Die meisten Arbeitnehmer zahlen in Deutschland zwangsweise Beiträge in die Gesetzliche Rentenversicherung und finanzieren in vielfältiger Weise politisch motivierte Leistungen an Personen, die wenig oder gar keine Beiträge zur Rentenversicherung bezahlt haben z.B. nicht arbeitende Ehefrauen mit Kindererziehungszeiten (auch von Ehepartnern, die nie in das System einbezahlt haben), Arbeitnehmer mit Beschäftigungszeiten in der ehemaligen DDR usw. Dadurch werden die Renten der treubraven Einzahler vermindert, obwohl der Bund aus Steuermitteln wenigstens einen Teil der politisch gewollten Sonderleistungen durch Steuermittel ausgleicht.
Nun ist ein sozialer Ausgleich bei der Rente grundsätzlich nicht abzulehnen. Unverständlich ist jedoch, dass viele Berufsgruppen, allen voran die Beamten, aus diesem sozialen Ausgleich heraus gehalten werden. Aber auch Ärzte, Steuerberater, Künstler, Selbständige, Abgeordnete usw. haben ihre eigenen Rentenversicherung, bei denen kein Sozialausgleich stattfindet. Ein Arzt erhält z.B. bei gleicher Einzahlung wie ein angestellter Ingenieur (Höchstbeitrag 1094,50 € /Monati ab Ende der Ausbildung) etwa 4000 € Rente während der Ingenieur etwa 1300 € erhält.. Das zeigt wie die besser Verdienenden zum Sozialausgleich mit ihren hohen Beiträgen zur Rentenversicherung herangezogen werden, während die Beiträge der priviligierten Berufsgruppen nur für ihre eigene Rente verwendet werden. Häufig wird dagegen argumentiert, dass diese priviligierten Gruppen durch höhere Steuern indirekt zum Ausgleich in der Rentenversicherung beitragen. Das ist aber nicht richtig, da ein Angestellter neben seinen Zahlungen an die Rentenversicherung ja auch Steuern bezahlt und so zweimal zur Kasse gebeten wird. Diese Sonderbehandlung bestimmter Gruppen zeigt einmal mehr, wie man sich mit geschickter Lobbyarbeit (bei Einschluss der Abgeordneten) und mit Hilfe der am Rentengeschäft interessierten Versicherungen aus der allgemeinen sozialen Verantwortung stehlen kann.