Der große Crash – das Problem sind die Banker

Die Ursachen und Auswirkungen der jetzigen Finanz- und Schuldenkrise werden fast ausschließlich auf der Ebene von Zahlen und Institutionen diskutiert. Dabei wird nur am Rande über die bösen Banken diskutiert, die so hohe Gewinne mit ihrem Investment Banking machen. Dabei wird übersehen, dass die offiziellen Gewinne der Banken nur ein kleiner Teil des Kuchens sind, den sich die Banker aus dem BIP ihres Landes herausschneiden. 2006 betrugen die Gehälter der Finanzindustrie in New York City 32.9 Milliarden $. Der Film Der große Crash (Margin Calling) zeigt zumindest andeutungsweise das zentrale Problem des Investmentbankings auf. Der mögliche Gewinn der Angestellten in dieser Branche ist so hoch, dass Moral, Vernunft usw bei ihrem Handeln keine Rolle mehr spielen. Das durchschnittliche Einkommen eines Angestellten einer Investment Bank einschließlich Sekretärinnen usw liegt bei etwa 700 000 € im Jahr in Deutschland. Führende Manager können bis zu 100 Mio € erhalten. In USA liegen die Gehälter noch weit höher. Dicke Boni werden auch bezahlt wenn die Bank Verluste macht. Sonst würden die Broker keine hohen Risiken eingehen, mit denen man potentiell hohe Gewinne machen kann. Wer einmal in die Gehaltsränge und in den Klub der Investmentbanker aufgestiegen ist, wird alles aber auch wirklich alles tun um in dieser Topverdiener Klasse zu bleiben. Skrupel werden mit Prämien beseitigt. Wie in der Vertriebsbranche schon immer üblich werden die Verkäufer von ihren Managern dazu angehalten, selbst bei höchsten Gehältern noch über ihre Verhältnisse zu leben, sodaß sie nicht aussteigen können.  Im Film Der Große Crash werden einige Prototypen dieser Welt plakativ dargestellt. Bezeichnend ist dabei auch dass die Schieflage von einem Aussenseiter (einem Ingenieur) entdeckt wird, der ein wenig ausserhalb des vorgegeben Rahmens denkt und rechnet (der Oberboss kann und will das nicht). Ähnliche Muster des Verhaltens kann man in anderen Firmen auch finden. Jedoch sind dort die möglichen finanziellen Gewinne geringer, die Laufzeiten länger sowie die Auswirkungen auf Unbeteiligte geringer.  Das Problem unserer Politiker ist, dass keiner diese Welt der Banker aus eigener Erfahrung kennt und sich gar nicht vorstellen kann, was da alles passieren kann. (Schlimmer als in der eigenen Partei wird es wohl nirgends sein!) Letztendlich stehen sie dann mit offenem Mund vor den Ergebnissen des Tuns der Bankerkaste und versuchen sich das mit allen möglichen Theorien erklären zu lassen. Dabei sind die Schuldigen gerne behilflich. Von Mephisto kann man jedoch schon lernen „Grau, teurer Freund, ist alle Theorie … “ . Dagegen hat der alte Bauer von der schwäbischen Alb (Burladingen), der abends auf seiner Bank seine Lebensweisheit von sich gab wesentlich mehr Einsicht gezeigt und die Erkenntnisse seines Lebens in drei Worten zusammengefasst: „D’Leut sind Säu“. Diese Erkenntnis kann man alternativ auch in 1.5 Stunden im Kino bei Der Große Crash gewinnen.

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