Schluss mit dem DAXen – jetzt wird gefuggert!

Ab und zu lohnt es sich die aktuelle politische Situation mit vergleichbaren Situationen in der Vergangenheit zu vergleichen. Wenigstens einige können daraus etwas lernen. Jakob Fugger  „der Reiche“ erlangte im 16. Jahrhundert ein schönes Vermögen und stieg dann mit einem Bergwerkingenieur mit Silber- und Kupferbergbau in die Realwirtschaft ein. Dabei verstand er es ähnlich wie heute die großen Aktiengesellschaften bei anderen Reichen, vor allem in der Kirche,  Geld zu akquirieren, damit er es für sie arbeiten lassen kann. Sehr schnell hatte er so viel Geld und Geldgeber beisammen, dass er eigentlich nicht mehr wusste was er mit seinem Geld in der Realwirtschaft anfangen sollte. Das reale Geld, damals Gold- und Silbermünzen, konnte nämlich auch damals schon relativ leicht durch Politiker abgegriffen werden. Also vergab Jakob Fugger vermeintlich sichere Staatsanleihen an die mächtigen Politiker/Könige in Spanien und Österreich. Zum Glück verstarb Jakob Fugger 1526 sodaß er den Staatsbankrott von Spanien und Österreich im Jahre 1527 nicht mehr mitbekam. Selbst das viele Silber aus Amerika (die amerikanische Gelddruckerei FED gab es ja damals noch nicht)  reichte nicht mehr aus, die immens angestiegenen laufenden Kosten der Staaten zu bezahlen. Die Ähnlichkeit mit der heutigen Situation ist wohl frappierend.

Zitat aus: Alfred Köhler, Karl V. 1500 – 1558 eine Biographie

Anton

Anton Fugger, der Nachfolger von Jakob Fugger, erkannte die kritische Lage und investierte schnell in Immobilen und Wald, die einzigen sicheren Werte, die Jahrhunderte überdauern können. Davon lebt die Familie Fugger noch heute im gehobenen Stil. Das Vermögen wurde, wie heute üblich, in eine Stiftung überführt damit es dem Zugriff des Staates und allzu gieriger Verwandter entzogen ist.

Das Rezept von Anton Fugger für die Bewältigung von finanziellen Krisen wird auch heute noch angewendet und von Vermögensberatern gepriesen. Das Angebot von Schlössern und Wäldern ist aber begrenzt. Die Schlösser in England und im Süden Frankreichs sind bereits von den Londoner Bankern aufgekauft worden. Auch Adolf Merckle wollte, als sein Finanzimperium wankte, alle Unternehmen aber nicht seine schönen Wälder hergeben, die er dem Adligen rund um Blaubeuren abgefuggert hatte. Die harte Linie der Banker trieb ihn letztendlich in den Selbstmord (oder in den Mord wie einige Blaubeurener noch heute behaupten).

Wer heute noch ein bischen Geld fürs Alter oder für die Kinder angespart hat sollte sich rechtzeitig überlegen, wie er sein Geld vor der Inflation und der Kaiserin Angela und deren König Nicolas rechtzeitig in Sicherheit bringen d.h. fuggern kann. Die schlechteste Lösung wäre aber wohl, es dem Staat und einigen Bankern zur Vermögensverwaltung anzuvertrauen. Wenn man etwas mehr Geld hat kann man es natürlich auch von den Spezialisten der Fürst Fugger Privatbank verwalten lassen.

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Auf den Cash Flow kommt es auch in der Politik an – nicht auf den Gewinn

Für Profis ist der Gewinn einer Aktiengesellschaft allenfalls für kurzfristige Anlagen interessant. Profis wissen, dass der Gewinn mit vielen Tricks gesteuert werden kann u.a. durch Sonderausgaben und -einnahmen, Verlagerung von Ausgaben in die Zukunft oder Kürzung der Investitionen usw. Beliebt ist z.B. der „Abschiedskuss“ – geht der CEO wird ein besonders gutes Ergebnis produziert, um ihm den Abschied zu erleichtern. Umgekehrt wird das erste Jahr beim Nachfolger meist schlecht – nur so kann er dann den Gewinn steigern und sich seine Prämien verdienen. Die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens kann man besser mit dem Free Cash Flow definieren.  Das ist vereinfacht gesehen das Geld, das übrig bleibt wenn das Unternehmen von den Einnahmen seine laufenden Kosten und die Kosten für Kredite abzieht. Mit dem Geld kann das Unternehmen nun Dividende an seine Aktionäre auszahlen, Aktien zurückkaufen, das Geschäft ausbauen oder in neue Geschäftsfelder investieren. Dabei muss man noch Sondereffekte berücksichtigen. Deshalb sollte man sich den FCF über mehrere Jahre anschauen.

Beim Vorzeigeunternehmen IBM wird ordentlich Cash generiert und zwar recht unabhängig vom aktuellen Umsatz.

Dabei wird offensichtlich auch wenig getrickst. Der IBM steht offensichtlich mit 14.7% der Einnahmen genügend Geld zur Verfügung um seinen Aktionären eine Dividende zu bezahlen (das weiß auch Warren Buffet) und zu investieren (wenn sie nur wüßten wo). Etwa 15% freies Geld sollte ein gut geführter privater Haushalt auch anstreben. Dann kann man ansparen (Sparrate in Deutschland 7.8%) und sich auch einmal etwas besonderes leisten.

Ganz anders sieht es bei unseren Haushalten in den Gemeinden, Ländern und im Bund aus. Die Einnahmen sind schon mehr als verplant bevor sie eingehen. Herr Schäuble muss z.B. schon bei „ungeplanten“ Ausgaben für den ESM von etwa 1% des Haushalts zusätzliche Schulden aufnehmen. Man sagt dann im Haushalt sei keine „Luft“ mehr. Eigentlich dürfte er 45 Milliarden € gar nicht verplanen sondern für Sparen (Rückzahlungen der Darlehen)  und unvermeidliche Sonderausgaben bereit halten. Ähnlich knapp sieht es bei den Ländern und Gemeinden aus. Richtig – man hat keine Luft zum Atmen mehr und ist Schwankungen im Einkommen und bei den Ausgaben hilflos ausgeliefert. Das ist aber politisch so gewollt. So muss man nämlich keinerlei unternehmerische Entscheidungen treffen. Alles ist so alternativlos und viel bequemer. Leider kann der Kunde Bürger keinen anderen Lieferanten für die aufgezwungenen Dienstleistungen der „offenen“ Hand wählen. Da muss er schon die Hände austauschen an Köpfe gar nicht zu denken.

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