Kein Wachstum in Deutschland mit DAX Unternehmen

Die 30 großen DAX Unternehmen haben ihren Gewinn 2011 um 8% auf insgesamt 104 Milliarden € gesteigert (2010 87 Milliarden € bei 1136 Milliarden Umsatz). Da die Unternehmen aber selbst wenig Steuern zahlen, wird deren Beitrag für das Gemeinwesen hauptsächlich durch die Lohn- und Einkommenssteuer der Beschäftigten sowie die Umsatzsteuer der Kunden geleistet. Die Zahl der Beschäftigten weltweit stieg auf 3.7 Millionen Mitarbeiter (zum Vergleich das Handwerk hat 5.2 Millionen Mitarbeiter)   hauptsächlich durch die Übernahme der MAN Mitarbeiter durch VW. Mitarbeiter werden von DAX Unternehmen vorwiegend im Ausland eingestellt – dort werden auch 75 % des Umsatzes gemacht.Nur etwa 25% der Ertragssteuern werden in Deutschland bezahlt. Die Gehälter der Mitarbeiter in Deutschland steigen nicht. Wachstum findet eigentlich nur im Ausland statt. Damit das bei der Mitarbeiterzahl nicht so offensichtlich ist, werden von der Unternehmenskommunikation meist nur die Zahl der neueingestellten Mitarbeiter angegeben. Zahlen wieviel Mitarbeiter in Rente gegangen sind und wieviel durch Umstrukturierungen „abgegangen“ sind, sucht man dagegen vergeblich. Durch die Verlagerung ins Ausland fallen in Deutschland auch immer weniger Steuern an.

In USA ist man da schon weiter. General Electric verlangte z.B. von der US Steuererbehörde eine Netto Auszahlung – bezahlte also negative Steuern! Auch Apple machte im Ausland sehr viel Gewinn, will diesen aber nicht in die USA übertragen, da sonst Steuern fällig wären. Ähnliche Konstellationen git es in Deutschland, die aber nicht so bekannt werden. VW kann z.B. die Gewinne, die in China gemacht werden, nicht ohne Zustimmung der chinesischen Regierung nach Deutschland transferieren und muss diese Gewinne wieder in China investieren.

Die DAX Unternehmen scheiden auch als Ziel von Anlagen der Bürger aus. Nur ein ganz geringer Anteil der Aktien ist im Streubesitz. Die DAX Konzerne geben schon lange keine neuen Aktien mehr aus. Man hat genügend Geld und nimmt lieber Anleihen am Geldmarkt auf, bevor man sich neue Aktionäre ins Haus holt. Den Gewinn verwendet man lieber für Aktienrückkäufe damit der Aktienkurs für die Altaktionäre und die Erfolgsprämien für die Firmenleitung steigen.

Es ist eigentlich unverständlich, warum jeden Abend in den Wirtschaftsnachrichten des Fernsehens ausführlich über den DAX berichtet wird, aber keine Berichterstattung über den Mittelstand erfolgt. Die DAX Unternehmen haben sich weitgehend gegen den Staat und seine Bürger abgeschottet und abgesichert.

Rangliste der größten Deutschen Unternehmer 2012 (FAZ)

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Nordrhein-Westfalen hat eigentlich keinen Grund zu klagen

Schaut man sich die Einnahmen der Länder pro Einwohner einmal an, so sieht man, dass der Osten (auch das Schuldenland Saarland im Westen) nach wie vor massiv unterstützt wird. Dazu kommt dass die West-Länder zusätzlich noch hohe Schuldenberge und demnächst fällige Pensionsverpflichtungen haben. Die Einnahmen von Nordrhein-Westfalen liegen allerdings auf dem gleichen Niveau wie Baden-Württemberg und Bayern. Bei den Schulden je Einwohner NRW 5617 €, Baden-Württemberg 6542 € steht NRW entgegen der landläufigen Meinung sogar besser da. Nicht nur die Roten sondern auch die Schwarzen haben zu Zeiten hoher Steuereinnahmen kräftig Schulden gemacht.  Sachsen hat dagegen nur 2147 € Schulden je Einwohner.

Würde man die Transferzahlungen in den Osten einstellen, wäre das aber nur ein Tropfen auf einen heißen Stein. Die Schuldenmacher im Westen müssen ihre Probleme schon selbst lösen. Die Haupteinnehmequellen der Städte sind wie bei den Ländern Umsatz-, Lohn- und Einkommensteuer, deshalb sollte es bei den Städten in NRW im Mittel auch nicht wesentlich schlechter aussehen als in Baden-Württemberg. Allerdings scheinen in NRW die Unterschiede zwischen einzelnen Städten sehr groß zu sein. Hier sollten sich das Land NRW und die Städte erst einmal selbst um eine optimierte Verteilung der Gelder über die Zuweisungen des Landes an die Städte kümmern, bevor nach Hilfe von außen gerufen wird.

Das Vorzeigeland Bayern hat mit seiner Politik bei Hypo Real Estate und der Bayern LB Schulden von etwa 300 Milliarden € angehäuft. Diese wurden aber elegant in die Bad Banks und den Bund verschoben. Es zahlt sich eben aus wenn eine kleine Splitterpartei den Rest der CDU erpressen kann. Besser Wirtschaften können die Schwarzen in Bayern aber auch nicht als die Roten in Nordrhein-Westfalen.

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