Das Deutsche System Gesundheitskarte ist am Ende – Achtung Privatversicherte

Lauterbach und viele deutsche Neidbürger täuschen sich. Privatpatienten zahlen heute etwa 1000 € Krankenversicherung/Monat und sind trotzdem oft benachteiligt! Bisher habe ich geglaubt, daß man mit einer deutschen Versicherungskarte einfach zum Arzt gehen kann und man wird dann behandelt. Bei einem Arztbesuch wurde ich aber eines besseren belehrt. Die Sprechstundenhilfe kam mit einer Versichertenkarte und fragte den Arzt, ob man den Patienten mit dieser Karte behandeln könnte. Antwort des Arztes: „Nein er soll in drei Tagen mit einer Überweisung oder einer EC Karte wieder kommen.“ Die Erklärung ist ganz einfach: der Besitz einer deutschen Versicherungskarte bedeutet heute nicht mehr, daß der Versicherte tatsächlich versichert ist. Er war versichert zum Zeitpunkt als er die Karte erhielt – inzwischen hat er aber eventuell seine (Zeit)Arbeitsstelle und seinen Versichertenschutz verloren. Selbständige, die privat versichert sind, wechseln häufig in Tarife, die nur wenig Leistungen bezahlen, weil sie die hohen Beiträge nicht mehr bezahlen können. Auch die Beihilfe der Beamten zahlt inzwischen nicht mehr beliebige Behandlungen. Der Arzt bleibt dann auf seiner privaten Rechnung sitzen. Hat der gesetzlich versicherte Patient eine gültige Überweisung von einem anderen Arzt, erhält der Arzt auf alle Fälle sein Geld von der Krankenkasse. Merke ein guter, kranker GKV Versicherter bringt dem Arzt mehr Geld als ein Privatpatient der jeden Euro umdreht.

Wir bekommen so langsam Verhältnisse wie in USA. Ein US Arbeiter, der sich mit der Kettensäge den linken Daumen abgesägt, und ihn in ein Taschentuch eingewickelt zum Arzt mitbrachte, mußte den Daumen erst ablegen und mit der rechten Hand die Kreditkarte herausziehen bevor der Arzt zur Tat schritt.

In Slowenien hatte man das Problem mit der Versicherung nach der Abspaltung von Jugoslawien. Alle Alt-Jugoslawen wollten sich in Slowenien umsonst behandeln lassen. Man hat deshalb schon früh ein landesweites Online System entwickelt, mit der die Gültigkeit der Karten und des Versicherungsschutzes ähnlich wie bei einer Bankkarte geprüft werden konnte. Dieses Netzwerk wurde ausgebaut und ist heute die sichere Infrastruktur für Online Datenaustausch und Gesundheitsdienste. Slowenien hat für die Weiterentwicklung des Online Systems eine Organisation für die Steuerung der Weiterentwicklung gegründet, der staatliche Stellen, Ärzte, Versicherungen und private Technologie Lieferanten angehören. IBM Slowenien hat für die Unterstützung des Systems ein slowenisches Team zusammengestellt, das weltweit Health Systeme konzipiert und unterstützt. So bekam Slowenien Knowhow und Arbeitsplätze ins Land und ist nicht der Willkür der IBM Strategen in USA ausgeliefert.

Slowenien musste lernen, daß man komplexe Systeme mit den alten auch bei deutschen Behörden üblichen Ausschreibungsverfahren nicht aufbauen kann. Die Verteidigungsministerin von der Leyen kann den Verantwortlichen des deutschen Gesundheitssystems sicher gut erklären, wie man komplexe Projekte nicht angehen sollte.“Stellst Du in Unvernunft Berater ein, wird’s wohl niemals fertig sein!“ Bei der Konzeption des Systems hat die AOK Baden-Württemberg übrigens geholfen – ohne Honorar als Aufbauhilfe Ost! Damit konnnte das slowenische Health Team zusammen mit den Smartcard Experten aus dem IBM Labor Böblingen fehlende Anwendungs-Expertise einbringen und nach vielen Verwirrungen durch Lobbyisten letztendlich das Projekt gewinnen und bis heute betreiben.

Die deutsche GKV Karte hat übrigens alle Sicherheitsfunktionen, die man für ein modernes System benötigt. Leider arbeitet sie anders als der Personalausweis noch mit Kontakten. In moderne Smartphones kann man diese Karten aber nicht stecken. Das iPhone u.a. hat aber schon länger eine kontaktlose NFC Schnittstelle mit der man kontaklose Karten auslesen kann.

 

Für sichere Identifikation braucht man nur seine Karte an das Smartphone halten. Besser und einfacher geht es nicht wenn man Apple (iOS) und Google (Android) nicht das gesamte Magement der geheimen Schlüssel der Kunden übergeben will. Leider hat weder Apple noch Google diese Schnittstelle für Entwickler und Benutzer freigegeben. Man möchte zunächst kostenpflichtige, proprietäre Anwendungen z.B. für Identitätsprüfung und Zahlung entwickeln. Wo der Kunde ist, ist auch das Geld.

In der GroKo will Minister Spahn nun die Gesundheitskarte reformieren nachdem er die letzten 8 Jahre als CDU Gesundheitspolitiker nichts erreicht hat. Gegen die Lobbyisten hat er wohl aber wenig Chancen.

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