EU Regel – Deutschland verunstaltet seine Wohnungen mit Brandmeldern

BrandmelderDa die Abgeordneten in der EU in der Politik wenig zu sagen haben, lassen sie sich immer wieder Neues einfallen, um die Bürger daran zu erinnern, wie wichtig sie doch sind. Nachdem die Kampagne mit den Energiesparlampen durch die Technologie der LED Lampen ad absurdum geführt wurde, sollen jetzt Brandmelder in Europas Wohnungen für mehr Sicherheit sorgen. So schafft man in Europa neue Märkte und Arbeitspätze in der einschlägigen chinesischen Industrie! Die Umsetzung des EU Gesetzes wird an die Länder delegiert. Der Deutsche Bundestag hat dazu ein Gesetz erlassen, dass die Verantwortung für die Ausgestaltung des Gesetzes an die Länder weiter gibt. So sorgt die EU auch für Arbeit in Deutschlands Parlamenten und Behörden auf mehreren Ebenen – aus einem EU Gesetz entstehen jetzt plötzlich Hunderte von Gesetzen in Europa.  In Deutschland haben 11 von 16 Ländern das Gesetz bereits umgesetzt. In 10 Ländern wird die Vorschrift nicht nur auf Neubauten (wie von der EU eigentlich vorgesehen) sondern auch auf Altbauten angewendet.

Das ist natürlich gut für das Geschäft der einschlägigien Industrie und der Handwerker. Ein schönes Beispiel für die Schaffung neuer Arbeitsplätze in der EU. Nun kann sich jeder z.B. per Online Kurs in etwa zwei Stunden zum Experten für Brandmelderanlagen fortbilden, ein Zertifikat erwerben  und gegen gutes Geld die Bürger beim Einbau beraten. Anschließend kann man bei den jährlichen Kontrollen die Mietnebenkosten für die Wohnungen in Deutschland  weiter in die Höhe treiben.

In meinem Eigenheim sollten nach der Begehung eines Experten 8 (in Worten acht) Brandmelder eingebaut werden. Dabei wird nach dem Auszug der Kinder nur ein Schlafzimmer genutzt. Bei einem Brand würde ich lieber über die Balkontür fliehen als über die Holztreppe im Haus.  Also würde eigentlich ein Brandmelder reichen.

Die Grüne Landesregierung in Baden-Württemberg ist natürlich besonders eifrig, wenn es um Vorschriften für die Bürger geht. Der zuständige Minister Winried Hermann nimmt die Gelegenheit gerne wahr, sich als Retter der Bürger darzustellen. Gemäß Darstellung der Landesregierung sterben in Deutschland etwa 400 Bürger bei Bränden ein Großteil davon im eigenen Heim. Zum Vergleich: in Jahr 2012 starben 406 Menschen bei bei Fahrradunfällen. Insgesamt starben  3 368 Menschen im Jahr 2014 auf deutschen Straßen. Insgesamt ist das deutsche Heim noch relativ sicher.

Nun ist es sicher löblich, dass unsere Regierung tödliche Unfälle vermeiden möchte. Fraglich ist allerdings ob mit dem immensen Aufwand für die Anbringung das Ziel auch erreicht wird. In der Stuttgarter Zeitung von heute 5.5.2005 werden zwei Brände berichtet.

Brandmelder

Raucher Unfall, Stuttgarter Zeitung vom 5.5.2015

 

In einem Fall handelt es sich um den typischen Raucher Unfall, bei dem der Brand von Zigaretten ausging. Trotz Brandmelder kam der Bewohner aber ums Leben – offensichtlich hat er den Alarm (aus welchen Gründen auch immer) verschlafen. Das ist untypisch, da die Raucher die Brandmelder in der Regel abstellen um ohne Störungen rauchen zu können. Häufig werden die Brandmelder auch bei geschlossener Zimmertür nicht gehört. Typisch ist dabei der Brand in einem Heim in Calw mit 4 Toten. Brandmelder im Zimmer hätten da auch nicht geholfen, da sie erst zu spät ansprechen wenn es auf de Flur brennt.

Im zweiten Fall handelt es sich um einen Wohnungsbrand, der durch ein Elektrogerät ausgelöst wurde, und ein Rauchmelder ansprach. Das ist eigentlich nicht im Sinne des Gesetzes (siehe die Erklärung des Ministers Hermann oder seiner Beamten), das den Schutz des Eigentums vor Bränden nicht beabsichtigt. Die Bewohner hatten die Wohnung verlassen und das Eingreifen der Feuerwehr war sicher sinnvoll. Bei einem Fehlalarm, der in Zukunft wohl in Deutschland sehr häufig vorkommen wird, wäre es für die Bewohner sehr teuer geworden.

In der Statistik der Wohnungsbrände sind Elektrogeräte (35 % Trockner, Waschmaschine, Fernseher), menschliches Fehlverhalten (17% Rauchen, Kerzen usw) und Überhitzung (9% Stecker)  die häufigsten Brandursachen. Es wäre sicher sinnvoller die Brände recht schnell nach der Entstehung zu melden z.B. über vernetzte Brandmelder z.B. in Küche, Waschküche und im Wohnzimmer (Fernseher, Adventskranz, Weihnachtsbaum usw). Für ältere Gebäude in verwinkelten Altstädten sollten in den oberen Etagen Feuerleitern bereit gestellt werden. Es ist wenig hilfreich wenn die Bürgermeisterin der türkischen Familie im brennenden Dachstock „Harren sie aus“ im Dachstock zuruft (wie in Hechingen), weil die Feuerwehr mit ihrem Hightech Gerät nicht an das Gebäude herankommt.

Wie so oft propagieren unsere Politiker und Parlamentarier lieber  „Ein Hut passt allen“ als den Bürgern in einem anstrengenden Dialog zu helfen, die für den Einzelfall richtigen Lösungen zu finden. Offensichtlich ist Denken nicht mehr gefragt wenn eine Oder aus der EU Zentrale aus Brüssel kommt.

Auf alle Fälle werden die vielen durch unsinnige Brandmelder verunstalteten Wohnungen in Deutschland für Gesprächstoff sorgen und die Bürger hoffentlich zum Nachdenken über die Sinnhaftigkeit der EU Bürokratie anregen .

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Die heimlichen Pläne von Frau Nahles und den Gewerkschaften – aus 0 mach 1

Wendeplatte-FotoWenn ministerielle Neulander wie Frau Nahles plötzlich die digitale Arbeitswelt entdecken und gleich mit Arbeiten 4.0 einsteigen wollen ist gesunde Skepsis angesagt. Wenn dann auch die Gewerkschaften das Thema aufgreifen, kann man wohl eine konzertierte Aktion vermuten.

Die Gewerkschaften versuchen die Fortbildung (natürlich nur für Gewerkschaftsmitglieder) als Instrument einzusetzen sowohl um den Einfluss der Gewerkschaften in den Betrieben zu stärken als auch Lohnerhöhungen über höhere Qualifikation ihrer Mitglieder zu erreichen. Beispielhaft sieht man das zur Zeit bei den Arbeitsplätzen in den Kitas. Zuerst wird ein Dienst etabliert und dann werden die formalen Anforderungen erhöht und daraus dann ein höherer Lohn abgeleitet. Das bringt mehr ein als die geringen jährlichen Lohnerhöhungen. Im öffentlichen Dienst funktioniert das ja schon ganz gut.

Ganz ähnlich möchten die Gewerkschaften einen Teil des Kuchens Betriebliche Ausbildung übernehmen. Auch die Betriebsrenten möchten die Gewerkschaften ähnlich wie in USA übernehmen. Da sollte man allerdings aufpassen – die Kassen der US Gewerkschaften haben in den letzten Jahr  am meisten Geld verloren.

Nun trifft es sich gut, dass die Arbeitsministerin  108 000 Mitarbeiter in der Bundesagentur für Arbeit (BfA) beschäftigt, die eigentlich nicht effektiv arbeiten. Reguläre Arbeitsplätze laufen heute ohne BfA direkt über das Internet. Die Erfolge der BfA bei Problemkunden sind recht bescheiden. Besonders gern vermitteln die Mitarbeiter der BfA deshalb in kurzfristige Zeitarbeit. Da kann man geeignete „Arbeitslose“ mehrmals im Jahr vermitteln und die Zahl der erfolgreich vermittelten „Kunden“ für die Statistik erhöhen. Die Problemkunden, die Langzeitarbeitlosen, bleiben dabei natürlich auf der Strecke. Obwohl nur etwa 41% der Mitarbeiter der BfA tatsächlich in der Vermittlung arbeiten hat man noch zu viele Mitarbeiter und muss Mitarbeiter abbauen.  Ein Großteil der Arbeit wird durch schlechte Arbeitsoganisation und  die aufwändige Bürokratie für die Hartz IV verursacht.

Mit der Übernahme eines neuen Wasserkopfes „Fortbildung“ könnte Frau Nahles neue Jobs für die überzähligen BfA Mitarbeiter schaffen. Diese müssten natürlich „qualifiziert“ werden und könnten dann in eine höhere Gehaltsstufe kommen. Die BfA Mitarbeiter würden dann sicher auch gerne die Fortbildung für die Gewerkschafter übernehmen und  gerahmte Zertikate für die Wände in den Büros ausgeben ähnlich wie es in USA schon lange Usus ist.

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