Schulreform – so macht’s USA

Die USA haben ein ähnliches Problem mit den Schulen wie Deutschland. Die einzelnen Bundesstaaten legten bisher die Lerninhalte für die Schüler fest. Dabei gibt es die Klassenbesten wie z.B. Massachusetts und ärmere Staaten, die sich ein hochwertiges Bildungssystem nicht leisten können. Theoretisch durchlaufen die amerikanischen Schüler gemeinsam ihre Schullaufbahn bis zu  High School mit 17 Jahren. In der Praxis werden die Schüler aber doch stark nach sozialem Stand gefördert. Gute Schulen liegen in der Regel in reichen Wohngebieten, da dort die Eltern mit der Grundsteuer (Property Tax) erheblich zur Finanzierung der Schulen beitragen und auch mal einer Erhöhung des Schulgelds zustimmen, weil dann der Wert ihrer Häuser und Grundstücke steigt.

Trotzdem hat man sich nun in USA auf gemeinsame Standards, was die Kinder in welcher Stufe lernen sollen, geeinigt. Dadurch kann man gemeinsame Lehrbücher und Lehrmethoden entwickeln und anwenden. Die Idee hierfür gab es schon länger aber erst mit dem Geld und dem Gewicht der Melinda & Bill Gates Stiftung konnten die Vorarbeiten hierfür so weit vorangebracht werden, dass man jetzt Beschlüsse fassen kann. Speziell die Staaten mit schlechtem Schulsystem wollten bei der Festlegung einheitlicher Standards nicht mitmachen. Das Festlegen von Standards (wie sie Bill Gates in der IT Branche schon längst etabliert hat) ist sicher schwierig aber doch machbar. Schwieriger ist es, die bisher Verantwortlichen zum Mitmachen zu bewegen. Am einfachsten geht das mit Geld. Die Obama Regierung hat einen Honigtopf mit 3,4 Milliarden $ gefüllt, von dem nur die Staaten etwas abbekommen, die gewillt sind, nach den definierten Standards zu arbeiten.  Wo das Geld herkommt ist bei der großen Staatsverschuldung in USA ähnlich wie in Deutschland eigentlich egal. Allerdings hat nur die Bundesregierung Zugriff auf die Gelddruckmaschine und kann damit die einzelnen Bundessstaaten mit Geld lenken.

Frau Schavan findet die Idee natürlich grossartig und möchte auch gerne so einen Honigtopf zum Verteilen haben. Im Gegensatz zu den USA hat man aber die Hausaufgaben für die Standards in Deutschland nicht gemacht. Bei der Vielzahl der Schulformen in Deutschland wird das aber schwierig, obwohl Rechnen und Lesen doch wohl von der Politik unabhängige Felder sind.  Die deutschen Landesfürsten allen voran Stefan Mappus  Mappi-Schlappi in Baden-Württemberg sind da natürlich sofort verbal dagegen. Man hat offensichtlich übersehen, dass durch Festlegen eines Standards niemand daran gehindert wird, den Standard zu übertreffen. Das hat in USA auch der Bildungsvorzeigestaat Massachusetts eingesehen.

Vielleicht sollte man mal Bill Gates fragen, ob er nicht auch in Deutschland vernünftige Bildungsarbeit und die Erarbeitung von Bildungsstandards finanzieren will. Die etablierten Strukturen in Deutschland können das offensichtlich nicht leisten.

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