25 Jahre DAX Schummelei

Des Deutschen Ersatz für das Abendgebet ist der Stand des DAX Bericht, der täglich in den Nachrichten von ARD und ZDF als Indikator für das Wohlergehen der deutschen Wirtschaft diskutiert wird. Damit soll den Bürgern vorgegaukelt werden, dass ein Ansteigen des DAX gut für sie ist. Dabei wird leider vergessen, dass der DAX eine Marketingaktion der Banker und der großen Aktiengesellschaften ist. Die wichtigsten Ziele bei  Konzeption des DAX 30  war einen Index für Aktien zu finden der

  • langfristig ansteigt
  • die Risiken der Aktie verschleiert indem Kursverluste abgefedert werden
  • für ein Minimum an frei handelbaren Aktien sorgt damit man beim Handel auch genügend Gebühren verdienen kann

Man hat deshalb einen kumulativen Index (Wie der DAX berechnet wird) erfunden bei dem nicht nur der aktuelle Kurs sondern auch die ausgeschütteteten Dividenden bewertet werden. Das zahlt sich aus. Aktuell steht der DAX knapp unter 8000. Der Kurs DAX, der die aktuellen gemittelten Kurse der DAX Unternehmen anzeigt, steht aber nur bei 4200. Hält man Aktien nicht über längere Zeiträum so ist der DAX wenig wichtig. Da zählen nur die Kurse bei An- und Verkauf.

DAX 5J

Der DAX Kurs Index zeigt auch deutlich, dass es mit den Kursen auch öfter einmal abwärts geht. Wer z.B. 2007 Aktien mit DAX gekauft hat, konnte damit keine große Wertsteigerung erzielen. Man konnte aber zumindest die Dividenden kassieren – sollte man meinen.

DAX Kurs Index

Dem ist leider nicht so. Es gehen nämlich auch DAX Firmen Pleite – diese werden dann einfach aus dem DAX Index herausgenommen (Ausscheider) und durch neue Firmen ersetzt. Aktuelle Ausscheider waren z.B. Infineon, Postbank, Continental. Elf der ursprünglich 30 DAX Firmen sind heute nicht mehr dabei!  Leider können die Aktionäre ihre „faulen“ Aktien nicht so locker loswerden.

Auch der Begriff der „frei handelbaren“ Aktien steht auf ziemlich unsicherem Boden. Die meisten frei gehandelten DAX Aktien werden heute von Fonds gekauft und verkauft. Das lässt natürlich viel Spielraum für Manipulationen. Es sei nur an die Manipulation der VW Aktien erinnert. Selbt bei einem Kurs von über 1000 € pro Aktie sah die Aufsicht keinen Handlungsbedarf! Es ist eigentlich unverständlich dass die öffentlich rechtlichen Sender dem Marketingindex DAX so viel Aufmerksamkeit schenken ohne über die wahre Bedeutung des DAX aufzuklären. Die Banken und Aktienhändler bekommen dadurch kostenlose Werbung. Das ist eigentlich bei den ÖR Sendern verboten!

Veröffentlicht unter Ärgernis, Wirtschaft | Verschlagwortet mit , , | 3 Kommentare

Erhöhung der Geldmenge bringt nicht unbedingt Wachstum – Beispiel Japan & Schweiz

EuroNoch immer glauben viele Politiker und Banker, dass man nur genügend Geld in eine Volkswirtschaft pumpen muss und schon springt die Konjunktur an. Das funktioniert aber nur bei einer Volkswirtschaft, die im Aufbau begriffen ist und in der Unternehmer mit dem Geld sinnvolle Investitionen tätigen. Schaut man sich die weltweiten Geldmengen (Quelle CLSA) an, so trifft das zur Zeit allenfalls auf China zu. Dort macht die Erweiterung der Geldmenge durchaus Sinn, da die Wirtschaft im Aufbau begriffen ist.  Selbst die chinesische Regierung verknappt aber zur Zeit den Geldfluss, weil zuviel Geld schlecht  investiert wird.

Geldmengen weltweit (2012) Quelle: blog.tagesanzeiger.ch

Auffallend ist dass Japan weltweit den größten Anteil an der globalen Geldmenge (Spalte 5) hat – mehr als doppelt soviel wie die Eurozone. Trotzdem kämpft Japan mit Nullwachstum. Nun will die Regierung die Geldmenge nochmal verdoppeln (Haruhiko Kuroda: Der Mann der Japans Geldmenge verdoppelt) obwohl die Geldmenge für den Wirtschaftsraum Japan bereits überhöht ist. Man kann also erwarten, dass die Erweiterung der Geldmenge in Japan nur den Spekulanten satte Gewinne bescheren wird.

2011 wurde die  Geldmenge in der Schweiz verdreifacht.  Das Ziel (Der größte Sünder ist die Schweiz)  war aber nicht das Wachstum zu erhöhen, sondern die Aufwertung des Franken zu verhindern, damit die schweizerische Realwirtschaft global wettbewerbsfähig bleibt. Man hat an die Spekulanten einfach so viel Geld gegen andere Devisen ausgegeben wie sie wollten. Damit lief die Währungsspekulation ins Leere. Mit den vielen Franken können die Spekulanten wenig anfangen, da man in der Schweiz als Ausländer nur schwierig Immobilien erwerben kann und Schweizer Unternehmen nicht verkauft werden.

Die EZB versucht nun ähnlich wie die FED in USA das Wachstum in der Eurozone durch Erhöhung der Geldmenge zu steuern. Dabei hat die EZB relativ wenig Einfluss da etwa 90% der Geldmenge durch die Banken generiert wird (Beispiel Schweiz). Die FED hat deshalb 2006 aufgegeben, die Geldmenge M3 überhaupt zu veröffentlichen gemäß dem Motto: „Was der Bürger nicht weiß, macht ihn auch  nicht heiß! Das Problem der Eurozone ist aber im Moment, dass es an guten Ideen für echtes Wirtschaftswachstum fehlt. Das neugeschöpfte Geld wird dadurch für Konsum und Spekulationen vergeudet.Unsere EU Politiker sind mächtig stolz auf den Einfluss, den die vereinigte Eurozone in der Welt hat. Mit 12.4% der globalen Geldmenge (Japan 28.1%) kann man aber wohl keinen allzu großen Einfluss auf die Finanzmärkte ausüben. Etwas mehr Bescheidenheit ist also angebracht.

Veröffentlicht unter Allgemein, Euro-Zone, Politik, Wirtschaft | Verschlagwortet mit , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar