Glückliches Europa ohne Euro – Dänemark

Glaubt man den Reden von Frau Merkel müsste Europa in Dänemark schon längst gestorben sein.  Ein kleines Volk mit 5.5 Millionen Einwohnern mit eigener Währung müsste eigentlich im globalen Wettbewerb chancenlos sein. Dabei gehört sogar der größte Teil des Landes, Grönland, gar nicht zur EU. Trotz eigener Währung scheint der Handel mit der EU ganz gut zu funktionieren. Die hohe Anzahl der Lastwagen mit Waren aus südlichen EU Ländern läßt zumindest darauf schließen. Die vielen dänischen Wohnwagen auf den Autobahnen sind ein Anzeichen für regen Reiseverkehr in die EU. Dänemark exportiert auch viele Güter aus seinen vorwiegend mittelständischen Betrieben in die EU, ähnlich wie Deutschland. Das funktioniert offensichtlich auch ohne Euro. Die Dänen wissen aber sehr gut, was sie an der EU beim Handel aber auch bei der Freizügigkeit innerhalb Europas haben und sind braver Nettozahler in der EU. Die eigene Währung im Land behindert weder die Bürger, noch die Besucher (man zahlt meist mit Karte, Bargeld kann man sich an jedem Bankautomten mit EC Karte besorgen). Der Handel arbeitet in der EU mit € und weltweit mit $, da spielt die Krone keine Rolle. Der Euro ist für Dänemark eigentlich nur wichtig, um den Zahlungsverkehr in der EU schnell und kostengünstig abwickeln zu können. Da hat die EU mit ziemlichem Druck auf die Banken für ein funktionierendes Bankensystem gesorgt. Dies und die Regeln des gemeinsamen europäischen Marktes erfreuen die Dänen sichtlich. Kein Wunder liegt ihr BIP/Einwohner bei 127 % (Deutschlnd 118 %) gegenüber dem Durchschnitt der 27 EU Länder. Nach der Theorie von Frau Merkel müssten die Dänen ja eigentlich in bitterer Not leben.

Die EU Begeisterung der Deutschen ist den Dänen völlig unverständlich. Nach Passieren der deutsch-dänischen Grenze sieht man keine EU Flagge mehr. Das Hissen ausländischer Flaggen ist in Dänemark sogar verboten! Das Hissen der dänischen Flagge ist aber auch nur an bestimmten Tagen und bis 18:00 erlaubt. Dann muss man die Flagge einholen. Dagegen sieht man den rot-weißen Wimpel fast in jedem Garten am Fahnenmast -den muss man am Abend nicht einholen. Kleine EU Tafeln findet man nur an Gebäuden, die mit EU Geldern renoviert wurden. Das freut den Dänen, dass er der EU Verwaltung wenigstens ein bischen Geld für seine Kulturdenkmäler aus den Rippen geleiert hat.

Es ist völlig undenkbar, dass die Dänen ihre Kultur und demokratische Tradition für einen wie auch immer gearteten europäischen Zentralstaat aufgeben. Immerhin sind sie mit dem Wahlspruch ihrer Königin:  „Gottes Hilfe, des Volkes Liebe, Dänemarks Stärke“ und ohne Euro ganz gut gefahren. Das scheint doch eine ganz gute Strategie auch in Zeiten der Globalisierung zu sein. Wenn man sich Europa schon nicht mit Geld erkaufen kann, sollte man es vielleicht mal mit „Volkes Liebe“ versuchen.

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Meldegesetz – der Bundestag ist zu fleißig

Zunächst sollte man feststellen, dass ein Melderegister in einem demokratischen Staat zwingend notwendig ist, schon allein um die berechtigten Wähler zu erfassen aber auch um die Verteilung der vielen staatlichen Gebühren und Wohltaten zu koordinieren. Beim Melderegister werden auch für den Laien offensichtlich sensitive persönliche Daten gespeichert. Deshalb ist sicher besondere Sorgfalt bei der Schaffung eines Meldegesetzes notwendig.

Schaut man sich das Sitzungsprotokoll des Bundestages vom 28.6.2012 an, so ist man höchst erstaunt wieviele Themen und Gesetze unsere Abgeordneten an einem Sitzungstag bearbeiten oder abnicken. In jeder Privatfirma würde der Tagungsleiter, der eine solche Agenda aufsetzt, wegen Unfähigkeit sehr schnell gefeuert. Viele der 43 Tagesordnungspunkte! werden abgeschmettert oder an Ausschüsse verwiesen. Es bleiben aber genügend Tagesordnungspunkte übrig, an denen wohl nur ein Bruchteil der Anwesenden im Bundestag interssiert ist und noch weniger werden verstehen, worum es eigentlich geht. Es ist verständlich, dass viele Gesetze nach eingehender Beratung einfach durchgewinkt werden. Höchst gefährlich wird es aber, wenn einige wenige Abgeordnete im Handstreich in letzter Minute schwerwiegende Änderungen ins Gesetz schreiben, die viele der nicht anwesenden Kollegen nicht gut heißen würden oder wenn trojanische Pferde in Sitzungen eingefügt und dann von einer Minderheit im Namen des gesamten Bundestag durchgewinkt werden. Sorgfältige Abgeordnete haben sicher die Gesetze gelesen und sahen keinen Änderungsbedarf.  Im Entwurf zum Meldegesetz stand z.B. zur einfachen Melderegisterauskunft (§ 44)   Paragraph 44, dass diese nur zulässig ist,  wenn
Zitat:

(3) Die Erteilung einer einfachen Melderegisterauskunft ist nur zulässig, wenn
1. die Identität der Person, über die eine Auskunft begehrt wird, auf Grund der in der Anfrage mitgeteilten Angaben über den Familiennamen, den früheren Namen, die Vornamen, das Geburtsdatum, das Geschlecht oder eine Anschrift eindeutig festgestellt werden kann, und
2. die Auskunft verlangende Person oder Stelle erklärt, die Daten nicht zu verwenden für Zwecke
a) der Werbung oder
b) des Adresshandels,
es sei denn die betroffene Person hat in die Übermittlung für jeweils diesen Zweck eingewilligt.

Aus dem Protokoll der Bundestagssitzung vom 28.6.2012 geht nicht hervor, dass dies in der Sitzung geändert wurde! Wenn allerdings eine Firma die Adressen für eigene Zwecke verwendet, wie z.B. die Schufa, Facebook, Google, kann sie die Daten beliebig abfragen. Wenn man meint, dass damit der Adressenhandel illegal ist, hat man sich getäuscht. Adresshandel ist gemäß §50 in folgender Form explizit erlaubt:

§50 (3) Adressbuchverlagen darf zu allen Einwohnern, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, Auskunft erteilt werden über deren
1. Familienname,
2. Vornamen,
3. Doktorgrad und
4. derzeitige Anschriften.

Die CDU versucht damit offensichtlich ihre uralt Klientel der Adressbuchdruckereien zu schützen. Man kann also beruhigt sein. Im Internet darf man diese Adressen nicht verwenden. Da man in letzter Zeit bei der CDU einige Probleme mit dem Doktorgrad hatte, wird die Weitergabe des Doktortitels in der parlamentarischen Diskussion gestrichen (siehe Protokoll)!

Im Gesetz findet man viele Verbote. An keiner Stelle wird aber festgelegt, wie Missetäter bestraft werden. Das ist wieder Ländersache. Die Länder müssen dabei im Detail festlegen, wie dieses Bundesgesetz umgesetzt wird. Der Konfirmandenkreis im Saarland wird damit wie all die anderen Länder viel Arbeit haben. Wenn die Länder ihre Regelungen fertig haben, müssen die Gemeinden das Gesetz dann umzusetzen. Da kann man sicher sein, dass die Daten nicht überall auf gleich hohem Niveau geschützt werden. Dafür werden in der ganzen Republik sicher Tausende von Arbeitskreisen und Aktionskommittees gegründet und beschäftigt. Die Bundestagsabgeordneten sind aber optimistisch, dass diese Reform nicht mehr Verwaltungskosten, sondern sogar über 140 Millionen € Einsparungen erbringt. Überprüft wird das aber natürlich nicht. Am Beispiel des Meldegesetzes sollte jedem klar werden, dass unser Politbetrieb so schnell wie möglich mit modernen Methoden reorganisiert werden muss. Dafür muss man nicht das Grundesetz ändern – da muss nur frischer Wind in die Parlamentsarbeit einziehen.

PS: Wer wie unser Bundestags-Innenausschuss behauptet, dass man mit dem Meldegesetz Terroristen besser erfassen könnte, irrt. In § 28 wird geregelt dass Bürger, die irgenwo einen Wohnsitz angemeldet haben, drei Monate im Wohnwagen leben (wie die NSU) können, bevor sie gemeldet werden müssen. Das ist eine fertige Gebrauchsanleitung für alle Personen, die das Licht scheuen. Einfach kann man auch in „Beherbergungsstätten wohnen“ und alle drei Monate wechseln. Dann ist man nicht meldepflichtig.  Wer weiß welche Lobbyisten diesen Passus in das Gesetz gebracht haben?

Verdacht: dahinter stecken die bayrischen Besitzer von Campingplätzen und die Niedersächsischen Fleischfabriken, die ihre Billigarbeiter in Beherbergungsbetrieben unterbringen.

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