Wahlkampf in Baden-Württemberg – alles Fastnacht oder?

Eigentlich sollte man meinen daß vor der „Schicksalswahl“ in Baden-Württemberg alle Politiker damit beschäftigt sind, den Bürgern auch iihre Position zu erklären und die politisch „mitzunehmen“. Das ist sicher nicht ganz einfach wenn die „Öffentlich-Rechtlichen“ keine Sendungen mit Schleichwerbung für politische Parteien machen dürfen. In Baden-Württemberg sind die Wähler aber offensichtlich aber etwas dümmlich und nur dadurch zu gewinnen, dass sie die „Riebel“ der führenden Politiker auf jeder Fastnachtsveranstaltung sehen. Die Politiker können einem da schon leid tun, wenn sie bei uralten und häufig unter der Gürtellinie angesiedelten Späßen und schleimigen Anbiederungsversuchen für die Kamera lachen müssen. Speziell Ministerpräsident Mappus spielt mit offenbar großer Begeisterung bei jedem Katzen- oder Sauschwanz-Event im Ländle mit. Auch der Spitzenkandidat der SPD, Nils Schmid, bemüht sich in seiner Offiziersuniform, auf den Sitzungen ins Bild zu kommen, kommt aber über eine Erwähnung meist nicht hinaus. Wenigstens lächlt der immer ziemlich gequält – vielleicht ist der doch der ehrlichere Mensch? Mit seiner Uniform kann er aber wohl das Kommando in Baden-Württemberg nicht übernehmen. Positiv fällt der Spitzenkandidat der Grünen, Winfried Kretschmann, auf, der sich nur lokal schleifen lässt.  Oder will niemand im Fernsehen seine Maske sehen?

Informationen für und Diskussionen im Web mit den Wählern finden praktisch nicht statt. Die Parteien verlassen sich offensichtlich auf Werbung mit „Bildchen“ der Politiker auf Wahlplakaten, die an Laternenmasten aufgehängt werden (Einige Scherzkekse im Web meinen sogar, da gehören die Politiker eigentlich schon lange hin).

Der Wahl-o-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung ist zumindest mal ein netter Versuch, Interesse für die Wahl bei Jungbürgern zu wecken.  Damit kann man als Wähler seine Affinität zu verschiedenen Parteien testen. Leider betreffen viele der Fragen Themen, die gar nicht im Landtag entschieden werden.

Eine Wahl-o-Mat Probeabstimmung mit einer bewußt recht liberalen Grundhaltung ergibt aber ein verblüffendes Ergebnis, Die beste Übereinstimmung erhält man mit der REP und der Piratenpartei und die geringste Übereinstimmung mit den Altparteien CDU, SPD und FDP, Die Auswahl einer Partei, welche die Interessen eines bestimmten Bürgers am besten vertritt, scheint nicht so ganz einfach zu sein. Der Wahl-O-Mat fragt zu Recht und jetzt?

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Deutsche Ärzte aufpassen – die Doktoren aus dem Osten kommen

Gestern beim Besuch einen Verwandten in einer Reha Klink fielen die Schilder an den Ärztebehandlungsräumen auf. Auf keinem der acht Schilder stand ein deutscher Name. Die Ärzte kamen offensichtlich vorwiegend aus Rumänien und Polen – auch ein Grieche schien dabei zu sein. Ähnlich wie neulich bei einer CT Aufnahme in einem „CT Service Center“. Der verantwortliche Arzt sprach nur sehr gebrochen deutsch und hatte größere Zahnlücken. Von seinem ersten Gehalt in Deutschland wollte er sich schneidige Implantate machen lassen, damit er genauso gewinnbringend lächeln kann wie seine deutschen Kollegen. In vielen Krankenhäusern auf dem Land findet man nur noch wenige Ärzte und qualifizierte Schwestern, die noch gut deutsch sprechen.

Heimlich still und leise hat die Gesundheitsindustrie ausländischen Fachkräften Tür und Tor geöffnet. Man kann damit einen kleinen Vorgeschmack bekommen, was in vielen Branchen in Deutschland nach dem 1. Mai 2011 passieren wird.  Da Ärzte im ehemaligen Ostblock heute offiziell nur ca 600 € im Monat verdienen und viele deutsche Ärzte die Nacht- und Wochenenddienste scheuen oder gar nur wenige Stunden in der Woche arbeiten wollen, sind Jobs in deutschen Kliniken und Praxen für die Ärzte in Ungarn, Slowakei, Tschechien, Polen, Litauen, Lettland und Estland sehr attraktiv. Findige deutsche Ärzte betreiben inzwischen locker bis zu 5 Praxen, für die sie ausländische Ärzte beschäftigen. Findige Zeitarbeitunternehmen bieten den Kliniken Ärzte aus dem Osten im Zehnerpack an und liefern bei Bedarf auch die nötigen Krankenschwestern mit. Ältere Bundesbürger sollten also rechtzeitig Rumänisch (wer Französisch kann tut sich da nicht so schwer) oder Polnisch lernen, damit sie in Zukunft mit Ärzten und Pflegekräften noch über ihre Leiden reden können.

Wer glaubt, dass mit billigeren Arbeitskräften die Kosten im Krankheitswesen und damit die Kassenbeiträge sinken, wird sich täuschen. Die Gewinne werden von den „selbstlosen“ deutschen Ärzten und den Betriebsgesellschaften der Kliniken abgeschöpft. Zdrowie!

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