnlich arbeiten die Konrad Adenauer Stiftung(CDU), Friedrich Ebert Stiftung (SPD) und die Friedrich Naumann Stiftung (FDP).

Nun kann es den Bürgern relativ egal sein, wenn die politischen Parteien Stiftungen gründen und diese nach eigenen Regeln betreiben. Leider werden diese „Stiftungen“ aber vorwiegend mit öffentlichen Geldern finanziert.  Anders als bei der Wahlkampfkostenerstattung müssen die Parteien auch keinen Eigenanteil leisten.  Die Stiftungen sind in ihren Internet Auftritten sehr großzügig mit Berichten über ihre Tätigkeiten. Geschäftsberichte werden im Bundesanzeiger veröffentlicht – auf den Webseiten der Stiftungen sucht man diese vergeblich. Der letzte Geschäftsbericht der Konrad Adenauer Stiftung, den man im Internet findet, stammt aus dem Jahr 2007.  Fast der ganze Etat von 100 Mio € stammt vom Bund. Inzwischen haben sich diese Zuwendungen aber wohl gesteigert. Alleine die Grüne Heinrich Böll Stiftung erhielt 2012 59 Mio € gegenüber 39 Mio € im Jahr 2007. Diese Beträge stehen in keinem Verhältnis zu den Eigenbeiträgen der Parteien. Die SPD hat für den Wahlkampf 2013 etwa 20 Mio € ausgegeben, die GRÜNEN etwa 5 Mio €. Die Stiftung der GRÜNEN verfügt über einen ähnlich Jahresetat wie GREENPEACE in Deutschland (59 Mio € – allerdings aus Spenden). Greenpeace ist ja auch ähnlich undemokratisch organisiert wie die Parteistiftungen.

Geradezu abenteuerlich ist die Begründung der Konrad Adenauer Stiftung für die Finanzierung der Stiftung durch Steuergelder. Aus dem Auftrag zur politischen Aufklärung kann man wohl keine massive Tätigkeit im Ausland begründen. Man sollte sich da nur das Organigramm der FDP Stiftung ansehen mit Regionalbüros in der ganzen Welt. Da fallen viele Dienstreisen für die Stiftungsmitglieder an. Damit werden u.a. die Reisen von Herrn Genscher finanziert. Interessant wird sein, ob die Zuwendungen für die FDP beibehalten werden auch wenn sie nicht mehr im Bundestag vertreten ist. Hier handelt es sich ganz offensichtlich um illegale Aussenpolitik, wie sie die USA mit ihren Stiftungen betreibt.

Die Legitimation zur öffentlichen Finanzierung (Konrad Adenauer Stiftung)

Die Politischen Stiftungen sind ein wichtiger Teil der politischen Kultur der Bundesrepublik Deutschland. Sie leisten für das Gemeinwesen nützliche Arbeit (Kommissionsgutachten), so dass deren staatliche Förderung im öffentlichen Interesse liegt (BVerfG 2 BvE 5/83). Die Legitimation Politischer Stiftungen wird deutlich, wenn man ihre Aufgaben von den Funktionen politischer Parteien und dem Bildungsauftrag des Staates abgrenzt.

Mit dem Geld finanzieren die Parteien ihre Nachwuchsförderung mit Stipendien auch im Ausland, vergeben Aufträge an „unabhängige“ Wissenschaftler im In- und Ausland und beschäftigen amtierende und ehemalige Politiker in ihren Reihen (KAS siehe Lobbypedia). Auch Herr Wulff hat schon eine Stiftung gegründet und darf auf Zuwendungen des Bundes hoffen. Die Stiftungen (oder auch geschlossene Vereine wie die der Heinrich Böll Stiftung) haben, den Vorteil, dass sie ihren Geschäften frei von unabhängigen „Mitgliedern“ nachgehen können. Im Vorstand der Stiftungen sitzen Politiker und ihre Freunde sowie wichtige Lobbyisten. Die Konrad Adenauer Stiftung ist formal ein Verein, der aber nur 55 Mitglieder hat, die von den Mitgliedern selbst bestimmt werden. Zitat aus der Satzung der Konrad Adenauer Stiftung:

§3 Mitgliedschaft

Mitglieder des Vereins können nur natürliche Personen werden. Der Vorstand entscheidet über die vorläufige Mitgliedschaft. Die Bestätigung erfolgt durch die Mitgliederversammlung. Die Gesamtzahl der Vereinsmitglieder ist auf 55 beschränkt. Die Mitgliedschaft endet drei Jahre nach der Aufnahme, sofern sie nicht durch Beschluß der Mitgliederversammlung um jeweils weitere drei Jahre verlängert wird. Der Austritt aus dem Verein kann jederzeit erklärt werden. Die Mitglieder, die innerhalb einer Frist von drei Jahren an keiner Mitgliederversammlung teilnehmen, scheiden damit aus dem Verein aus.

Ein Mitglied kann auf Antrag des Vorstands durch die Mitgliederversammlung mit Zweidrittelmehrheit aus dem Verein ausgeschlossen werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Das Mitglied ist vor dem Beschluss zu hören.

§ 4 Aufbringung der Vereinsmittel

Die Mitglieder des Vereins sind zur Leistung eines Beitrages nicht verpflichtet.Die Mittel für die Vereinszwecke sollen durch Zuwendungen, freiwillige Beiträge und durch Spenden aufgebracht werden.

Besser könnte man einen Selbstbedienungsladen nicht definieren! (Der ADAC läßt grüßen)

Die Büros der Stiftungen liegen in besten Geschäftslagen – siehe oben die Lage des Büros der Heinrich Böll Stiftung in Berlin, Schumann Str. 8  – mitten im Zentrum aber doch im Grünen. Zur Erholung hat man natürlich noch ein paar exklusive Tagungsstätten auf dem Land oder im Ausland.

Beschäftigt werden in den Stiftungen gerne Jungmitglieder, die auf Laufbahnen in der Partei vorbereitet werden. In der Landwirtschaft würde man das als Inzucht bezeichnen. Das Schöne ist, dass sich die Parteien die Gelder für ihre Stiftungen im Parlament selbst genehmigen ohne dass ein ähnliches Aufsehen erregt würde wie bei der Diätenerhöhung.

Mit diesen Geldern werden auch Aktivitäten der Parteien im Ausland finanziert. Besonders Politiker in den kleinen EU Ländern sind für die Finanzierung aus Deutschland dankbar. Da wundert es nicht, dass nicht besonders sympathische Politiker wie Herr Schulz, EU Präsident werden oder die unbekannte Franziska Keller, Spitzenkandidat der Grünen für die EU Wahl wird. Es gilt auch hier der alte Spruch “ Am Gelde hängt, zum Gelde drängt doch alles.“ Gegen die Beträge, die in korrupten Ländern von Politikern eingesetzt werden, sind die Etats unserer Parteien aber eher auf dem Niveau von Trinkgeld.

Durch diese im Grundgesetz nicht vorgesehene Art der Parteienfinanzierung werden neue Parteien, die den Platzhirschen gefährlich werden könnten, massiv benachteiligt, da diese nicht auf eine ähnliche Infrastruktur zurückgreifen können. In den öffentlichen Medien sollte man allerdings erwähnen, welcher Lobbygruppe die vermeintlich unabhängigen Experten angehören bevor man ihnen eine große Plattform verschafft.

PS Siehe Artikel in der FAZ vom 26.12.2014 Verdeckte Parteienfinanzierung … geschätzt etwa 1 Milliarde € /Jahr. Parteispenden sind nur Kleingeld!

 

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