Oettingers Rache – EU Klimapolitik

Die grüne Bewegung hat in Deutschland für saubere Flüsse und verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Resourcen gesorgt. Die heute viel diskutierte Begrenzung des Co2 Ausstosses von Autos (und erhöhte Sicherheit) kam aber weder von den Grünen noch von den fortschrittlichen deutschen Autoherstellern. Die Autos wurden per Dekret der Amerikaner in Kalifornien sauberer, die damit ganz pragmatisch ein Umweltproblem speziell im Raum Los Angeles lösen wollten. Unsere Autobauer haben mehr oder weniger schnell Autos entwickelt, welche die strengen Abgasregeln in Kalifornien erfüllen. Dabei gab es kein Meckern und Lamentieren. Dagegen wurden sie „sauberen“ US Modelle erst viel später in Deutschland ausgeliefert. Ganz ähnlich war es bei der Einführung von Sicherheitsgurten, die in den USA schon Jahre vor Deutschland vorgeschrieben waren.

Nachdem sich Themen wie das Waldsterben in Deutschland von selbst erledigt haben und man auch die wandernden Kröten fest im Griff hat, sind die grünen Ökopaxe auf die Ersatzreligion „Klimaerwärmung“ speziell durch vom Menschen verursachten CO2 Ausstoß gekommen. Einigermaßen Einverständnis herrscht darüber, dass die mittlere Temperatur der Erde in den letzten hundert Jahren um etwa 0,8 Grad angestiegen ist. Es wird dabei aber nicht erwähnt, dass in den Jahren zuvor (kleine Eiszeit um 1900) die Temperatur abgefallen ist. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn nicht die Öffentlichkeit und andere Parteien im Kampf gegen die Grünen diese Untergangsszenarien und diese Ersatzreligion unbesehen verinnerlichen würden. Da man in den Länderparlamenten die Klimaideologie nicht so einfach umsetzen kann, geht man den einfacheren Weg über die EU.

Nun ist es durchaus so, dass der Mensch besonders das lokale Klime vielerorts verändert hat. Es kann auch sein (manche dafür gutbezahlte Wisssenschftler halten das auch für bewiesen), dass die Temperaturen auf der Erde durch vom Menschen verursachte Treibhausgase steigen und dass die Gletscher stärker wegschmelzen, weil die Menscheit zuviel Dreck vor allem mit Flugzeugen in die Luft geblasen hat. Bei der Diskussion um wieviel Milligrad die Temperatur durch den Einfluß von Treibhausgasen nun ansteigt wird völlig vergessen, dass das für die generelle Entwiclung der Temperatur auf der Erde ziemlich irrelevant ist. Schon in geschichtlich kurzen Zeiträumen gab es Warmzeiten (800/900 und 1200/1300) und kleine Eiszeiten (1500, 1700, 1900)  in denen sich die Durchschnittstemperaturen um einige Grade änderten, ganz ohne dass die Menschheit nennenswerte Mengen von CO2 in die Luft geblasen hätte. In der Eiszeit vor ca 35 000 Jahren, haben es die Schwaben nur in gut geheizten Höhlen ausgehalten. Es ist einfach Hybris, wenn viele Menschen heute glauben, sie könnten durch menschliche Eingriffe die globalen Temperaturschwankungen auf der Erde in den Griff bekommen.

Eine Tatsache ist dagegen, dass die fossilen Brennstoffe begrenzt sind und irgendwann in Zukunft nicht mehr zur Verfügung stehen (u.a. löst sich dann das CO2 Problem von alleine). Diese Tatbestand ist weit besser gesichert,  auch für Laien einsehbarer und bei steigenden Energiepreisen unmittelbar erlebbarer als die Co2 Ideologie.  Das ist sicher ein Grund, mit diesen fossilen Brennstoffen sorgsam umzugehen – das verlangt auch das Prinzip der Sparsamkeit, dass von jedem Ingenieur (und Schwaben) schon immer befolgt wird.

Bedenkt man, dass fossile Brennstoffe eigentlich erst seit 100 Jahren intensiv genutzt werden und die Vorräte wohl noch für 200 Jahre reichen, gibt es im Moment keinen Grund zur Panik. Es gibt aber viele Gründe zur Vorsorge und für vermehrte Anstrengungen in Forschung und Entwicklung zur Einsparung von Energie und Nutzung alternativer Energiequellen. Dabei wird der zukünftige Energieverbrauch der „emerging countries“ eine weit größere Rolle spielen als unsere möglichen Einsparungen.

Die Politik schwingt nun in der EU aber die Peitsche über Otto Normalverbraucher, dessen Energieverbrauch man durch allerlei bürokratische Vorschriften und viel lieber noch durch ökologisch begründete Steuern auf Energie und recht willkürliche Subventionen, die vom Verbraucher bezahlt werden müssen, reduzieren will. Trotz effizienter Kraftwerke und KKWs zahlen die Deutschen im EU Vergleich aber den zweithöchsten Preis für Strom in der EU.  Das zeigt, dass sich Energiesparen nicht unbedingt für die Verbraucher auszahlt.

Schaut man sich einmal an, wieviel Energie eine durchschnittliche vierköpfige Familie so etwa im Jahr verbraucht und benutzt man die vielzitierte Produktion von CO2 oder Heizöl als Meßgröße so erhält man etwa folgende Zahlen für den Jahresverbrauch:

Strom  (4000 kWh/Jahr)                               2000 kg CO2   entspricht    820 l Heizöl
Heizung (3000 l/Jahr)                                    7300 kg Co2    entspricht  3000 l Heizöl
Auto (10 000 km – 700 l/Jahr))                    1700 kg Co2    entspricht    700 l Heizöl
Flug(1x Europa – 4 Personen)                        1600 kg CO2   entspricht    650 l Heizöl

Man sieht sofort, wo man am einfachsten ohne größere Problem sparen kann. Man verzichte einfach auf den Flug mit der Familie in den Urlaub! (Wer sich das nicht leisten kann, ist ökologisch schon fein raus). Das kostet kein Geld – man spart dabei noch. Interessanterweise wird der unsinnige Energieverbrauch durch Flüge nicht einmal besteuert. Absolut unsinnig ist es wie in Stuttgart im Projekt S21 gepriesen, den Flughafen an die Bahn anzuschließen, damit noch mehr Fluggäste die Umwelt verschmutzen.

Die vieldiskutierte Minderung des Verbrauchs von Autos (z.B. von 7 l/100 km auf durchaus machbare 3,5 l/100km) bringt eigentlich ausser hohen Kosten nur eine geringe Einsparung. Auch Elektroautos werden keinen wesentlichen Beitrag leisten. Größere Einsparungen erreicht man einfacher und wesentlich billiger durch Einbau von automatisch geregelten Heizkörperthermostaten an den heute gebräuchlichen Heizkörpern. Ziemlich unsinnig sind auch die immer größeren Wohnflächen/Person in Deutschland, die meist unnötig Tag und Nacht beheizt werden.  Elektrische Energie durch Photovoltaik zu gewinnen ist bei den heutigen Preisen völlig unsinnig. Die richtige Politik wäre hier, einfach mit den Investitionen zu warten, bis die Geräte billiger werden. Das passiert heute weitgehend durch die Konkurrenz in China und nicht durch die unsinnigen Subventionen in Deutschland.  Ähnlich sollte man bei der Förderung von Windenergie vorgehen. Es reicht aus, genügend Standorte auszuweisen (das hat die CDU in Baden-Württemberg ja bisher nicht gemacht) und dann dem wirklich offenen Markt das Feld zu überlassen. Der Fortschritt in der Technologie der Windräder mit sehr großen Rotoren macht es plötzlich in vielen Regionen in Baden-Württemberg (Windkarte) möglich, Windräder effizient zu betreiben. Dann braucht man auch nicht die vielen Starkstromleitungen, die von der Küste den Strom in den Süden transportieren sollen. Dies ist nur ein Beispiel wie Veränderungen in der Technologie politische Theorien untergraben. Verzögert sich durch die die Nutzung der neuen Technologien der Ausbau der Windenergie um einige Jahre ärgert das Herrn Oettinger, freut aber die Verbraucher, da sie keine irrsinnig hohen Investitionen tragen müssen. Ganz im Gegensatz zut Politik der EU und der Bundesregierung muss es das Ziel der Verbraucher sein, mit lokalen Lösungen unabhängiger von den großen Energiekonzernen zu werden, die ihre Monopolstellung massiv ausnutzen. Da kann man jetzt als Bürger schon abstimmen und z.B. von der EnBW zu einem lokalen Anbieter wechseln und dabei auch noch Geld sparen!

Die Heizkosten kann man mit der heute verfügbaren Technik mit Außenisolierung im Altbau um 50% reduzieren. In 10 bis 15 Jahren gibt es aber wahrscheinlich alternative Techniken, die für Altbauten wesentlich günstiger sind. Auch hier gilt die Devise – energetische Sanierung nur dann wenn infolge Generationenwechsel das Gebäude sowieso saniert werden muss. Alles andere führt zu ineffizientem Flickwerk.

Ziemlich unsinnig ist auch der Versuch der EU, mit Biokraftstoffen unabhängiger von den Oellieferungen zu werden. Es ist zu erwarten dass diese Biokraftstoffe vorwiegend im Ausland produziert werden. Ohne den Import von Öl würde der Aussenhandelsüberschuss der Deutschen noch größer. Speziell die arabischen Ölförderländer werden in den nächsten Jahren viel Kapital brauchen. Frau Merkel würde das Geld sicher gerne her schenken – es scheint aber vernünftiger bei diesen Ländern die Ware einzukaufen, die sie anbieten können und die wir in Deutschland brauchen. Dafür könnten wir bei Griechenland und Irland ein bischen sparen und weniger Oliven und Lachs kaufen..

Man hat den Eindruck, dass das Thema Energie heute von den Politikern nur deshalb so hochgejubelt wird, um den Mangel an Ideen, wie wir unsere Gesellschaft weiter entwickeln können, zu kaschieren. Der Ministerpräsident Mappus in Baden-Württemberg hat deshalb auf Staatskosten ein Energieunternehmen gekauft (das sein Vorgänger Teufel vorher verkauft hat), nur um zu beweisen dass er sich kümmert. Wahrscheinlich macht er den Bürgern damit aber nur Kummer.

Es ist höchste Zeit, dass sich die Internet Gemeinde mit ihrem Wissen in die Diskussionen um das Thema Energie einschaltet und den unsinnigen Beschlüssen der Politiker basierend auf Aussagen von Lobbygruppen Paroli bietet. Das wird aber wohl erheblich schwerer als bei der Causa Guttenberg. Ein Anfang ist aber mit der E10 Diskussion in Deutschland gemacht. Die Erfahrung lehrt, dass die Bürger sich erst dann gegen unsinnige Politik wehren, wenn sie unmittelbar betroffen sind.

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