Verträge mit Privatfirmen verlässlicher als Gesetze

Fast jeden Tag kann man erleben wie Gesetze zu Lasten der Bürger einfach geändert werden. Bestes Beispiel ist die Sozialrente – Besteuerung und Leistungsminderungen wurden per Gesetz gegen die Interessen der Kunden geändert, die jahrzehntelang unter ganz anderen Vertragsbedingungen einbezahlt haben. Schließen Bund, Länder und Gemeinden einen Vertrag mit einer Privatfirma, so gelten dort die Regeln des Bürgerlichen Gesetzbuches. Verträge können dabei nicht einseitig aufgekündigt werden. Solche Verträge müssen auch nicht offengelegt werden – schließlich muss man ja die Daten des Vertragspartners schützen.

Diese Trick wird nun in der Politik oft und fast überall benutzt, um Dinge, die in der Politik nicht durchsetzbar sind, indirekt über Verträge festzuzurren. Eventuell holt man sich unter falschen Angaben und/oder falschen Versprechungen (Beispiel Stuutgart 21, Cross, Border Leasing, Public Private Partnerschip u.a. ) eine grundsätzliche Zustimmung der demokratisch gewählten Gremien und kann dann im stillen Kämmerchen „gestalten“. Den endgültigen Vertrag darf dann niemand einsehen. Tpisch für solche krummen Geschäfte ist meist ein Passus im Vertrag, dass der Inhalt des Vertrags geheimgehalten werden muss.

Solche Verträge sind per Gesetz zu verbieten. Die gültigen Verträge von Gemeinden, Ländern und Bund sind grundsätzlich offen zu legen. Jeder Privatfirma bleibt es überlassen, ob sie unter diesen Bedingungen Geschäfte mit staatlichen Organen machen will.

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Verkehrspolitik – Mythos Autobahn

Von Politikern wird immer wieder behautet, dass bessere Verkehrsanbindung z.B. durch den Bau neuer Autobahnen, die Ansiedlung neuer Industrien und die Schaffung neuer Arbeitsplätze fördert. Das ist leider durch empirische Forschung nicht belegbar. Im Abschlussbericht einer Tagung zu „Verkehrsinvestitionen und Wirtschaftswachstum“ wird dies durch empirische Forschung und einige einleuchtende Beispiele widerlegt. Die Tagung wurde von bayrischen Autobahngegnern veranstaltet und ist nicht unbedingt neutral. Es finden sich aber einige interessante Fakten. So kann der Bau einer neuen Autobahn regional Arbeitsplätze sogar vernichten, weil die Konkurrenz dann eher vor Ort ist und billiger anbieten kann. Überlegenswert ist auch, dass z.B. das bayrische Armenhaus Hof von Autobahnen umzingelt ist, aber traditionell die höchste Arbeitslosenquote in Bayern hat. Furtwangen im Schwarzwald liegt dagegen weitab von allen Autobahnen hat aber bei 10 000 Bewohnern 4 500 Arbeitsplätze (und eine sehr gute Hochschule). Ein schönes Beispiel ist auch Oberschwaben mit extrem schlechter Anbindung durch Eisenbahn und ohne Autobahn. Hier leben die glücklichsten Menschen Deutschlands, die fast alle fleißig arbeiten und sich auch noch begeistert fortpflanzen.

Auf alle Fälle lohnt es sich mal darüber nachzudenken, ob die Wirtschaft immer sinnvoll durch Bau neuer Verkehrsinfrastruktur gefördert wird. Allenfalls der Ausbau bestehender Autobahnen auf denen es zu massiven Staus kommt, erscheint sinnvoll. Investitionen in Köpfe scheinen sich mehr zu lohnen als Investitionen in Beton- und Brückenköpfe.

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