Sprache – bessere Grenze als Stacheldraht

Reichstag_FA2008Schaut man sich in Europa und in der Welt um, gibt es Milliarden von Menschen, die in Deutschland besser leben könnten als in ihrer Heimat. Zum Glück für die Deutschen haben diemeisten Armen der Welt selbst für eine Fußreise nach Deutschland nicht genug Geld. Der in vielen Ländern auch bescheiden lebende Mittelstand, könnte sich eine Reise sehr wohl leisten, schreckt aber vor der Sprachbarriere zurück.  Typische Szenen im Umfeld der Einwanderung.

  • Neulich taucht bei meinem Friseur eine Frau mit zwei Kindern auf, die auf italienisch verlangte, dass ihren Kindern sofort die Haare geschnitten werden. Da mein langjähriger Friseur italienischen Migrationshintergrund hat, konnte er mit der Frau verhandeln. Beim Hinweis auf den Preis eines Haarschnittes in einem deutschen Salon gab die Frau schließlich auf. Mein Friseur klärte anschließend die Sachlage. Die Frau hat in Deutschland keine Schule besucht und hat auch nicht deutsch gelernt. Damit kann sie nicht zum türkischen „Low Cost“ Friseur gehen.  Sie hat einen Deutschen mit italienischem Migrationshintergrund geheiratet, lebt in einer Gemeinde mit hohem Anteil an italienischen „Gastarbeitern“ (die brauchte man als Arbeiter in der Automobilindustrie und sind heute oft bessere Schwaben als die Einheimischen)  und kommt auch ohne Deutsch zurecht. Deutschkurse wurden ihr nie verbindlich angeboten. Beim „Arbeitskreis Flüchtlinge“ wurde jetzt festgestellt, dass mindestens 40 Italiener in der Gemeinde leben, die kein Deutsch sprechen. Ihnen wurden auch nie staatlich geförderte Sprachkurse angeboten. Als Sofortmaßnahme wurde von Ehrenamtlichen  ein Kurs für „Deutsch für Italiener“ eingerichtet.
  • An der Patientenaufnahme in der Uniklinik Tübingen warten recht viele leidend aussehende Patienten auf ihren Termin. Plötzlich rauscht eine völlig verhüllte, schwarz gekleidete Frau an den Schalter und schreit „Dolmetscher“ – immer wieder. Das Personal an der Aufnahme telefoniert etwa 5 Minuten und tatsächlich erscheint ein Dolmetscher, der mit der Frau sprechen kann. Diese macht jedoch klar, dass sie eine „Dolmetscherin“ benötigt, der ihr natürlich nach kurzem Feilschen zugesichert wird. Bis zum Erscheinen der Dolmetscherin wird die Frau vom Pflegepersonal in einem speziellen Raum untergebracht und danach mit Sicherheit auch bevorzugt ärztlich behandelt. Diese Frau hat offensichtlich verstanden wie man das deutsche System ausnutzen kann ohne sich selbst dafür anzustrengen.

Wer nicht wenigstens Deutsch als Umgangssprache spricht, wird bevorzugt auch in Sprachghettos wohnen wollen, egal was die deutschen Behörden sich als Verteilungsmechanismen für Flüchtlinge einfallen lassen. In vielen deutschen Behörden und Sozialdienstleistern ist das Recht auf „Dolmetscher“ bereits etabliert. Damit wird eine weitere sinnvolle Barriere für unkontrollierte Zuwanderung erniedrigt und eine verhängnisvolle Entwicklung eingeleitet, die vielen Zuwanderern und vor allem ihren Kindern mittel- und langfristig schadet.

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