So billig ist CO2 Sparen – 10 000 km ohne Emissionen für 60 € im Jahr

Chinesisches eAuto 1986

Deutschland verfehlt seine Klimaziele auch wenn ein Großteil der Produktion der deutschen Firmen ins Ausland, mit dem zugehörigen CO2 Ausstoß, verlagert wurde. Als guter Bürger habe ich mir überlegt wie auch ich CO2 sparen kann. Die Experten und die Politiker empfehlen hierfür die Anschaffung eines eAutos, das mit Solarenergie vom Dach meines Hauses versorgt wird. Da ich im Jahr nur etwa 10 000 km mit dem Auto fahre, müsste das theoretisch funktionieren.

Hierfür müsste ich mindestens 80 000 € für ein neues Auto (bei der Produktion wird sehr viel CO2 produziert) und eine Solaranlage investieren – so viel müsste ja einem guten deutschen Bürger die Rettung des Planeten wert sein. Nun erreichte mich heute ein äusserst attraktives Angebot meines Stromversorgers. Wenn ich 51,60 €  im Jahr für die Umstellung von Normalstrom auf Ökostrom bezahle kann ich genau so viel CO2 sparen wie heute mein Diesel bei 10 000 km im Jahr in die Luft bläst. Für wenig Geld erhalte ich also einen CO2 Ablass und kann guten Gewissens mein Dieselfahrzeug umweltschonend 10 Jahre weiter fahren. Mit dem Feinstaub habe ich auch kein Problem – ich will gar nicht mit dem Auto z.B. nach Stuttgart fahren.

Da fragt man sich warum alle Welt auf die eAutos zur Reduktion von CO2 setzt. Offensichtlich kann man die CO2 Reduktion auch viel billiger bekommen, wenn nicht die Bürger, sondern die Energieversorger investieren. Natürlich kommt beim Bürger der Verdacht auf, daß er kollektiv von Experten und Polikern verschaukelt wird und die „Edlen“ nur hinter seinen Ersparnissen her sind. Am CO2 Ausstoss der Stromversorgung ändert sich gar nichts wenn ich 51.60€ im Jahr zusätzlich zahle. Die Nichtzahler bekommen virtuell mehr „dreckigen Strom“. Allerdings erhöht sich damit der Gewinn meines Lieferanten.

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Neue Ideen braucht das Land – doortodoor Shuttle Service im ländlichen Raum

Bei der Bundestagswahl wurde deutlich, daß speziell die Bürger im Osten sich von Verkehrsdienstleitungen abgehängt fühlen – „keiner kümmert sich um uns“. Buslinien können im ländlichen Raum nicht wirtschaftlich betrieben werden und sind bei niedriger Frequenz nicht attraktiv. Speziell älteren Personen ist wenig geholfen wenn ein Bus von Ortsmitte zu Ortsmitte fährt.

Bereits in den 70er Jahren gab es in Teheran z.B. einen On Demand Shuttle Service. Man stellte sich einfach an die Straße und zeigte den Autofahrern ein Schild mit dem Zielort und dem Preis, den man für die Fahrt bezahlen wollte. Ein Problem war, dass viele der Autofahrer nicht lesen konnten. Intelligent aussehende Fahrgäste hatten gute Chancen als Beifahrer zu einem günstigen Preis befördert zu werden – man musste nur die Schilder lesen können. Das System funktionierte prächtig und nutzte die damals noch recht seltenen und teuren Autos sehr effizient.

Ein ähnliches DoortoDoor System führt nun die Stadt Freyung (Bayrischer Wald, CSU Bürgermeister) ein. Die Pappschilder werden natürlich durch Smartphones ersetzt. Ein interessanter Ansatz der auch für die dünnbesiedelten Gegenden im deutschen Osten interessant wäre. Auch in der CSU gibt es fortschrittliche Kräfte. Offensichtlich aber nur im Bayrischen Wald und nicht in der Parteizentrale in München.

Der ÖPNV im ländlichen Raum wäre auch ein ideales Versuchsfeld für das autonome Fahren. Hier gäbe es einen echten Mehrwert für die Nutzer und eine gute Ausnutzung z.B. für eAutos.

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