Auch ohne Neuschulden können die Altschulden Länder erdrücken

Die Griechen haben richtig erkannt, dass sie auch ohne Aufnahme von neuen Schulden die Lasten der Altschulden nicht tragen können. Auch für einen Betrieb, der in Konkurs geht, sind die Altschulden das Problem und nicht die neuen Schulden, die der Betrieb eventuell aufnehmen möchte.Die Verweigerung der Kredite ist zwar der Auslöser des Konkurses aber nicht die Ursache.

In Deutschland versucht man zur Zeit wenigstens  die Gesamtschulden von Bund und Ländern zu identifizieren. Für die Haushalte ist aber wesentlich wann Schulden fällig werden. Schulden werden heute ja nicht zurückbezahlt sondern man nimmt einfach neue Schulden auf. Beispiel für Fälligkeiten der Länderschulden (Quelle: F. Zipfel, DB Research, Verschuldungsstruktur der Bundesländer , Bloomberg)

Man sieht, dass die „Schuldenmacher“ unter den Ländern sich auch vorwiegend mit kurzfristigen Anleihen finanzieren. Mit schlechtem Beispiel geht hier NRW voran, wo schon 2012 über 12 Milliarden € fällig werden und umgeschuldet werden müssen. Bei fallenden Zinsen führt die Umschuldung zu Entlastung bei steigenden Zinsen ist dies natürlich kritisch. Bremen und Rheinlandpfalz haben bezogen auf ihre Steuereinnahmen relativ viel kurzfristige Schulden. Die Schuldenbremse hilft nicht viel, wenn schon durch höhere Zinsen bei den Altschulden sich die Zinsausgaben der Länder erhöht werden.

Bedenklich ist auch, dass Bund und Länder teilweise „komplexe“ Finanzprodukte nutzen, die zwar kurzfristig niedrige Zinsen bieten aber unkalkulierbare Risiken enthalten können. Bund und Länder haben u.a. damit begonnen Kredite in Fremdwährung aufzunehmen. Es ist ziemlich sicher, dass die Banker sich zur Umgehung der Schuldenbremse noch einiges für ihre Kunden, die Politiker, werden einfallen lassen.

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