Ärgernis – EU Forschungsprojekte

Um die Zusammenarbeit in der EU zu fördern wurden die EU Forschungsprojekte etabliert. Für ein typische EU Projekt müssen sich mehrere Forschungseinrichtungen und Unternehmen in Projekten zusammentun, um Geld von der EU zu erhalten (das natürlich vorher zum großen Teil aus Deutschland nach Brüssel überwiesen wurde). Die Hochschulen sind davon begeistert, da sie damit Mittel für die Forschung bekommen können, die ihnen ihr dafür eigentlich zuständiger Landesminister nicht gibt. EU Gelder gelten als Drittmittel und werden gerne als Index für Qualität und Geltung der Hochschule gewertet. Die Bezeichnung Drittmittel ist irreführend, da es sich nach wie vor um Gelder aus dem Staatshaushalt handelt, die nur über die EU umgeleitet wurden. Die Antragstellung ist natürlich so kompliziert, dass z.B. die Hochschulen u.a. die Fachhochschule Esslingen jetzt vom Bund extra Gelder erhalten, um Bürokraten einzustellen, die für die Bürokraten in Brüssel (und es werden immer mehr) die Anträge richtig ausfüllen und die nach Ausfüllen des Antrags zunächst mal in den nächsten zwei Jahren alle Anfragen der Brüsseler Bürokraten entgegennehmen.. Damit haben die hochbezahlten Bürokraten auch ein EU Forschungsprojekt. Das läuft dann unter der Überschrift „Forschungsförderung“.

EU Projekte sind bei den Hochschulen sehr beliebt. Rasch finden sich einige Freunde an Universitäten von Finnland bis Spanien, die auch gerne Geld hätten und die ihren spärlichen Reiseetat für Auslandsreisen etwas auffrischen und etwas Abwechslung in ihren tristen Forschungsalltag bringen wollen.

Schwieriger wird es schon, die bei EU Projekten geforderten Unternehmen zu finden, die bei der Sache mitmachen wollen, obwohl sie von der EU Mitarbeiter bezahlt bekommen und damit quasi umsonst Forschung betreiben können. Gründe für die Zurückhaltung sind u.a.

  • Die meisten Unternehmen haben schon längst keine Forschung mehr sondern allenfalls produktnahe Entwicklung.
  • Alle Teilnehmer des EU Projekts erhalten gleiche Rechte an den Ergebnissen. Wenn Unternehmen schon forschen dann wollen sei die Ergebnisse auch exklusiv nutzen.
  • EU Projekte brauchen meist bis zum Start 2 Jahre und haben dann eine typische Laufzeit von 2 Jahren. Meist dauern die Projekte aber länger, da die Hochschulen ja am Geldfluss und nicht an raschen Ergebnissen interessiert sind. (Wer neue Ideen aber kein Netzwerk in Brüssel hat bekommt natürlich keine Förderung). Unternehmen planen von Jahr  zu Jahr, häufig wird sogar kurzfristig nachgesteuert. Kein solide geführtes Unternehmen unterschreibt gerne Verträge für Forschung, die auf Jahre hinaus verpflichten, aber keine Ergebnisse garantieren.
  • Die Angehörigen der Hochschulen haben in der Regel Lehrverpflichtungen (besonders hoch an den Fachhochschulen, die jetz auch an die EU Töpfe wollen). In den Semesterferien geht die Arbeit meist schnell voran, da die Projektteilnehmer der Hochschulen hoch qualifiziert und motiviert sind. Sobald das Semester anfängt wird dann aber nur noch ein bischen geforscht weil die Beteiligten jetzt ihren Lehrverpflichtugen nachkommen müssen – sehr zum Leidwesen der Unternehmen, die ja möglichst rasch vorankommen wollen.

Für das Problem des mangelnden Interesses der Unternehmen gibt es verschiedene Lösungsmöglichkeiten.

  • Man betreibt EU Projekte, an deren Sinn man eigentlich nicht glaubt, nur um interessante Mitabeiter kennenzulernen und eventuell später einzustellen. Das ist für den Staat eine zwar teure Arbeitsvermittlung aber für Forscher und Unternehmen doch eine sinnvolle Sache.
  • Große deutsche Unternehmen benutzen EU Gelder gerne um  „problematische“ Mitarbeiter (gerne auch Personalreste in Bereichen, die man nicht mehr verfolgt) aus der regulären Entwicklung ruhig zu stellen. Man hat dann wenigstens die Unkosten abgedeckt und kann nach außen Pressemitteilungen geben, wie sehr man sich doch in der Forschung betätigt. Der wirklich wichtigen Sachen erledigt man natürlich intern.
  • Es hat sich eine ganze Wolke von sogenannten Unternehmen oder Abteilungen in Unternehmen gebildet, deren Geschäftszweck es ist, EU Gelder abzugreifen und die bei jedem Projekt mitmachen. Häufig sind das Ausgründungen aus den Hochschulen.

Besonders glücklich sind die EU Forscher, wenn es gelingt ein Großprojekt in der EU wie z.B. GALILEO oder ITER (natürlich in Frankreich an der Cote d’Azur) zu starten, an dem man jahrzehntelang forschen und entwickeln kann, wobei die meisten Beteiligten nicht an Ergebnissen interessiert sind. Wen man fertig werden würde – gäbe es ja kein Geld mehr.

Man muss sich fragen, wie lange sich Deutschland diesen Luxus einer europäischen Forschungsideologie mit hohem Bürokratieaufwand und hoher Ineffizienz noch leisten kann. Speziell die Finanzierung der Forschung über Drittmittel, die ursprünglich aus der Industrie stammen sollten aber meist nur über DFG und EU umgeleitete öffentliche Gelder sind, sollte dringend überprüft werden. So lange niemand das Preis/Leistungsverhältnis in Frage stellt, kann man ja lustig weitermachen.

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Das profitabelste Unternehmen in Deutschland ist ein Staatsbetrieb

Josef Ackermann, der Chef der Deutschen Bank, wird in Deutschland gerne als Symbol für Raffgier aber auch von vielen Politikern als genialer Wirtschaftslenker angesehen, weil er eine Eigenkapitalrendite von 25 % anstrebt (aber nicht immer schafft), während Otto Normalverbraucher für sein Geld auf der Bank oder für seine Lebensversicherung kaum auf 3% kommt. Man glaubt auch, dass solche hohen Renditen nur in der Privatwirtschaft von tüchtigen Managern erwirtschaftet werden können, die dafür auch Gehälter in der Größenordnung von Fussballstars erhalten müssen. Dabei macht Herr Ackermann einen recht lausigen Job wenn man seine Ergebnisse z.B. mit denen eines Betriebs des Landes Baden-Württemberg vergleicht. Der Betrieb erwirtschaftet verlässlich seit mehreren Jahrzehnten über 400 Millionen € Gewinn. Die Eigenkapitalrendite (bei 21 Mio € Eigenkapital ) ist über viele Jahre hinweg 2000 % (in Worten zweitausend). Die Topmanager sind ehemalige Politiker, die diesen Job als Pfründe vom Landtag erhalten haben und Gehälter zwischen 100000 und 300000 €  beziehen, nie eine Wirtschaftshochschule besucht und auch keine praktische Erfahrung aus der Wirtschaft haben. Es ist also keine Kunst eine hohe Eigenkapitalrendite zu erzielen gemäß der Regel „die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln.“

Der Schlüssel zum Erfolg dieses Betriebs ist das geschäftliche und politische Umfeld. Die Staatliche Toto-Lotto Gmbh Baden-Württemberg hat nämlich das Monopol auf die Toto und Lotto Wetten in Baden-Württemberg und damit das Monpol, den Bürgern Geld abzuknüpfen, ohne einen vernünftigen Gegenwert dafür zu liefern. Aber Bürger, bei denen die Wahrscheinlichkeitsrechnung mangels Mathe Lehrern in der Schule ausfiel, sind offensichtlich bereit für die Illusion des Reichtums ohne Arbeit kräftig zu bezahlen.  Mit einem Monopol können die dümmsten Bauern auch kleine Kartoffeln mit hohen Gewinnen verkaufen.Typisch ist, dass solche Monopole kriminelle Elemente magisch anziehen. Die Einnahmen der Toto/Lotto Gesellschaft gehen im Moment zurück, da vor allem die Internet Wettbüros das Monopol unterlaufen und höhere Erfolgsquoten versprechen.

Eine Banklizenz (Bert Brecht: Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?) begründete schon immer eine Monopolstellung und wurde schon immer mit Neid betrachtet. Die deutsche Finanzkrise in den Gründerjahren (1873 in den USA durch Bankenderegulierung und Immobilienspekulation ausgelöst!!!)  wurde ganz wesentlich dadurch verursacht, dass man jedem deutschen Schwindler eine Banklizenz gab, um das Monopol der damals vorwiegend jüdischen Banken zu brechen.  Nachzulesen in dem heute wieder aktuellen Buch von Ferrari Zumbini:  Die Wurzeln des Bösen.  Wirklich geholfen haben dagegen den Menschen, die Gründung von genossenschaftlichen Handels- und Banken z.B. durch Raiffeisen , denen es wirklich gelang die existierenden Handels- und Bankenmonopole zu brechen. Für einen typischen deutschen Bürger sind bis heute die Angebote der Raiffeisenbanken und Sparkassen völlig ausreichend. Dieser Bereich ist auch hinreichend und zufriedenstellend geregelt. Eigentlich muss man nur die Beteiligung an Großbanken wie z.B. den politisch gesteuerten Landesbanken verbieten.

Ganz wesentlich leben aber die Großbanken auch heute von den politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Monopolstellungen, die sie mit vielen Lobbyisten, eingekauften ehemaligen Politikern und Parteispenden geschickt verteidigen und ausbauen. Die Gewinne werden dort vorwiegend nicht aus marginalen Zinsdifferenzen gemacht (Spruch des damaligen Chefs der Deutschen Bank „Ich möchte keine Kunden mehr sehen.“!), sondern aus Gebühren für oft unsinnige Transaktionen. Wie beim Toto/Lotto braucht man aber ein paar Dumme, die laufend Geld in das System einfüttern. Große Summen gibt es da nur beim Staat (wenn die Schulden täglich umgeschichtet werden) und bei Versicherungen, deren Geld man solange verschiebt bis es durch die Gebühren aufgezehrt ist. Man muss nicht unbedingt eine Madoff Pleite hinlegen, um das Geld der Kunden versickern zu lassen. Eine wirksame Bekämpfung dieser Machenschaften erreicht man nicht durch Steuern oder Regulierung sondern ganz einfach dadurch, dass man das Bankenspiel nicht mehr mitmacht und kein neues Geld in das System gibt.

Wer weiß was: Wieviel Gebühren werden jährlich für die kontinuierliche Umschuldung der Staatsschuden bezahlt?

Die Firma Toto/Lotto wäre sofort Pleite, sobald die Kunden vernünftig handeln würden. Ähnlich ist es auch bei den Banken, die aber aus gutem Grund auf die Politiker als Hauptkunden und Regulierer setzen. Freie Abgeordnete müssen bei dem Spiel nicht unbedingt mitmachen.

Wer weiß was: Große Teile des Gewinns der Toto/Lotto Gesellschaft gehen an den Wettmittelfonds des Landes Baden-Württemberg.  Das waren 2009/2010 126,46 Mio. Insgesamt wurden für das Land 368 Mio € eingenommen, davon 159 Mio € als Lottersiesteuer und 209 Mio € an Zweckerträgen. Wo gehen die fehlenden 85 Mio € hin ?

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