Das Stuttgart 21 Projekt ist nun das geworden was die „Macher“ immer wollten: ein großes unsinniges Bauprojekt mit dem sich einige Lokal- und Landespolitiker ein Denkmal schaffen wollen. Auf der Strecke bleiben die naiven Wutbürger, die meinten sie könnten mit Protesten außerhalb des real existierenden Systems etwas verändern. Resultat: alles Getöse mit Pfeifen, Tröten und Schlichtung hat nichts genutzt. Da haben die Wutbürger zu einem Großteil ihrer Naivität zu verdanken. Obwohl bekannt war, dass die Grünen mit den S21 Befürwortern der SPD koalieren wollten, hat man die Grünen bei der Landtagswahl gewählt.
Hätten die Wutbürger es geschafft z.B. drei Freie Abgeordnete in Stuttgart zu wählen, sähe die Sitzverteilung im Landesparlament wie folgt aus: Grüne/SPD 68, CDU FDP 67, Freie Abgeordnete 3. Damit wären die drei Freien Abgeordneten zum Zünglein an der Waage geworden. CDU/FDP hätten wohl freiwillig selbst die Gruben am Bahnhof zugeschaufelt, wenn sie nur an der Macht geblieben wären. Auch Rot/Grün hätte sich einiges einfallen lassen, um die Unterstützung der Freien Abgeordneten zu bekommen.
Bei der anstehenden Bürgermeisterwahl in Stuttgart machen die Wutbürger schon wieder den gleichen Fehler. Anstatt einen Kandidaten zu suchen, der eine breite Mehrheit gegen die schwachen Kandidaten von CDU und Grünen finden könnte, will man einen verdienten Wutbürger nominieren, der für die Leitung einer Großstatdt noch weniger qualifiziert ist als seine Konkurrenten. Auch über die Bundestagswahl 2013 sollten sich als Wutbürger schon jetzt Gedanken machen.
Wutbürger müssen lernen dass man mit der Methode „Kopf durch die Wand“ spätestens an der Schulter hängen bleibt. Man muss die Spielregeln des bestehenden politischen Systems ausnutzen, wenn man etwas erreichen will. Unser politisches System bietet da genügend Spielräume. Außerparlamentarischer Protest hilft da wenig Q.E.D:!

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