Urheberrecht – wo bleiben die Rechte der Autoren

Die VG Wort hat ein Positionspapier zum Urheberrecht erstellt und behauptet damit die Rechte der Autoren zu vertreten. Nun gibt es viele Autoren, die nicht von der VG Wort vertreten werden und auch viele Autoren, die Mitglied von VG Wort sind (u.a. ich selbst), die aber noch nie von dieser Organisation nach ihrer Meinung gefragt worden sind (das ist so ähnlich wie beim ADAC). Nun sollten Autoren ähnlich wie Ingenieure ihre Patente oder Designer ihre Gebrauchsmuster schützen können. Allerdings müssen die Autoren dann auch ein allgemein verbindliches System zur Registrierung ihrer Werke akzeptieren und benutzen ähnlich der ISBN Nummer bei Büchern. Im Web läßt sich das heute mit geringem Aufwand für die Autoren und die Verwaltung realisieren. Damit wäre auch für die Benutzer eindeutig definiert, was geschützt ist und was nicht.

Im Positionspapier der VG Wort gibt es keinerlei Hinweis was eigentlich ein „Werk“ ist. Im Moment kann ja jede Äußerung eines Autors als Werk interpretiert werden. Sehr durchsichtig ist auch das Bestreben der VG Wort, weiterhin über Pauschalen Geld für private Kopien einzuziehen. Das eingehende Geld soll dann wie bisher nach Gutsherrenart an wenige privilegierte Mitglieder und die Funktionäe von VG Wort verteilt werden. Von den Rechten der Autoren auf angemessene Beteiligung an diesen Einnahmen wird überhaupt nicht gesprochen. Meist müssen junge Autoren ihre Werke für ein Butterbrot an Verlage oder Mediagesellschaften verkaufen, während etablierte Autoren nicht nur über direkte Verkäufe ihrer Bücher sondern auch über die Zahlungen der VG Wort bevorzugt bedient werden.  Kann Wunder dass gerade diese Autoren, das bestehende System vehement verteidigen.

Kein Wort verliert die VG Wort über die Rechte der Autoren im Ausland. Wer im Web veröffentlicht, möglichst auch noch in Englisch, ist für die VG Wort wohl völlig uninteressant.

Die Autoren und die Verlage sollten sich aber auch einmal bewußt werden, dass sie täglich bei der Werbung für ihre Werke im Internet sowohl die von den Verbrauchern bezahlte Infrastruktur als auch die vielen Standards und Open Source Werke der IT Autoren nutzen ohne dafür zu bezahlen. Die eigenen Rechte möchte man eben gerne schützen – mit den Rechten der Anderen nimmt man es dagegen nicht so genau.

 

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Kultur für Führungskräfte – was sollten die Kinder lernen

Quelle: CNBC

Eltern wollen nur das Beste für ihre Kinder und versuchen mit allen Tricks, ihren Kindern eine bessere Startposition ins Leben zu verschaffen. Das Erlernen eines Musikinstruments ist dabei eine beliebte Zusatzqualifikation im Mittelstand. Noch in den 60er Jahren konnte so manches Großunternehmen ein Streichquartett aus seinen Führungskräften rekrutieren. Bei Bosch aber auch bei Betrieben in der DDR gab es sogar ein Betriebsorchester. Später musste man Tennis spielen um die richtigen Leute für den Aufstieg kennenzulernen. In den 90er Jahren wollten plötzlich alle Golf spielen. Auch das ist zumindest in Deutschland inzwischen out. Topmanager arbeiten die ganze Woche hart und joggen dann am Wochenende allenfalls mit ihrem Personal Trainer und sind eigentlich asozial.

Wirklich erfolgreiche Führungskräfte in der IT Branche wie Bill Gates und Steve Jobs mussten Gitarre spielen, damit sie bei ihren Peers anerkannt wurden. Ob allerdings die Strategie von Warren Buffet aufgeht, der in China ein Lied mit Begleitung auf der Ukulele vortrug, wird sich zeigen. Eins ist allerdings sicher – klassische Musik mit Klavier und Geige ist allenfalls noch für den Aufstieg in Seniorenheimen wichtig.

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