SPD will weiblicher werden – geht’s noch

Nach der Wahl erkennen die SPD Politiker innerhalb von Minuten warum die SPD so schlecht abgeschnitten hat. Dabei zeigt sich ein grundlegendes Problem der Partei. Mangels einer soliden Führungs- und Kommunikationsstruktur geben die Funktionäre bei jeder sich bietenden Gelegenheit unsinnige Nachrichten in die Medien. Findet sich kein williger Reporter, dann wird a la Trump gezwitschert. Nun hat die SPD in der letzten Regierung mit Andrea Nahles den Sozialminister gestellt, der für die Sozialausgaben und mithin den größten Teil des Etats des Bundes verantwortlich ist. Gemacht hat sie daraus nichts – kein Wunder wenn dann die letzten Arbeiter das SPD Schiff verlassen. Dazu  gab es mit Barbara Hendricks eine Umweltministerin und eine Familienministerin Manuela Schwesig sowie eine Generalsekretärin. Mehr Frau geht wohl nicht. In den Medien kamen die Männer ausser „Mr. Überall“, Siegmar Gabriel kaum vor. Viel gebracht hat die Frauen Power weder bei der SPD noch bei der CDU, die ja mit den Damen Merkel und von der Leyen auch sehr stark weiblich besetzt war. Die Niederlage bei der Bundestagswahl läßt sich sicher nicht mit einem Mangel an Frauen in der Regierung erklären, sondern mit einem Mangel an Erfolgen der Regierungsmannschaften. Verwunderlich dass es keine Bewegung gibt, die eine Männerquote an Schulen fordert um die Qualität zu verbessern..

Silicon Valley ist sicher eine Vorzeigeregion für Innovation. Sehr zum Leidwesen der Gender-Ideologen sind die Macher in der Mehrheit Männer. Auf Druck der amerikanischen Regierung müssen die Firmen vermehrt Frauen einstellen obwohl, ähnlich wie in Deutschland, sich Frauen kaum für IT und Jobs mit hohem Risiko interessieren. Man stellt also bevorzugt Frauen für die Verwaltung und das Management ein, besonders wenn das Unternehmen in Schieflage kommt (z.B. HP, Yahoo, IBM u.a.) und die Techniker entlassen werden müssen.

In Kalifornien aber auch in Deutschland (Ingenieure – die Trottel der Nation)protestieren die Techniker (in USA häufig hochintelligente Immigranten ) gegen die „ungerechte“ Besetzung der Managementpositionen. Damit haben die Leistungsträger in den Firmen kaum Aufstiegschancen. Ein inkompetenter Manager kann die Leistung eines IT Entwicklungsteams durch Auswahl  der Mitarbeiter und Aktionismus stark behindern. Damit erhalten die Mitarbeiter keine Erfolgsprämien mehr für das Erreichen ihrer Ziele und sind in USA schnell entlassen. Es geht anders als in Deutschland nicht nur um das Wohlfühlklima.

„Gleiches Recht für Alle“ unabhängig von Kenntnissen, Einsatz und Ehrgeiz scheint in vielen Lebensbereichen nicht zu funktionieren. Martin Schulz hat sich wohl das falsche Thema für die Bundestagswahl ausgesucht.

Am Wahltag erhielt Angela Merkel den unverdienten Lohn und Martin Schulz die gerechte Strafe.

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Einzelbewerber bei der Bundestagswahl 2017 – auf verlorenem Posten

ReichstagsgebäudeBei den Bundestagswahlen hat es schon immer Einzelbewerber gegeben (Statistik seit 1949) . In den Bundestag geschafft hat es aber nach 1949 niemand mehr. Typisch erhalten Einzelbewerber nur in Ausnahmefällen mehr als 1000 Stimmen im Wahlkreis. Es handelt sich häufig um Proteststimmen gegen die ausgewählten Kandidaten im Wahlkreis. In den Ergebnislisten des Bundeswahlleiters tauchen die Einzelbewerber zwar auf, es gibt aber keinen Überblick. In einzelnen Wahlkreisen haben aber Einzelbewerber mehr Stimmen bekommen als alle Kleinstparteien zusammen, obwohl diese kostenlos Wahlwerbung im ÖR Fernsehen machen konnten.

Von Verhältnissen wie in USA, wo unabhängige Kandidaten wie Donald Trump oder Bernie Sanders von den Wählern als Kandidaten für das Präsidentenamt nominiert werden, sind wir bei der Bundestagswahl weit entfernt. Die Parteien in USA haben längt eingesehen, daß ein Kandidat, der bei der Nominierung nur die Unterstützung der eigenen Parteimitglieder bekommt, keine Chance hat. Bisher haben die deutschen  Parteien die Kandidatenlisten für die Bundestagswahl fest unter der Kontrolle. So stellt man z.B. in Baden-Württemberg als Bürger verblüfft fest, daß mehr Abgeordnete aus Stuttgart in den Bundestag einziehen obwohl die Altparteien herbe Stimmenverluste hinnehmen mussten und die kleineren Parteien keinen Direktkandidaten (auch nicht Cem Özdemir) in den Bundestag schicken.  Die Stuttgarter haben sich auf den Landeslisten gegen das Umland bei der Aufstellung der Landeslisten durchgesetzt. Bei der Wahl der Bürgermeister sind aber bereits die unabhängigen  Kandidaten erfolgreicher als die Kandidaten der Parteien.

Falls es den etablierten Parteien nicht gelingt in der nächsten Legislaturperiode die wichtigsten Probleme der Bürger zufriedenstellen anzugehen, wird es wohl schwergewichtige Einzelbewerber geben. Die deutschen Bürger sind noch immer der Meinung, daß man zuerst eine Partei gründen muss bevor man politischen Einfluss im Parlament einbringen kann. Die AfD aber auch die Altpartien zeigen deutlich wie es in den Parteien zugeht. Demokratische Strukturen, Personalentwicklung und strategische Lösungsansätze findet man dort nicht. Als Unternehmen wären die Parteien längst Pleite wie es die „Möchtegern Unternehmer“ Lindner und Petry vorgemacht haben.

Frau Petry wird wohl versuchen eine Gruppe von AfD Abgeordneten als unabhängige Abgeordnete zu etablieren. Auch bei den anderen Parteien scheren immer wieder Abgeordnete aus, wenn ihre Zukunft in der Partei nicht abgesichert erscheint.

Wahlkampf in Deutschland wird in Zukunft wohl wieder spannender nachdem die „Alternative“ gegen „Aternativlos“ gepunktet hat.

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