Dummheiten – lange leben und für das Alter sparen

Quelle: Gut leben in Deutschland

Die meisten Deutschen wünschen sich ein langes Leben und versuchen dies durch gesunde Ernährung, viel Sport, viel Medizin, hohes Einkommen, Philosophie und diverse Wundermittel zu erreichen. Das funktioniert heute in Deutschland für immer mehr Mitbürger. Unsere Regierung will mit der Website   Gut Leben in Deutschland von ihren Wohltaten überzeugen. Die erste Enttäuschung ist aber schon das Diagramm der Lebenserwartung. Im Ländervergleich liegt Deutschland in der EU trotz der vielen Ärzte und Krankenhäuser nur im Mittelfeld. Führend sind Spanien und Italien wohl weil sie sich besser ernähren und im Alter gerne auf dem Land leben.

Interessant ist, daß sich Deutsche mit höheren Einkommen kränker fühlen als Deutsche, die mit geringeren Einkommen auskommen müssen. Da muß an der alten Weisheit „Geld macht nicht glücklich“ etwas dran sein!

Wer als Deutscher älter als 80 Jahre wird kann sich zunächst freuen hat er doch der Statistik ein Schnippchen geschlagen. Leider nehmen aber im Alter die Krankheiten zu und schnell ist das Ende des „Well Being“ Alters erreicht. Ein rechtzeitiger Besuch in einem Pflegeheim kann hier einen wesentlichen Beitrag zur Aufklärung über die Pflege im Alter leisten. Etwa 700 000 Bürger, im Schnitt 84 Jahre alt sind 2017 in Pflegeheimen untergebracht. Die Branche macht insgesamt etwa 50 Milliarden € Umsatz im Jahr.

Nun geht es den meisten Gästen (so heißen sie heute in den Prospekten) in den Pflegeheimen nicht mehr sehr gut und die Pflege ist sehr aufwändig. Der Aufenthalt in einem Pflegeheim mit guter medizinischer Pflege kostet heute unabhängig von der Pflegestufe etwa 4000 €. Das wird von der Pflegekasse nur zum Teil bezahlt Der von den Gästen zu tragende Eigenanteil beträgt z.B. im Mittel in Mecklenburg-Vorpommern 1346 € während im Westen häufig 2500 € verlangt werden. Träger der meisten Pflegeheime sind übrigens nicht gierige Spekulanten sondern freigemeinnützige Organisationen wie Caritas, evangelische Heimstiftungen u.a., die laut Gesetz keine Gewinne erzielen dürfen. Viele Angehörige versuchen deshalb durch persönliche Pflege das Häuschen von Oma zu retten. Besonders gekniffen sind die Angehörigen, die nach jahrelanger Pflege hoffen, daß   Omas Häuschen zu ihrer Altersvorsorge beiträgt. Wenn wegen Überforderung aufgegeben werden muß, ist die Altersarmut dann vorprogrammiert. Die Rente der meisten Gäste reicht für die Zuzahlung nicht aus. Das Sozialamt greift dann auf das Vermögen, gerne die Eigentumswohnung oder das Haus, zurück. Ist kein Vermögen vorhanden müssen die Kinder, sofern vorhanden, einspringen. Sozialschlaue sorgen also dafür das im Alter weder Vermögen noch Einkommen vorhanden ist. Dafür gibt es heute schon Heerscharen von Beratern.

Die Kinder der Pflegeheimgäste sind natürlich nicht davon begeistert, daß sie für ihre Eltern bezahlen müssen. Für die Kinderlosen, die immer  gut gelebt und nicht gespart haben, muss das Sozialamt und damit die Steuerzahler bezahlen. Da die betroffene Gruppe aktive Wähler sind, möchten die Parteien diese Gruppe entlasten. In Österreich hat prompt die Partei gewonnen, die die Abschaffung der Haftung der Kinder versprochen hat! Unsere Politiker wollen nun auch die Haftung der Kinder für ihre Eltern beschränken, die mehr als 100 000 € verdienen. Wer also Kinder großgezogen, ihre Ausbildung bezahlt und fleißig gespart oder sogar für eine freiwillige Zusatzrente bezahlt hat, ist in unserem Sozialsystem der Dumme. Als Faustregel gilt, daß ein Kind im Mittelstand die Eltern etwa soviel wie eine Eigentumswohnung kostet. Die Kosten für Kinder steigen auch ähnlich wie die Immobilienpreise. Der einzige Vorteil für die sparsamen, fleißigen Bürger ist, daß sie sich im Alter nicht mit den vielfältigen Auswüchen unserer Sozialgesetzgebung herumärgern müssen. In unserer Sozialgesetzgebung ist die Haftung der Eltern für die Kinder begrenzt. Umgekehrt gilt das aber nicht egal, wie schlecht die Eltern die Kinder behandeln oder sich bei einer Scheidung davon gemacht haben. Eine ältere Mutter hat die Sachlage neulich auf dem Spielplatz gut formuliert: „Von deinem Alten kannst Du dich scheiden lassen – deine Familie wirst du nie los.“ Hier gelten noch die traditionellen biblischen Werte.

Recht guter FOCUS Artike: Das Leben der Hochbetagten von 2007 (inzwischen hat sich die Lage wohl verschärft)

 

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