Darf Deutschland Strom importieren?

Zur Zeit starrt ganz Deutschland wie gebannt auf die Energiequelle Strom, die ja in vielen Anrainerstaaten mit Atomkraftwerken erzeugt wird und damit „unmoralisch“ ist. Dabei regt sich niemand darüber auf, dass unsere Hauptenergiequelle Öl (das braucht man ja für das deutsche Auto!) sicher nicht als „Fair Trade“ Ware ins Land kommt. In den meisten Förderländern (Lybien, Arabien, Nigeria usw ) werden die Bewohner von üblen Diktatoren unterdrückt und ausgebeutet, während die Gewinne aus dem Ölgeschäft auf den Konten der großen Ölgesellschaften und lokalen Potentaten landen. Es wird auch nicht diskutiert wie das Gas aus Russland zu uns kommt. Der Chefvertreter Herr Schröder tritt ja überall als Edelmensch auf, der den Deutschen mit dem von Herrn Putin und seinen Freunden kontrollierten russischen Gas nur Gutes tun will.

Es ist an der Zeit, die moralische Heuchelei in der Energiepolitik zu beenden und Kohle, Öl und Gas als notwendige Brückentechnologie für Heizung, Transport und auch zur Stromerzeugung als ideale Kombination mit Windkraftwerken zu akzeptieren. Dann braucht man keine riesigen  Speicherkraftwerke im Flachland anzusiedeln, da sich Gas und Öl ja gut in vorhandenen Anlagen speichern lässt. Für moderne Großwindräder weht auch genug Wind in Hohenlohe für Baden-Württemberg, wie der Windatlas Baden-Württemberg zeigt. Man muss diese großen Windräder (150 m hoch) nicht unbedingt im Wattenmeer aufstellen und über die teuren Leitungen der großen Stromkonzerne beziehen. Wenn der Wind dann mal nicht weht, braucht man wohl lange noch einige Grundlastkraftwerke und Kraftwerke, die schnell an- und abgeschaltet werden können. Das geht heute wirtschaftlich am besten mit Erdgas. KKWs sollte man tunlichst nicht oft hoch- und runterschalten.

Dabei sollte man natürlich mit den endlichen Resourcen Kohle, Öl und Gas möglichst sparsam umgehen, schon weil die Kosten am Weltmarkt steigen werden. Ganz ohne CO2 Ausstoß wird das wohl nicht abgehen. Damit wird man sich wohl abfinden müssen auch wenn die CO2 Gurus schlimme  Horrorszenarien entwerfen. Ich bin ziemlich sicher dass die deutschen Forscher und Ingenieure innovative Energielösungen finden werden, sobald es wirtschaftlich interessant ist. Die heutige Technik einfach fortzuschreiben, wie es die EU und die Politik zur Zeit macht, ist sicher nicht richtig.

PS Wie schwierig der Umgang mit dem Wandel in der Energiewirtschaft zeigt sich in der Stadt Böblingen, wo die Grünen für ein Gaskraftwerk für Strom und Fernheizung votieren die CDU aber dagegen ist, weil ein Großteil ihrer Wähler in der Nähe des geplanten Werks in schönen Einfamilienhäusern wohnt. Paradoxerweise hat der BUND dabei festgestellt, dass mit dem Gaskraftwerk die Luft in Böblingen sauberer wird, weil das Kraftwerk die dreckige Luft von der nahen Autobahn ansaugt und filtert. Der Dreck und der überhöhte CO2 Ausstoß von den Autos bei hohen Geschwindigkeiten ist ja tabu, weil man da gegen den ADAC und BILD kämpfen müsste und davor haben deutsche Politiker mehr Angst als vor ihren Wählern.

Siehe auch:
Energiepolitik – rational und persönlich
Oettingers Rache – EU Klimapolitik

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Geschafft – Ende der Rambo Politik in Baden-Württemberg

Das wesentliche Ergebnis der Landtagswahl in Baden-Württemberg ist, dass die Wähler dem von Herrn Mappus und der CDU propagierten Politikstil eine klare Absage erteilt haben. Ähnlich wie schon Roland Koch konnte Herr Mappus mit seinem Haudrauf Stil (er hatte ja den gleichen Wahlkampf Manner wie Roland Koch) die Mehrheit der Bürger nicht überzeugen, obwohl es in Baden-Württemberg noch genügend Landeier gibt, denen ein solcher Stil gefällt. Baden-Württemberg hat sich damit seiner Tradition als Kernland der Demokratie (und nicht der CDU) erinnert und die demokratischen Organe, vor allem das Parlamament gestärkt.

Positiv ist auch, dass viele Abgeordnete jetzt erkennen, dass Duckmäusertum von den Wählern nicht honoriert wird. Mit Freude habe ich eine Ankündigung eines jungen SPD Kandidaten gelesen, dass er sich eine gewisse Unabhängigkeit bewahren möchte und durchaus auch mal mit der Opposition stimmen möchte, wenn diese die besseren Sachargumente hat. Wieviel von den hehren Vorsätzen im Tagesgeschäft übrig bleibt wird man sehen. Zumindest ein Umdenken scheint aber doch stattgefunden zu haben.

Die FDP hat in ihrem Stammland eine herbe Niederlage einstecken müssen u.a. weil sie unabhängige Abgeordnete, die für den Atomausstieg waren, wie Dieter Ehret und Ulrich Noll aus der Partei gemobbed haben.

Der Verwaltung in Baden-Württemberg wird es nur gut tun, wenn die Jahrzehnte währende CDU Pfründe- und Vetternwirtschaft etwas aufgebrochen wird und die Beamten sich daran erinnern, dass sie vor allem dem Land und nicht einer Partei verantwortlich sind. Ein bischen grüner Wind kann auch in der Verwaltung nicht schaden.

Doch aufgepaßt, es besteht noch immer die Möglicheit, dass die Schwarzen und Roten die Regierung in Baden-Württemberg sicher ohne Stefan Mappus bilden und den Wahlsieger, die Grünen, ausbooten. Herr Gabriel und Frau Nahles würden in Berlin sicher Frau Merkel das letzte Hemd für eine Regierungsbeteiligung anbieten. Dieses Manöver würde dann als gemeinsamer Rettungsversuch für das am Boden darniederliegende Deutschland angeboten, das nur durch eine große Koalition gerettet werden kann. Grünes Holzauge sei wachsam.

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