Griechenlands Problem ist der exzessive Konsum nicht die Schulden

Schäuble und Co. hoffen im Moment, die Probleme Griechenlands durch Abbau und Kontrolle der Schulden in den Griff zu bekommen. Nimmt man aber an, dass Griechenland alle Schulden erlassen bekommt und damit auch keine Zinszahlungen mehr anfallen, braucht Griechenland jedes Jahr noch immer 93 Milliarden € um seinen jetzigen Lebensstandard zu halten. Griechenland importiert jährlich Waren im Wert von 64 Milliarden € und exportiert nur Waren im Wert von 20 Milliarden €. Dazu kommen Netto EU Transferzahlungen von 25 Milliarden €. Der griechische Staat macht zusätzlich Schulden von 24 Milliarden € bei einem Volumen der Staatseinnahmen von 90 Milliarden €.

Selbst wenn der griechische Staat etwa 13 Milliarden € einsparen sollte, bleiben noch immer 80 Milliarden €, die nicht in Griechenland erwirtschaftet werden, sondern von  außen kommen müssen. Leider erfassen die EU Statistiken Vermögen und den Zufluss und Abfluss von Kapital nicht. Man kann aber annehmen, dass die reichen Griechen ihr Geld ins Ausland bringen oder schon gebracht haben. (Beispiel: Ein griechischer Hotelier hat gerade ein Hotel in der Daimler Stadt Sindelfingen gekauft.)

Mit dem Geld von außen wird die griechische Landwirtschaft subventioniert (da sitzen viele Wähler) sowie der Beamtenapparat und das Militär. Ein Teil der EU Gelder fließt auch in häufig sinnlose EU Projekte. Der größte Teil des Geldes geht aber an die Reichen Griechenlands. Diese leisten sich einen Lebensstandard, der ähnlich dem der USA, Deutschland, Frankreich usw ist. Man wohnt luxuriös, fährt BMW, Daimler und teure SUVs, hat eine Jacht oder Boot am Mittelmeer und kauft überteuerte importierte Waren. Die Wirtschaft des Landes kann die Gelder für diese privilegierten Schichten aber nicht erwirtschaften. Freiwillig werden diese Schichten auf ihre Privilegien nicht verzichten. Typisch ist, dass die geplanten Sparmaßnahmen in Griechenland vorwiegend auf die kleinen Leute zielen. Allein das Anziehen der Steuerschraube könnte die privilegierte Schicht tangieren.

Wer Griechenland langfristig helfen möchte, muss das Problem des überzogenen Lebensstandards der Reichen und des gehobenen Mittelstandes angehen. Es sei denn, man möchte Jahr für Jahr 80 Milliarden € an Griechenland überweisen. Auch Herr Schäuble weiß dies und spricht schon von einem dritten Griechenland Paket. Die Strategie ist aber zu durchsichtig. Wie immer möchte man die nächsten Wahlen z.B. in 2012 Frankreich und 2013 in Deutschland überstehen und mit aller Macht verhindern, dass die Kredit-Ausfallversicherungen (CDS) der amerikanischen Großbanken fällig werden. Das wäre wohl das Aus für Obama bei den Wahlen in USA.  Wie immer gilt die Devise Nach uns die Sintflut .

Veröffentlicht: 24.2.2012

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