Energiepolitik – rational und persönlich

Die zur Zeit geführte Diskussionen um die Stillegung von Atomkraftwerken, Förderung von Fotovoltaik und Windenergie zeigt einmal mehr, dass die Politiker und in ihrem Schlepptau die Medien komplexe Zusammenhänge nicht erkennen können oder wollen. Zunächst wird die ganze Diskussion möglichst hoch und abstrakt aufgehängt. Es wird der Weltuntergang heraufbeschworen, wenn es nicht gelingt die CO2 Emissionen auf der Welt zu verringern. In Wissenschaftskreisen sind die bisher üblichen Übeltäter wie Atombombe und Treibhausgase im Moment nicht mehr so populär! Die CO2 Weltuntergang Vision reiht sich nahtlos in die seit Jahrtausenden gepflegte Geschichte der kommenden Weltuntergänge ein, die von Kirchen und Wisssenschaftlern prophezeit wurden, meist um von den Problemen der realen Welt abzulenken und Ablaß zu kassieren. Gott sei Dank haben die Propheten meist auch ein Gegenmittel parat um den Weltuntergang abzuwenden. Geschichtlich am überzeugendsten ist zur Zeit das Beten, immerhin haben die Gebete des Papstes, der Adventisten usw den Weltuntergang seit mehr als 2000 Jahren erfolgreich verhindert.

Ob die CO2 Emmissionen den Weltuntergang oder nur anderes Wetter verursachen wird sich zeigen. Zum Glück sind auf unserer Erde genügend Regelmechanismen wirksam, die langfristige Schreckensszenarien entschärfen. Als Privatperson kann man den Szenarien eigentlich recht ruhig ins Auge sehen.

Allerdings gibt es einen wichtigen Grund den persönlichen Energie- und damit CO2 Verbrauch zu reduzieren – er kostet nämlich Geld. Es ist absehbar, dass die Drohszenarien des kommenden Weltuntergangs hauptsächlich dem Zweck dienen, die Preise für Energie zu erhöhen. Das kann man an seinen jährlichen Stromkosten deutlich sehen. Alle zur Zeit durchgespielten Szenarien für die Energieversorgung laufen darauf hinaus, dass die Bürger mehr zahlen müssen. Das wird schon als selbstverständlich angesehen und gar nicht mehr diskutiert – wer will sich schon als Ökoferkel outen? Das traut man sich ja selbst am Küchentisch nicht mehr.

Es lohnt sich deshalb sich einmal darüber klar zu werden, wieviel Energie man verbraucht und bezahlen muss. Das kann man sehr schön mit einem CO2 Rechner für den Haushalt machen. Die folgende Tabelle zeigt den Energieverbrauch und den dadurch verursachten CO2 Ausstoß für einen gehobenen deutschen Mittelstandhaushalt mit zwei Personen, der im bescheidenen Eigenheim  mit 130 qm Wohnfläche und mit einem Mittelklassewagen im typisch deutschen Stil lebt.

Man sieht dass der Großteil der CO2 Emissionen durch Individualverkehr (42 %) und Heizung (47%) verursacht wird. Haushaltsstrom trägt nur mit 10% bei. Es ist also ganz offensichtlich, dass der Streit um etwa 20% Atomstromanteil, das heißt etwa 2% der Gesamtemmissionen wirklich nur ein Streit um Kaisers Bart ist, den Ökopaxe, Politiker und Energieexperten verbissen austragen. Das kam oh Wunder auch beim Expertengutachten der Bundesregierung heraus und Herr Röttgen und Herr Brüderle haben das sogar verstanden.

Berechnet man den persönlichen  ökologischen Fußabdruck (was immer das Maß auch bedeutet) so verschieben sich die Verhältniss etwas, was aber sicher daran liegt, dass beim Fußabdruck Rechner die Daten nicht exakt eingegeben, sondern geschätzt werden.

Zum Vergleich – der nackte Mensch ohne Auto, Haus und Strom stößt nur etwa 17 kg CO2 im Jahr aus. Das ist wohl die Untergrenze, die nur bei einer Urnenbestattung im Friedwald unterboten werden kann – da kann man sogar negativen CO2 Ausstoß erreichen.

Will man seinen persönlichen CO2 Ausstoß verringern gibt es ganz einfache, wirksame Möglichkeiten die keinerlei Investitionen erfordern und sofort positiven Cash Flow generieren

  • Man fährt 50% weniger Auto
  • Man verzichtet auf Urlaubsreisen im Flugzeug
  • Man reduziert im Eigenheim die geheizte Fläche oder steuert die Heizung in einzelnen Räumen bedarfsgerecht (vorausgesetzt ein Ökopax hat ihnen keine Fußbodenheizung angedreht, die man nicht vernüftig regeln kann)

Allein mit diesen einfachen Massnahmen lässt sich der CO2 Ausstoß soweit verringern, dass man unter den Plänen der Bundesregierung bleibt. Sie leisten damit einen überdurchschnittlichen Beitrag zum Klimawohl Deutschlands. Falls sie ihren ökologischen Fussabdruck aber noch weiter reduzieren wollen, sollten sie eine Großfamile in ihr Haus aufnehmen. Der Energieverbrauch steigt da zwar ein bischen, verteilt auf etwa 10 Personen liegen Sie dann aber bei Ökoschuhgröße 12 weit unter dem Durchschnitt. (Die größten Ökoferkel sind die typischen Grünen Witwen, die allein im zu großen Haus wohnen und zu jeder Demo in der Oberklassenlimousine anreisen!)

Falls sie zuviel Geld haben, das sich nicht zu vernünftigem Zins anlegen lässt, können sie mit Investitionen ihre Ökobilanz verbessern und das Einkommen der lokalen Handwerker aufbessern

  1. Isolierung des Hauses zur Verringerung der Heizkosten – das rentiert sich typisch erst nach 15 Jahren
  2. Solartherme auf dem Dach installieren – das rentiert sich ebenfalls erst nach 15 Jahren
  3. Anschaffung eines 3 Liter Autos mit Hybridmotor – das rentiert sich nur wenn sie gerade eine neues Auto brauchen und ihr altes Auto zusammenbricht.

Was sich in den nächsten Jahren wohl nicht rentiert ist eine Photovoltaikanlage auf ihrem Dach – ausserdem ist ja da schon ihre Solartherme. Durch Investitionen in die zur Zeit noch zu teure Photovoltaik tragen sie dazu bei, dass ihr und unser aller Strom immer teurer wird. Wer glaubt die Politik werde ihre Zusagen für die Subventionierung der Zwangseinspeisung über die nächsten Jahrzehnte einhalten, sollte sich den Prozess zur Verlängerung der Laufzeiten bei Atomkraftwerken ansehen.

Interessanter sind da neue Technologieentwicklung (z.B.Lichtblick ) mit denen sich die Verbraucher von den Stromkonzernen unabhängig machen können. Leider ist man dort vom Erdgas und Herrn Schröder’s Kumpanen abhängig – fast so schlimm wie der Weltuntergang im CO2 Sumpf. Da lohnt es sich wohl noch 10 bis 15 Jahre zu warten bis die Potovoltaikanlagen aus China richtig billig werden. Die Subventionen in Deutschland verhelfen nur marginal profitablen PV Unternehmen in Deutschland zum kurzfristigen Überleben. Gegen die massiven direkten Investitionen in Südkorea und China haben PV Unternehmen in Deutschland mittelfristig keine Chance.

Bei der Windkraft und Meeresströmungskraftwerken wird sich zeigen ob die Grünen nicht nur Windkraftwerke sondern auch die dafür notwendigen Stromleitungen ohne Rücksicht auf Gelbbauchunke und Waldmeise unterstützen werden. Für die persönliche CO2 Bilanz ist es von untergeordneter Bedeutung wie der persönliche Strom generiert wird. Stromsparen ist einfacher und billiger.

PS Zusätzlich zum Energieverbrauch im privaten Haushalt verbrauchen wir auch Energie um unseren Lebensunterhalt zu verdienen und unsere Konsumgüter herstellen zu lassen. Hier haben wir bereits eine gute Strategie – wir lagern die Herstellung energieintensiver Vorprodukte (Aluminium, Eisenguss) einfach ins Ausland aus. Dann sind die anderen die Umweltferkel. Ganz gewiefte fahren einfach zum Tanken nach Luxemburg oder Österreich. Eventuell stiften wir unsere Mitmenschen in der Welt auch mit unserem Beruf z.B. in der Autoindustrie an, unsinnig Energie zu verbrauchen.

PS Einen recht guten Überblick zu Klimawandel und Folgen gibt der Physiker  Prof. Gerd Ganteför, Freiburg in seinem Artikel Die Klimaerwärmung- Weltuntergang oder Bedrohung

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3 Antworten zu Energiepolitik – rational und persönlich

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