Die Wind und Sonne Blase kommt bestimmt

Wenn immer eine technische Revolution ausgerufen wird, sollte man vorsichtig sein. Schon bei der Einführung der Eisenbahn wurden private und staatliche Anleger von windigen Betrügern hereingelegt – u.a. wurden Aktien einer Gesellschaft gekauft, die eine Eisenbahn zum Mond bauen wollte. Auch Städte wie z.B. Leonberg in B-W verloren viel Geld mit Spekulationen rund um die neue Technologie Eisenbahn. Aus neuerer Zeit ist bei manchen Investoren noch die Dotcom Blase in vager Erinnerung. Auch heute werden physikalisch unsinnige Technologien wie z.B. die Wasserstoff Brennstoffzelle an staatliche Förderung, Presse und Investoren als Zukunftsmodell verkauft.

Mit dem Schlagwort Erneuerbare Energien machen sich jetzt die finanziellen Schafscherer auf, dumme Schäfchen zu finden, die ihre Wolle freiwillig hergeben, weil sie meinen sie würden damit die Welt und ihre Seele retten. Die katholische Kirche hat schließlich das Businessmodel  Seelenrettung mehrere Tausend Jahre erfolgreich betrieben.

Schon das Schlagwort Erneuerbare Energien ist ein Schwindel. Bei einer Energieumwandlung (Licht-Strom, Wind-Strom, Oel-Wärme usw ) wird immer ein Teil der Energie vernichtet. Auf keinen Fall kann man sie erneuern wie einen Autoreifen. Die von der Sonne gelieferte Energie (direkt Licht, indirekt Wind) ist auch nicht erneuerbar. Man muss nur nicht dafür bezahlen (zunächst) und kann nach unserem Kenntnisstand auch in den nächsten tausend Jahren nicht total verschwinden.

Trotzdem machen sich nun viele Schwindlerfirmen auf, das Geld von Investoren zu kassieren mit allerlei Argumenten wie:

  • Der Betrieb von Photovoltaikanlagen wird vom Staat 20 Jahre finanziell unterstütztl (sonst würde es sich bei den heutigen Preisen gar nicht lohnen)
  • Durch staatliche Subventionen lohnt sich der Betrieb von Windkraftanlagen
  • Sie wollen sicher einen Beitrag zur Verringerung des CO2 Ausstoßes leisten um dadurch die Welt vor dem Untergang zu bewahren.
  • Durch Erneuerbare Energien werden viele neue Arbeitsplätze geschaffen (von denen die bei den alten Energieformen wegfallen spricht dagegen niemand)

Das Betrugsschema (Ponzi Scheme)  ist wie bei allen Finanzgeschäften eigentlich immer das gleiche. Der Anleger soll schnell sein Geld auf den Tisch des Hauses legen und bekommt dann in Zukunft einen Vorteil, der in den Verkaufsprospekten mit allerlei Einschränkungen und vorsorglichen Ausreden – wenn es mit dem Vorteil dann nicht so klappen sollte – versehen wird. Von dem Geld des Anlegers werden natürlich zunächst die Werbungs-, Planungs- und Betriebskosten sowie ein ansehnlicher Betrag für das Management abgezogen und mit dem Rest wird dann etwas gebaut.

Meist kann man die Betrugsabsicht dieser Firmen schon erkennen, wenn man sich das Managementteam und den Aufsichtsrat anschaut. Sitzen da Prominente, speziell ehemalige Politiker oder sind solche als Berater engagiert, sollte man die Finger sofort von der Investition lassen. Schwieriger wird es schon, wenn ehrliche Gutmenschen auf den Energiehype hereinfallen und man indirekt über die Finanziers und Lieferanten dieser Firmen abgezockt wird. Man kann auch den Mut der Investoren bewundern, dass der „Staat“ (das heißt die Stromkunden) seine Zuschusszusagen über 20 Jahre einhält. Das hat es außer bei den Gehältern der Beamten und Abgeordneten noch nie gegeben. Meist wird nur eine Zusage an die Investoren gehalten: das investierte Geld ist sicher weg!

Aus USA platzt gerade eine Blase rund um neue Erdgasfunde – man bevorzugt eben in USA die bekannten Energieformen. Man erhoffte sich durch die Erschließung vom Shale Gas Vorkommen hohe Gewinne zu verschaffen. Im Prinzip wird dabei Wasser in tiefe Gesteinsschichten gepresst, um das in dem Gestein enthaltene Erdgas an die Oberfläche zu bringen. Natürlich gab es äusserst erfolgeiche Probebohrungen (wer hätte denn etwas anderes erwartet) und es wurde viel Geld für die Anlage von Bohrfeldern eingesammelt und auch ausgegeben. Nun zeigt sich aber das an vielen Bohrlöchern kein Gas sondern nur viel Ärger heraus kommt. Wie bei der Dotcom Blase heißt es jetzt für die Anleger: außer Spesen nichts gewesen. Die Ölbohrbarone in Texas und anderswo haben aber ihren Reibach gemacht. Vorwürfe kann man aber niemand machen – das Glück ist eben nicht immer allen hold.

Ähnliche Entwicklungen kann man in Deutschland beim Umbau der Energieversorgung erwarten. Frage ist nur wer gewinnt und wer verliert. Eine Gruppe von Verlierern steht aber jetzt schon fest. Die Verbraucher werden mehr für Strom, Heizung und für ihre Autos bezahlen müssen ohne einen Mehrwert ausser der Heilsversprechung der Klimarettung zu erhalten. Da wir aber ja schon Kirchensteuer und Soli klaglos bezahlen wird eine kleine Sonderabgabe für die Klimarettung wohl auch mit Freude bezahlt werden. Hoffentlich macht das Klima auch bei dieser Strategie mit.

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MINT Fachkräftemangel in Deutschland?

Die Arbeitgeber in Deutschland beklagen sich immer wieder, dass speziell Fachkräfte in Naturwissenschaft, Technik und Informatik (MINT) in Deutschland fehlen. Nun ist es verständlich, dass die Arbeitgeber möglichst aus einem großen, gut ausgebildeten Reservoir von jungen Fachkräften wählen möchten. auch um die Löhne, wie in den letzten Jahren, weiter zu senken. Das ist natürlich nicht ganz im Sinne der jungen Leute, die einen Arbeitsplatz suchen und dabei erleben, dass in manchen Jahren viele Arbeitsplätze angeboten werden in anderen Jahren aber totale Flaute am Arbeitsmarkt herrscht. Es gibt also nicht nur Schweinbäuche sondern auch Ingenieurbäuche. Das sieht man sehr schön in Grafik „Entwicklung der MINT Fachkräftelücke“ des Vereins MINT Zukunft schaffen, Glaubt man den Zahlen des Vereins so fehlten in den Jahren 2000 bis 2002 über 120 000 IT Fachleute in Deutschland. In den Jahren 2003 bis 2005 fehlten aber plötzlich keine IT Fachleute mehr – obwohl die zuvor offenen Stellen garantiert nicht gefüllt werden konnten. Das lag aber sicher nicht an der Konjunktur, die in diesen Jahren brummte. Das kann man im MINT Diagramm schön sehen – Klicken Sie im MINT Diagramm auf (Konjunkturdaten überblenden). Im Jahr des Konjunktureinbruchs 2009 wurden dagegen weiterhin MINT Fachkräfte gesucht, obwohl die Firmen kaum Leute eingestellt haben.

Update 2025

Inzwischen hat der Verein offensichtlich eingesehen, dass die historischen Zahlen über die MINT LÜCKE nicht sehr relevant sind und veröffentlicht nur noch monatliche Zahlen: https://mintzukunftschaffen.de/category/mint-meter/mint-luecke/

Zitat: Die MINT-Arbeitskräftelücke lag im Juni 2025 bei 153.200 Personen – 31,5 Prozent niedriger als im Juni 2024. Die Arbeitslosigkeit in den MINT-Berufen lag bei insgesamt 250.100 Personen. Insgesamt hat die Arbeitslosigkeit in den MINT-Berufen im Vergleich zum Vorjahr um 15,7 Prozent oder rund 34.000 Personen zugenommen.

Nun könnte man die Studierenden der MINT Fächer damit trösten, dass selbst bei einer zeitweisen Flaute im Stellenangebot nach einigen Jahren wieder MINT Fachkräfte gesucht werden. Leider bedeutet in den MINT Fächern eine Auszeit von 2 bis 3 Jahren ohne Job im Fachgebiet meist das AUS auf dem Arbeitsmarkt, da die Firmen immer aktuelle Kenntnisse fordern.

Bei näherem Hinsehn erweist sich die Klage der Industrielobby und in deren Schlepptau der Politiker als typisches Manöver, das zur Lösung des echten Problems, das Schaffen von hochwertigen Arbeitsplätze für die junge Generation und die Bewältigung der Anforderungen der Zukunft der deutschen Industrie, nur wenig beiträgt.

Allerdings muss man auch feststellen, dass die Statistik der MINT Verfechter ziemlich weltfremd ist. Die meisten Arbeitsplätze für Ingenieure werden nämlich ohne formelle Stellenausschreibung und ohne Kenntnis des Arbeitsamtes besetzt, da die besten Kandidaten von den Unternehmen direkt eingestellt werden. Beim Arbeitsamt werden meist nur die Problemfälle betreut aber nicht vermittelt.

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