Die Zukunft der Batchelors – Batchelorschwemme und Bierakademie

Das gesamte deutsche Bildungswesen ist geprägt von der zunehmenden „Internationalisierung“, das heißt man möchte sich internationalen Erziehungsstandards angleichen. Das große Vorbild sind dabei die USA, die eine Unmenge an Batchelor Absolventen auf allen möglichen und unmöglichen Hochschulen produzieren. Das Niveau dieser Hochschulen ist höchst unterschiedlich und ist vergleichbar mit einem alten deutschen Realschulabschluss (ohne Fremdsprachen) bis zu einem Standard, der höher liegt als an deutschen Universitäten. In USA ist deshalb für eine Anstellung nicht entscheidend welchen Abschluss man hat, sondern wo man den Abschluss gemacht hat. Die Batchelor Flut ist in USA trotz hoher Studiengebühren, die oft mit Krediten bezahlt werden, inzwischen so groß, dass nicht einmal Batchelors mit Abschlüssen von teuren, renommierten Universitäten eine Anstellung finden (siehe Foto und Artikel in der NY Times). Immer mehr Batchelors müssen in Positionen arbeiten, die gar kein Studium benötigen.  Noch schlimmer sieht es in den EU Krisenländern Griechenland, Spanien, Portugal aus. Auch Ägypten, Algerien, Marokko und Tunesien. haben Probleme  mit der Akademikerarbeitslosigkeit. Ein hoher algerischer Politiker erklärte vor einigen Jahren, dass eigentlich Geld und auch genügend Ingenieure in Algerien für den Ausbau der Infrastruktur vorhanden wären. Gebraucht werden aber Poliere und Fachkräfte, die mit Geräten und Materalien umgehen können. Die kommen aber nicht von den Universitäten!

Die „Internationalisierung“ des deutschen Bildungswesens geht einher mit einer Verringerung der Ansprüche an Schüler und Studenten. Selbst bei den Bayern werden jetzt nachträglich die Ansprüche im Abitur gesenkt. Jetzt bekommt man das Abitur bereits, wenn man in den drei Kernfächern Deutsch, Mathematik, Fremdspache eine Vier und zwei Fünfer hat. Das wird wohl für das Studium auf einer bayrischen Bierakademie oder auf einer amerikanischen Hot Dog University ausreichen (die Mc Donals University hat schon höhere Ansprüche!), vorausgesetzt man hat in Englisch eine Vier. Mit der Senkung des Niveaus an den Schulen geht eine höhere Bezahlung der Lehrer (jetzt sind ja bald alle Gymnasiallehrer) und der „kleinen“ Professoren an den diversen Fachuniversitäten einher, die früher als Gewerbelehrer eingestuft wurden. Damit ergibt sich eine Win-Win-Win Situation für Lehrende, Eltern und Schüler/Studenten, die sich für viele Batchelors spätestens nach dem Studium eines obskuren Fachs und Arbeitslosigkeit dann in eine Win-Loss-Loss Situation verwandelt. Da tröstet es wenig, dass Universitätsabsolventen häufiger Arbeit finden, als Menschen ohne Universitätsabschluss. Die deutschen Statistiker sagen nämlich nicht, ob sie auch in dem Fachgebiet arbeiten können in dem sie studiert haben oder zumindest ein äquivalentes Einkommen erzielen können.

Offensichtlich gibt es aber auch einen Bedarf nach Uniabsolventen außerhalb der üblichen Karrierepfade z.B. suchte neulich ein offensichtlich wohlhabender Unternehmer per Anzeige einen Chaffeur, der mehrere Fremdsprachen spricht und mit dem man sich auf der Fahrt über anspruchsvolle Themen unterhalten kann.

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Eine Antwort zu Die Zukunft der Batchelors – Batchelorschwemme und Bierakademie

  1. Gartenrot schreibt:

    Statt uns an das angeblich höhere Niveau anzugleichen, sollten es die deutschen Universitäten sein, die einen Standard setzten. Das ist bisher auch so gewesen und das liegt an dem Ausbildungssystem in Deutschland. Nun fallen wir unter ferner liefen und sind auch noch stolz darauf.

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