EU Copyright für die Bild Zeitung

Die EU-DSGVO ist ein klassisches Beispiel für „Gut gedacht – schlecht gemacht“. Das Ziel, die privaten Daten zu schützen, ist ja nett aber in vielen Fällen unsinnig. Man stelle sich nur vor, was passieren würde wenn alle Bürger in der EU keinen Ausweis (sie wollen ihr Alter z.B. nicht verraten ), alle Fahrzeuge kein amtliches Kennzeichen hätten oder niemand seine Telefonnummer bekannt geben würde. Damit das gesamte System weiter funktioniert, dürfen alle Firmen und Organisationen, die meine Daten für ihr ‚Business‘ brauchen, diese speichern, verwenden und beliebig viele Geschäftspartner weitergeben. Der Staat kann beliebige Gesetze zum Sammeln und Verarbeiten von Daten erlassen. Real hat sich beim Datenschutz für den Bürger nichts geändert. Facebook, Google und Co sowie Millionen von kleinen Firmen haben einfach neue Geschäftsbedingungen veröffentlicht denen die Bürger zustimmen müssen. Damit wird sogar Missbrauch legalisiert.

Der administrative Aufwand für die DSGVO, zusätzliche Fahrkosten z.B. für Patienten und Arbeitszeitkosten übersteigen in Deutschland sicher eine Milliarde € im Jahr. Es gibt aber auch Schätzungenfür die DGVO Zusatzkosten von 9 Mrd €.

Der nächste EU Schildbürgerstreich wird von der Zeitungslobby unter Führung der Bildzeitung geplant. Gesetze, die man im eigenen Land nicht durchs Parlament bringen kann, werden einfach zur EU geschoben. Das EU Parlament hat eigentlich wenig zu tun und greift gerne digitale Themen auf.

Die Zeitungsverlage sehen ihr traditionelles Geschäftsmodell gefährdet. Die Jugend liest keine Zeitung und abonniert auch keine Zeitung mehr. Allenfalls werden einzelne Artikel gelesen, die man über Google-Suche findet. Das gibt den Verlagen die Chance über Online Werbung etwas Geld zu verdienen. Jede Website kann die Google-Suche sperren und versinkt damit in die Bedeutungslosigkeit.

Nun argumentieren die Verlage, dass die Einnahmen für unsere Demokratie wichtig sind, um den Qualitätsjournalismus zu unterstützen. Nun ist es mit dem Qualitätsjournalismus nicht weit her. Kritischer Journalismus wird bei den meisten Blättern vermieden – man will es sich ja nicht mit den Anzeigenkunden und den Quellen verderben. Selbst seriöse Blätter haben weniger als 10% eigene Artikel in einer Ausgabe ihrer Zeitung – meist nur in der Rubrik Lokales. Ein Grossteil der Artikel wird über Agenturen bezogen. Häufig werden die Zeitungen und die Agenturen für die Platzierung versteckter, als Artikel getarnte Werbung bezahlt.

Die NY Times ist schon einen Schritt weiter beim Thema Transparenz. Im Header werden solche Artikel gekennzeichnet. Siehe   Wasser Lobby Artikel der Firma Nestle oben! Die Copyright Rechte für die zugekauften Artikel liegen meist nicht bei den Zeitungsverlagen. Meist haben sie nur begrenzte Nutzungsrechte.

Beliebt sind auch Rewrites. Man schreibt einfach eigene Artikel basierend auf Artikeln der New York Times oder anderer ausländischer Zeitungen (eine klassische Aufgabe der gymnasialen Oberstufe) ohne eigene Recherche um. Ich habe die NY Times Online abonniert und finde regelmässig zwei Tage später deutsche Artikel zu den NY Times Artikeln in den gehobenen deutschen Tageszeitungen. Auch ich greife gerne Themen der NY Times auf, agiere aber nicht als Übersetzer.

Nun gibt es seit langem ein Online Abrechnungssystem der Verwertungsgesellschaft Wort in Deutschland. Damit werden die Klicks auf Artikel in Internet gezählt und die Autoren erhalten ein Honorar. Der Geldtopf wird gespeist aus den Copyright Zwangsabgaben für Nutzung von Artikeln auf PCs und Kopierern. Das waren 2016 nur 184 Mio €. Davon wird aber nur ein kleiner Teil an die Online Verlage ausgeschüttet – das sind für Springer, Burda u.a. natürlich nur Peanuts.

Facebook hat bereits erkannt, dass traditionelle Medien für die Jungen nicht mehr interessant sind. Sie schauen Videos bei Netflix und Youtube, tauschen Fotos und Nachrichten und lesen allenfalls Blogs.

Bei der älteren Generation wird die Tageszeitung noch eine Rolle spielen ist sie doch zum Einwickeln des Biomülls wesentlich für die Bioten.

EU Gesetze werden das alte Geschäftsmodell der Zeitungsverlage nicht retten können

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