Die US Banken zittern vor dem Ausfall der Griechenland Kredite

Eine der wesentlichen kritischen Aspekte in der Griechenland Krise sind die Kredit Ausfall Versicherung (Credit Default Swaps CDS), auf die hier im Blog schon mal im November 2011   eingegangen wurde. CDS sind im Prinzip eine Versicherung gegen den Ausfall eines Kredits. Fallen die Kredite an Griechenland aus, müssten eigentlich die Versicherungen bezahlen und nicht die ausleihenden Banken. 2011 war noch nicht klar, wer eigentlich die Versicherungen hält. Nun ist bekannt, dass fünf große US Banken den größten Teil der Kredite versichert haben. Nun versteht man auch warum die USA so sehr an einer Lösung des Griechenland Problems interessiert sind. Zunächst erschien die Lösung ganz einfach. ISDA, die globale Organisation der Banken die offiziell feststellt ob ein Kredit geplatzt ist, verfügte einfach, dass bei einem Kreditausfall von 50% der Versicherungsausfall nicht gegeben ist. Das ist ganz einfach, wenn man weiß dass die amerikanischen Banken die ISDA dominieren. Damit die Banken das Spiel mitmachen und die CDS nicht einklagen bekommen die Banken fast unbeschränkt Geld von der Zentralbank. Das läuft unter dem Stichwort Quantitative Easing (QE on YouTube: Quantitative Easing Explained  oder die positive Darstellung der Bank of England von QE). Dies ist einer der Gründe warum Josef Ackermann so für die 50% Grenze bei den Abschreibungen für die Griechenland Kredite gekämpft hat. Nun muss man wohl QE3 einführen, das bedeutet dass auch bei 70% Kreditausfall, die CDS Versicherungen (die US Banken) nicht zahlen müssen. Geht die Ausfallrate aber auf 100% kann man wohl nicht mehr diskutieren, ob die CDS Versicherer zahlen müssen. Um das zu verhindern hat die US FED genügend US Dollar (neu gedruckt) in den Umlauf gebracht und auch in die EU geschoben. Die von der Kanzlerin gelobte Hilfe war da nicht so selbstlos. Die griechischen Experten (beraten von der betroffenen US Bank  Goldman Sachs) nützen die Lage natürlich aus, um ihre Schulden auf Kosten der europäischen Banken und Steuerzahler loszuwerden und werden von der US Politik und den großen Banken unterstützt. Raten Sie mal wer da gewinnen wird – die selbsternannte EURO Finanzexpertin oder die US Banken?

PS Schöne grafische Darstellung: Wer hat Griechenland Geld geliehen?

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Ackermanns Schnäppchen – die Postbank, ein Geschenk von Merkel

Ende der 90er Jahre konnte man leicht Ärger mit den Taxifahrern bekommen, wenn man als Ziel die Deutsche Bank nannte. Damals rief der Vorsitzende Breuer eine neue Strategie aus, die er vereinfacht so definierte „Ich will keine Kunden mehr sehen“. Man hatte gerade das Investment Banking als neue Goldgrube erkannt. Die kleinen  Gewerbekunden erhielten Briefe, dass man am Geschäft mit ihnen nicht mehr interessiert sei, egal ob sie schon über 50 Jahre treue Kunden bei der Deutschen Bank waren.

Diese Strategie wurde auch unter Josef Ackermann fortgesetzt. Die ganze Abwicklung des traditionellen Bankgeschäfts wurde „outgesourced“. Insbesondere wurde die ganze Abwicklung des Zahlungsverkehrs an die Postbank  übertragen. Damit hat man kurzfristig Geld gespart, eine große Zahl Mitarbeiter verschoben (bei der Postbank waren die Gehälter ja viel niedriger) und den Gewinn gesteigert. Man konnte danach aber kein eigenständiges Privatkundengeschäft mehr betreiben (das war damals ja auch nicht strategisch). Man hatte aber übersehen, dass ohne eine große Zahl von Privatkunden man die Position der systemrelevanten Bank kaum halten konnte und vor allem das Interesse der Politik an der Deutschen Bank schwand. Nachdem das Investment Banking immer kritischer wurde, wollte man wieder in das Geschäft mit den Privatkunden einsteigen.

Die Übernahme der Postbank ist ein kleines Lehrstück wie die Profis von der deutschen Bank die „braven“ Bundesfirmen und damit den Steuerzahler abzocken. Wichtig war hier zunächst, dass sich Herr Ackermann sehr gut mit der Chefin in der Politik stellt. Durch mancherlei Ratschläge und offene Bewunderung schafft er es, eine Vertrauensstellung bei der Kanzlerin zu erreichen (Happy Birthday to Joe), die sich unbedingt in der Finanzwelt profilieren wollte. Zunächst musste die Postbank aus dem Vermögen des Bundes herausgelöst werden. Hier war ein gewisser Herr Zumwinkel (mit Schloss am Gardasee) mit einem Börsengang 2004 unter der Regie des Konsortialführers Deutsche Bank sehr hilfreich. Hinter den Kulissen gab es schon damals Streit.  Zitat „Bei der Post war man sehr ungehalten, dass die Deutsche Bank, die ja für einen möglichst erfolgreichen Börsengang bezahlt wird, eigene Interessen verfolgte“

Zunächst hat die Deutsche Bank nur 30% der der Postbank übernommen und den Chefs eine großzügige Gehaltserhöhung genehmigt damit die alles mitmachen. Anschließend wurde der Kurs der Postbankaktie in den Keller (von über 45 € auf 25 €) getrieben. Das hat zwar den Nachteil, dass damit die bereits gekauften 30 % der Postbankaktien an Wert verloren (das kann man dann als Verlust abschreiben). Dafür sind die restlichen 70 % der  aber billiger zu haben. Kleines Pech – die Deutsche Bank hat für 27% der Aktien der Post einen Preis von 45 € versprochen. Das wurde aber mit Hinweis auf die Finanz- und Bankenkrise auf politischer Ebene „korrigiert“. Mit der Komplettübernahme hat die Deutsche Bank natürlich bis 2010 gewartet und bis die „überzähligen“ DB Mitarbeiter, die zur Postbank verschoben wurden, weitgehend abgewickelt waren. Die Zeche zahlt mal wieder der Steuerzahler, da der Bund durch seine Firma Post weniger Geld für die Postbank erhielt. Herr Ackermann hat sich mit dem Privatkundengeschäft seinen Abgang zumindest versilbert. Die Deutsche Bank erzielte 2011 im Privatkundengeschäft einen Gewinn von 1,8 Milliarden € (+10%) während der Gewinn aus dem Investmentbanking auf 2.9 Milliarden € (- 40%) zurück ging.

Für die Bundeskanzlerin Angela Markel war das Manöver eine der Maßnahmen um Deutschland in den Finanzmärkten vor allem gegenüber England zu stärken. „Deutschland braucht eine starke internationale Bank!“ Wer wäre da besser geeignet als die Bank, die schon so heißt. Das erinnert sehr stark an den Börsencrash von 1873. Auch damals wollte man gegen die Banken im Ausland und die jüdischen Banken im Inland angehen durch Gründung deutscher Banken und der Ausweitung der spekulativen Bankgeschäfte.  Wie wir aus der Geschichte wissen ging das ziemlich schief. Auch in der jetzigen Finanzkrise ist zu befürchten, dass Frau Merkels Ehrgeiz, sich in der Bankenkrise als begnadete Führerin zu profilieren, in einem Desaster endet. Während die EU Führerin als Schäferin im Regen voran geht, bringen die Schlauen ihre Schäfchen ins Trockene. Von Herrn Ackermann lernen heißt siegen lernen.

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