Schweizer Bauernaufstand – Lehre aus den Bauernkriegen für die EU

Freier AbgIn der Schweiz ist völlig unerwartet ein Protest gegen die Obrigkeit ausgebrochen. Die Stimmbürger haben gegen die Regierung gestimmt! Wie immer werden die Bürger damit keinen Erfolg haben, wie viele Beispiele in der Geschichte zeigen.

Im Jahr 2014 „feiert“ Deutschland nicht nur den Beginn des 1. Weltkriegs sondern auch den Beginn und die Niederschlagung der Bauernkriege, die 1514 begannen und natürlich von den Herrschenden niedergeschlagen wurden. Auch die Revolution in Frankreich war ja sehr kurzlebig und wurde in den napoleonischen Absolutismus überführt. Die Fürsten in Bayern und Württemberg wurden zum König ernannt und durften viel Geld und Soldaten an Napoleon liefern. Damit wurde die Saat für die Revolution von 1848 in Deutschland gesät. Die deutsche Revolution von 1848 endete jedoch nach nur 23 Jahren im Kriegswahn von 1871. Erschreckend ist  im Buch „Ich bin nun Preuße mögt ihr meine Farben?“ zu lesen, wie schnell  sich die Bevölkerung vom nationalen Wahn eines großdeutschen Reiches anstecken ließ. Ähnlichkeiten mit dem zur Zeit offiziellen EU Wahn sind wohl rein zufällig.

Für ein höheres Ziel ist der Deutsche offensichtlich leicht zu gewinnen. Typisch ist dabei, dass die Aufständischen, die sich gegen Unterdrückung wehren, von der eigenen Klasse, die von den „Oberen“ manipuliert und bezahlt wird, bekämpft oder gar wie in den Bauernkriegen massakriert wird. Die Schlacht bei Böblingen im Jahre 1525 wurde z.B.  von den Unterdrückern nur deshalb gewonnen, weil es gelang, den Söldnern (meist Söhne von armen Bauern) zwei Tage vor der entscheidenden Schlacht ihren Sold auszuzahlen. Die  Nürnberger waren da schlauer mit der Erfindung der „goldenen Kugel“. Sie boten den Söldnern, die im Auftrag des Kaisers ihre Stadt stürmen sollten einfach doppelten Sold für den Abzug und konnten so ihre Stadt retten. Geld war schon immer ein gutes Argument für den Frieden. Fast immer einig war sich die herrschende Klasse, dazu gehörten auch die Kirchen, dass jede Änderung der Gesellschaft zu Gunsten der ärmeren Bevölkerung verhindert werden muss. Hier tat sich auch Martin Luther hervor. Zitat:  „Drum soll hie zuschmeißen, würgen und stechen heimlich oder öffentlich, wer da kann, und gedenken, dass nichts giftiger, schädlicher, teuflischer sein kann, denn ein aufrüherischer Mensch, gleich als wenn man einen tollen Hund totschlagen muss“. Diese Haltung ist noch heute im deutschen Protestantismus verankert. Die Katholiken war schon immer der Meinung, dass die Kirche besser auf Seite der Herrschenden stehen sollte, solange diese das Primat der Kirche anerkennen und brav die Kirche finanzieren.

Die Schweizer Bauernkriege von 1653  können als Lehrbeispiel für die anstehenden Verhandlungen der Schweiz mit der EU dienen. Einer der Auslöser war , dass die Bauern in der Schweiz mit dem Ende des 30jährigen Kriegs ihre Waren nicht mehr teuer exportieren konnten und die Schweizer Städte den Zuzug vom Land (Überbevölkerung!) nicht mehr erlaubten! Die Bauern hatten damit keine Möglichkeit mehr ihrer Armut, die durch Inflation noch verschlimmert wurde (anstatt Silbermünzen gab es Kupfermünzen als Lohn)  zu entkommen. Natürlich wurde der Aufstand mit armen  Söldnern aus nicht-aufständischen Teilen der Schweiz niedergeschlagen (ein paar Dumme findet man für Geld immer). Danach musste man aber ein paar Zugeständnisse an die Bauern machen, damit man im Ernstfall noch genügend Söldner anheuern konnte. Im Gegensatz zu den deutschen Bauern hatten die Schweizer viele ausgebildete Soldaten, die das Kriegshandwerk als Söldner im Ausland gelernt haben. Da auch heute noch jeder Schweizer ein Gewehr im Schrank hat, muss man bei politischen Entscheidungen wohl etwas mehr Rücksicht nehmen als in Deutschland.

Es wird interessant sein in den nächsten Jahren zu beobachten, wie der Wille der Mehrheit der Schweizer von der Regierung umgesetzt werden wird. Sicher wird man zunächst die aufsässigen Wähler durch Versprechen von Vorteilen spalten und dann wie gewohnt die Interessen der Reichen durchsetzen. Dabei werden die EU Politiker, die ihre Pfründe gefährdet sehen, kräftig beitragen.

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