Unser Mittelstand hat Geld für Spekulationen übrig – Beispiel Drogerie Müller

Es ist gängige Medienpraxis auf die „bösen“ Spekulanten in der Finanzwirtschaft zu schimpfen. Dabei wird vergessen, dass z.B. unsere Rentenversicherer aber auch ganz normale Unternehmen an Finanzspekulationen teilnehmen worüber meist diskret geschwiegen wird. Ab und zu kommt doch etwas ans Tageslicht z.B. als Adolf Merckle mit Volkswagen Aktien gegen Porsche und die Banken spekulierte. Das Abenteur endete mit dem Tod von Adolf Merckle und der Zerschlagung seines Firmenimperiums.  Gegen das nahezu kriminelle Vorgehen von Porsche mit Unterstützung der Banken hatte Merckle keine Chance.

Drogerie Müller hat auf Aufwertung von Franken und Yen spekuliert und dabei wohl mehr als 400 Millionen € in den Sand gesetzt. Die gute Nachricht: unseren Mittelständlern geht es trotz ständiger Klagen so gut, dass sie offensichtlich viel Geld für Währungsspekulationen übrig haben. Im Falle Müller muss es sich um Nennwerte von mehr als  2 Milliarden € gehandelt haben. Durch die Flucht in sichere Währungen wie Gold im TresorSchweizer Franken und Yen musste deren Kurs eigentlich ansteigen – das habe ich auch gedacht aber nicht mit eigenem Geld darauf gewettet. Der Kurs des SFR stieg auch dramatisch an, bis die Notenbank die virtuelle Gelddruckmaschine anwarf und Franken in beliebiger Menge für Devisen ausgab. Die Schweiz fixierte den Kurs bei 1.20 SFR/€ und verdoppelte die Geldmenge in zwei Monaten.  Ganz ähnlich macht es nun Japan, dass die Geldmenge ähnlich vergrößern will, um die japanischen Rentner auszuzahlen und die Preise seiner Industrieprodukte zu drücken.

Viele Unternehmen würden bei einem Sonderverlust von 400 Millionen bei 2.68 Milliarden € Umsatz wohl in die Knie gehen. Müller hat wohl genug Geld auf die hohe Kante gelegt, um den Verlust abzufedern. Eventuell hat er das Geld ja vorher mit Spekulationen verdient.  Der Fall zeigt beispielhaft wie inzwischen die Spekulation auf den Finanzmärkten zum Tagesgeschäft auch für unsere Mittelständler geworden ist. Wenn es schief geht kann man die Verluste ja von der Steuerschuld abziehen und notfalls gibt’s dann halt ein paar Arbeitsplätze weniger in Deutschland.

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Alternative für Deutschland sollte Organisation im Web von den Piraten lernen

Reichstag_FA2008Die Piraten haben bei ihren Webtools etwas übertrieben und sind dann an einem Übermaß an Mitgliederbeteiligung gescheitert. Die Alternative für Deutschland hat offensichtlich das eigentlich schöne Problem, dass sie die eingehenden Mitgliedsanträge nicht schnell genug bearbeiten kann. Schließlich muss man alle Mitgliedsanträge prüfen, damit die junge Partei nicht von subversiven Kräften unterwandert wird. Mit einem Faxgerät und ein paar Mitarbeitern ist man da offensichtlich nicht schnell genug. Die AfD hat offensichtlich kein effektives Web basierendes  Verwaltungssystem. Jetzt rächt sich, dass man  Angebote für den Aufbau eines kostenlosen Administrationssystems abgelehnt hat, weil man dies am Anfang personell nicht unterstützen konnte. Die Organisation der AfD wird schon jetzt hinterfragt, da jetzt die Gründung der Partei und der Landesverbände im Hauruckverfahren durchgezogen werden muss.  Das gefährdet sowohl die demokratische Legitimation als auch die Zulassung zur Wahl2013. Eine Vielzahl von Aktivitäten muss bis zur Zulassung zur Wahl initiiert und gesteuert werden. Die Vorschriften für die Aufstellung der Landeslisten sind ja ziemlich detailliert. Da die Wahlkommissionen vorwiegend mit Juristen der Altparteien besetzt sind, wird sich da manch regelwidriges Haar in der Suppe finden lassen. Jetzt rächt sich, dass die Mitglieder der AfD schon etwas älter sind und junge Leute mit Erfahrung in der IT sich offensichtlich nicht in der AfD engagieren.

Nach dem Erfolg der Werbung für die AfD kann man jetzt auch ein effizientes Verwaltungssystem nicht mehr schnell aufbauen, da jetzt schon zu viele Leute bei eine solchen Projekt mitbestimmen wollen. Hoffentlich lernt die AfD jetzt, wie dringend notwendig moderne Web basierende Systeme für die politische Arbeit einer neuen Partei sind. Auch im neuen Bundestag sollte man möglichst schnell an einer zeitgemäßen Änderung der Geschäftsordnung und der Prozesse im Bundestag arbeiten. Die etablierten Parteien haben dazu wahrscheinlich aber nicht den Mut und die Expertise in den eigenen Reihen um eine solche Entwicklung zu planen und umzusetzen. Es lebe der Hammelsprung!

Status 2017: Die Unterwanderung der AfD ist längst passiert. Herr

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