Frauentag der Klageweiber

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Wer heute Aufmerksamkeit erreichen will, muss mindestens einen Tag im Jahr für sein Anliegen reservieren. Die Blumenlobby hat eigentlich schon den Valentinstag als Tag der glücklichen Frauen etabliert. Offensichtlich braucht man aber auch einen Frauentag für die unglücklichen Frauen. Dabei wird immer wieder geklagt, daß Frauen in der „alten Gesellschaft“ bei Führungspositionen unterrepräsentiert sind. Ob die Idee der Familienministerin Giffey, die Müllmänner durch Müllfrauen zu ersetzen großen Erfolg haben wird, ist ungewiß.

 

 

 

 

 

 

 

 

Viel sinnvoller wäre es wenn sich deutsche Frauen anstatt in den alten Industrien z.B. in der IT Industrie umsehen würden, in der es viele neue Arbeitsplätze und auch Aufstiegschancen gibt. Dort gibt es viele neue Jobs gibt, die auch nicht bereits von Männern besetzt sind. In der IT Branche entwickeln sich auch neue flexible Arbeitsformen bei denen nicht die Stunden im Büro sondern die Leistung zählt und man seinen Wohnort selbst bestimmen kann.

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Ein Beispiel für einen modernen Arbeitsplatz ist z.B. Happiness Engineer bei der Firma Automattic, den man auch als alleinstehende Mutter mit zwei Kindern machen kann. Voraussetzung ist allerdings die Beherrschung der modernen IT Methoden und die Arbeit in verteilten internationalen Teams. Da werden wohl viele Klageweiber passen müssen und sich auch nicht für die Ausbildungskurse der Firma Automattic melden.

Die Deutschen verharren noch immer im Email-Zeitalter, damit die Büroarbeit nicht ausgeht. Die Behörden sind sogar meist noch im Papierzeitalter (aber ganz modern mit Scanner!). Dienst für glückliche Kunden ist da mit der jetzigen Männerriege im Management nicht in Sicht. Anstatt in die Technik drängen viele Frauen in die typischen BWL Verwaltungspositionen, die schlechter bezahlt werden und die bei Einführung moderner IT wegfallen.

Ich muß allerdings zugeben, daß die Änderung des Verhaltens vom  miteinander Werkeln zu effektiver Kooperation nicht einfach ist.

Als Manager des Teams, das ab 2001 im IBM Labor den IBM Portal Server entwickelt hat, habe ich meine Mitarbeiter angehalten ihr Produkt für die Organisation ihrer eigenen Arbeit zu verwenden. Das war mühsam führte aber zu überraschenden Verbesserung des Produkts und Glaubwürdigkeit beim Kunden.

Als das Team aber wuchs und amerikanisiert wurde, konnte die Methodik nicht mehr durchgesetzt werden.

In Deutschland gibt es nur wenige Firmen in denen IT gestütztes kooperatives Arbeiten als Methodik gelebt wird. Industrie 4.0 ist wohl attraktiver als Arbeitsplatz 5.0.

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Fall Feinstaub Köhler: hat Wissenschaft über Ideologie gesiegt?

Saubere Luft?

Die Süddeutsche Zeitung stellt zu Recht fest, daß der Streit um die Abgaswerte erbittert und größtenteils ideologisch geführt wird. Allerdings kämpft nicht die „reine“ Wissenschaft gegen einen ungebildeten Lungenfacharzt Köhler, der  bei einer Seitenbemerkung zum Thema Rauchen einen Rechenfehler gemacht hat. Nach Meinung der Wissenschaftler sind alle Argumente von Herrn Köhler damit haltlos. Allerdings haben die Wissenschaftler vorher aber auch die Gefährlichkeit von NOx durch eine große Zahl von frühzeitigen Todesfällen, die durch NOx verursacht werden, den Bürgern verdeutlicht. Dazu sagt der Schweizer Experte Nino Kiunzli: Kein ernst zu nehmender Wissenschaftler habe je behauptet, Luftschadstoffe wie NOx seien eine direkte Todesursache. So einfach sei es nun mal nicht. 

Diese Aussage ist sicher richtig. Genau das hat Herr Köhler auch gesagt. Offensichtlich sticht in Deutschland ein Professor noch immer gegen einen Doktor. Ein Nichtakademiker sollte schon gar keine eigene Meinung haben. Leider konnten die Wissenschaftler der Bevölkerung und den Reportern nicht klar machen, daß es sich bei den in ihrer Methodik benutzten Todesfällen als Maßzahl für die Gefährlichkeit von NOx um fiktive Opfer handelt, die nicht zum Lungenfacharzt gehen können. Vernünftiger wäre es, wenn die Wissenschaftler eine weniger reißerische Maßzahl für die Gefährlichkeit von NOx wählen würden. Das eigentliche Problem ist, daß die von den Epedimiologen angewandte Methodik höchst fragwürdig ist. Man kann aus einer Vielzahl von schädlichen Einflüssen auf Menschen, die in „schlechten“ Gegenden wohnen (Lärm, Feinstaub, Geldmangel, andere Krankheiten, Alkohol, Bewegungsmangel, Stress usw) den Einfluss von NOx nicht bestimmen. Man kann allenfalls beobachten, daß NOx bei Versuchen an Tier und Mensch schädliche Auswirkungen hat. Ein Großteil der deutschen Bürger lebt in gesunder Luft und ist eigentlich nur NOx gefährdet wenn er sich mit seinem Auto zu seinen Freunden auf verstopfte Straßen begibt oder vom Land in die größeren Städte zieht. Gibt es in Deutschland eine heimliche Sehnsucht in der schlechten Stadtluft früh zu sterben?

Bei korrekter Anwendung von statistischen Methoden, darf man aus einer kleinen Zahl von Vorfällen nicht auf Mittelwerte in einer großen Gruppe schließen. Klassisches Beispiel „Der größte Teil der Deutschen hat überdurchschnittlich viele Finger“.

Anstatt statistische Grenzwerte für die Luftbelastung zu definieren, sollte man dort handeln, wo es tatsächlich Probleme gibt und den Rest der Bevölkerung in Ruhe lassen. Ein erster vernünftiger Schritt wäre z.B. die mit S21 in Stuttgart geplante Neubebauung im Talkessel zu verbieten. Gebt der frischen Luft eine Chance!

PS Nette Idee: am Wochenende nehmen die Stuttgarter Dieselfreunde die leidende Bevölkerung vom Neckartor zu einer langen Wanderung auf der schwäbischen Alb mit. Da ist die Luft noch sauber.

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